Der Maschinist

Der Maschinist
Der Maschinist
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Filmstart: 11.11.2004 | Laufzeit: | Thriller

TheMachinist01.jpgAuf diversen Filmfestivals gepriesen, mit Lorbeeren überschüttet und abgefeiert, hält „The Machinist“ nun endlich auch bei uns Einzug in die Wohnzimmer. Gemessen an seinem guten Ruf, erweist er sich zwar als eine kleine Enttäuschung, bleibt in vielerlei Hinsicht trotzdem ein sehenswerter Thriller – nicht zuletzt dank Christian Bale („American Psycho“, „Batman Begins“). Der inzwischen zu meinen Lieblingsschauspielern zählende Shootingstar schlägt hier über die gesamte Filmdistanz in Punkto Method Acting ein neues Kapitel auf. Bale hungerte sich für den Film nicht nur bis auf Haut und Knochen runter, sondern sieht zudem auch noch wie hart geritten und nass eingestellt aus. Allein die Wahnsinnskörperbeherrschung, die dafür nötig ist, sich so einer Tortur zu unterziehen, nötigt Respekt ab. Schließlich musste er sich für seine Rolle des Bruce Wayne in „Batman Begins“ in kürzester Zeit wieder in Form bringen.

Bales Ego Trevor Reznik leidet seit einem Jahr unter Schlaflosigkeit und Essstörungen, seine einzigen sozialen Kontakte sind eine verständnisvolle Hure (Jennifer Jason Leigh, „The Hitcher“, „eXistenZ“), sowie die Bedienstete eines Cafes am Flughafen. Es scheint unmöglich für ihn in seiner derzeitigen Verfassung noch so etwas wie eine ernsthafte Beziehung einzugehen. Von seinen Kollegen wird er nur mitleidig belächelt, gemieden oder später gemobbt. Dennoch kommt in Trevor dieser seinen Welt zurecht und erledigt in einer offensichtlich im 19. Jahrhundert stecken gebliebenen, lärmenden Maschinenfabrik seinen Job. Doch eines Tages beginnen sich merkwürdige Ereignisse zu häufen. Er sieht Menschen, die sonst niemand sieht, wird von Halluzinationen geplagt, steigert sich in eine Paranoia hinein und glaubt überall Bedrohungen und Verschwörungen zu erkennen. Nur eine Fiktion dank der Folgen der Schlaflosigkeit oder etwa beängstigende Realität? Und wenn wirklich, was hat es sich mit dem ominösen neuen Mitarbeiter Ivan (John Sharian, „Death Machine“, „Romasanta“) auf sich?

TheMachinist02.jpgRegisseur Brad Anderson, der nach seinem fulminantem Geheimtipp „Session 9“ hier wieder ein eindrucksvoll atmosphärisches und beklemmendes Szenario abliefert, gibt darauf die Antwort, doch darauf muss man bis zum Schluss warten und dann ist es auch nicht so schrecklich befriedigend. Ich hatte befürchtet mit „The Machinist“ im Grunde das gleiche Problem wie mit Andersons Vorgänger „Session 9“ zu haben. Seitens der Geschichte werden ungeheuer viele Andeutungen gemacht und Hinweise gelegt, worauf der Zuschauer fleißig mitzuinterpretieren beginnt. Der Film hält sich bis zum Schluss bedeckt und entschlüsselt sich dann. „Session 9“, der zum Ende noch etwas wirrer wurde, ist in dieser Hinsicht nahezu undurchschaubar, „The Machinist“ hingegen fehlt es zumindest nicht an der Möglichkeit den Zuschauer an der Wahrheit mitarbeiten zu lassen. Ein deutlicher Fortschritt für Anderson. Auch wenn das stete Auswerfen von neuen, kaum zu entschlüsselnden Hinweisen zur Folge hat, dass der hoffentlich offenbarende Schluss eigentlich nur enttäuschen kann. Man erwartet geradezu einen unglaublichen Mindfuck zum Schluss. Der kommt dann auch, allerdings nicht so heftig wie erwartet. Hier nötigt Anderson dann leider dem Zuschauer nicht mal Mitdenken ab, sondern serviert ihm das Motiv geradezu auf dem Tablett. Schade eigentlich und deswegen zieht auch der Vergleich mit David Lynch nicht.

Trotzdem geht Andersons Konzept auf, denn seine Inszenierung reißt es hier raus. In, passend zu seiner ausgemergelten Hauptfigur, betont ausgebleichten, grauen, düsteren Farbtönen präsentiert er seinen Film, weist mit seinen oft von einer gähnenden Leere geprägten, schmutzigen, heruntergekommenen und düsteren Settings auf die innere Ausgestorbenheit Rezniks hin. Den von einer täglichen Monotonie (Nie schlafen, ganzen Tag an der Maschine stehen, abends ein Fick bei der Hure, danach ins Cafe) geprägte Arbeiter steckt er in eine wirklich nicht lebenswerte Welt. Eine stete Unruhe, vor allem hervorgerufen durch einen omnipräsenten, unterschwelligen, brummigen Basston, erfüllt „The Machinist“. Die greift dann auch sehr schnell auf den Zuschauer über.

TheMachinist04.jpgOhne Frage stellt „The Machinist“ ein sehr intensives Filmerlebnis dar, weil Anderson ohne Abschweife bei seinem zentralen Charakter verbleibt, ihm Strohhalme einer heilen Welt hinwirft (die Kellnerin und ihr Sohn), sie ihm aber auch genauso schnell wieder entzieht (die Geisterbahn). Immer wieder konfrontiert er Reznik mit teuflischen Motiven, mal deutlich mal weniger deutlich, so dass dessen Ängste zu einer handfesten Paranoia erwachsen, die schließlich eskalieren sollen. Denn niemand schenkt ihm glauben. Stattdessen gerät er in Verruf irrsinnig zu sein. Natürlich eine interessante Möglichkeit, da er gleich zu Beginn eine Leiche entsorgt. Etwa ein psychopathischer Killer? Nein, es soll das Gewissen sein.

Drehbuchautor Scott Kosar, der jüngst vorwiegend mit der Revitalisierung bekannter Horrorklassiker wie „The Texas Chainsaw Massacre“ oder „The Amityville Horror“ auf sich aufmerksam machte, schafft es einen wirklich fesselnden Plot mit einer ungewöhnlichen Idee in Einklang zu bringen. Auch wenn es, wie oben schon erwähnt, mit der Lösung hapert. Das von Brad Anderson konzentriert umgesetzte, regelmäßige Integrieren von Botschaften, unerklärlichen Phänomen und Andeutungen gestaltet sich als ein undurchdringliches Geflecht, aus dem unser Protagonist stets das Falsche extrahiert. So verdächtigt er den durch seine (Trevors) Unachtsamkeit aufgrund eines Betriebsunfalls zum Krüppel gewordene Miller (endlich mal wieder auf Kinoniveau: Michael Ironside, „Total Recall“, „Starship Troopers“) des gemeinen Psychoterrors. Ein Trugschluss, wie sich herausstellen soll.

Die Welt um Reznik verwandelt sich stetig und unaufhaltsam in einen Strudel, der aus ihm schnell ein psychisches wie physisches völliges Wrack macht. Anstatt an sich selbst zu zweifeln, klammert er sich an seine Verschwörungstheorien. Dringt jemand in seine Wohnung ein? Klaut ihm jemand Gegenstände und tauscht sie aus oder platziert sogar Leichen in seinem Kühlschrank? Des Rätsels Lösung soll Antworten auf diese Fragen geben.

Fazit:
Brad Anderson, bitte bleibe auch in Zukunft deinem Stil treu. „The Machinist“ ist eine ungeheuer atmosphärische und beklemmende Kinoerfahrung, die vortrefflich auf seiner Hauptfigur aufbaut. Christian Bale ist hier stark wie nie, während die häppchenweise Lösungsansätze bietende Story dem Zuschauer Kombinationsvermögen abverlangt. Also definitiv keinen Film für den Filmeabend zwischendurch. Unterstützt werden Plot wie Darsteller von der wieder sehr unaufdringlichen und feinfühligen Regie Andersons, die im Grunde das Innere Rezniks bildlich festhält. Mit Sicherheit eine etwas andere Filmerfahrung.

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7/10

beeindruckendes Schauspiel

vom Rollen- Extremisten Christian Bale. Wer sich drauf einlässt, wird schockiert sein. Wer nicht, wird gelangweilt sein. Ich finde ihn sehenswert!

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9/10

Düster -spannend - zum Nachdenken ...

Ein Film, der von Anfang bis zum Ende nicht loslässt, zwingt hinzusehen, mitzudenken und zu empfinden.
Gehalten ist The Machinist in einer düsteren Darstellung, die scheinbar perfekt die Gefühlswelt von Trevor (Christian Bale) wiederspiegelt.
Ich persönlich genoss die kleinen Hinweise, die sich über den gesamten Film zogen und dem Zuschauer somit regelrecht miteinbezogen.
Neben der düsteren Darstellung und der teilweise dramatischen Geschehnisse, treten auch kleine witzige Passagen anhand von Dialogen zwischen Trevor und Marie auf.

Wahnsinns physiologische aber auch darstellerische Leistung von Christian Bale, der durch den Film an Beliebtheit bei mir noch um Einiges gestiegen ist.

Für mich ein Film den man sehen muss.

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5/10

Ein Dünner ohne Schlaf

Das ist ein NDS-Movie: no deep sense! Der Handlungsverlauf folgt nicht der Logik, ist also eher bei Mystic anzusiedeln. Und es gibt auch am Ende keine kl?nde L?g. Die Handlung stolpert von einer Situation in die n?ste und oszilliert zwischen Belanglosigkeiten und Zuf?igkeiten. Dabei kann sogar so etwas wie Dramatik entstehen. Und es gibt auch ?schende Wendungen, die etwas Spannung aufkommen lassen. Alles ist gekonnt vornehmlich in schwarz-gr?alten: eine kalte Arbeitswelt, in der Trevor (Christian Bale) vor sich hin vegetiert. Dazu bilden die Hure Steve (Jennifer Jason Leigh) und eine Serviererin (Aitana Sanchez-Gijon) eine menschlich warme Gegenwelt. Als Trevor wegen seiner halluzinatorischen Wahnvorstellungen diese Beziehungen zertrampelt, bleibt ihm nur noch eines - was wir aber nicht mit ansehen brauchen.

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