Verflucht

OT: -  97 Minuten -  Horror
Verflucht
Kinostart: 21.07.2005
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Verflucht

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Mit Sicherheit hat Wes Craven („The Hills Have Eyes“, „Shocker“) sich um den Horrorfilm verdient gemacht. Neben seinen gelungenen Frühwerken steht da immerhin auch noch der längst Kult darstellende „A Nightmare On Elm Street“. Dennoch hatte der Mann in seiner Karriere so einige Täler zu durchschritten, drehte Obermurks wie „Vampire in Brooklyn“ und feierte dann sein Comeback mit „Scream“, zeigte dabei ein Näschen für die Marktlücke, trat damit eine ganze Lawine ähnlich strukturierter Teeniehorrorkisten los und beendete „seine“ Trilogie unwürdig. Sich zunächst auf den erworbenen Lorbeeren ausruhend, verdingte er sich als Produzent bei höchst mittelprächtigen Projekten wie „Carnival of Souls“ oder „Dracula 2000“, um, nach einer stattlichen Pause von fünf Jahren, endlich wieder einen Horrorfilm ins Kino zu bringen. „Cursed“ stammt aus der Feder von „Scream“ – Autor Kevin Williamson, der sich, wie seine Drehbücher für „I Know What You Did Last Summer“, „The Faculty“ und „Teaching Mrs. Tingle“ beweisen, bestens im Bereich Teeniehorror auskennt und das ist eins von vielen Problem, das der Film so hat.

Es wäre falsch, die Schuld, das nahezu komplette Versagen des Films, Wes Craven einzig und allein in die Schuhe zu schieben, denn was wir hier letztlich vor uns haben, ist nur noch ein Torso des ursprünglichen Films und das merkt man ihm leider auch deutlich an. Die Produktion selbst war eine einzige Katastrophe. Das Skript wurde im nachhinein umgeschrieben, über die Hälfte des Films neu gedreht, die wichtigen Charaktere auf ein übersichtliches Trio zusammengestrichen, einige Darsteller sogar ersetzt und schließlich das ohnehin unfertige Endresultat, um Schadensbegrenzung zu betreiben, auf ein PG-13-Rating heruntergeschnitten. Zumindest auf DVD darf man aber nun endlich die „harte“ Version begutachten. Diese Schnittfassung wird höchstwahrscheinlich auch demnächst in unsere Kinos flattern. Einer Einstufung ab 16 sollte jedenfalls Nichts im Wege stehen.

Wie eben schon erwähnt, ist Kevin Williamson ein Schwachpunkt an dem man ansetzen kann, gestaltet sich „Cursed“ doch grundlegend als ein Sammelsurium bekannter Teenieslashermotive, denen das Werwolfthema in keinster Weise frisches Blut zuführen kann. Man tausche den Werwolf gegen einen maskierten Killer und schon haben wir den x-ten „Scream“ – Klon. Von den reichlich Dekolleté zeigenden Mädels (u.a. Shannon Elizabeth in einer Minirolle), die jedem pubertärem Bengel feuchte Träume besorgen und sich sogleich prima auf dem Weg zur Schlachtbank machen, über das ewige Geflüchte vor den pelzigen Ungetümen, bis hin zu einem Autounfall (Nachts und auf einer leeren, kaum beleuchteten Landstrasse), einer unglücklichen Liebe, überflüssigen Verweisen auf Genreklassiker (Klar, dass Freddy Krueger hier irgendwo im Hintergrund seinen Auftritt haben musste, ansonsten gibt es noch ein Gruselkabinett mit Rang und Namen), der standesgemäßen Horrorparty und einem Finale, in dem sich der längst erratene Werwolf in Menschengestalt sein Verhalten ausführlich erklärt, sind hier wirklich alle Bestandteile eines formelhaften Slashs der jüngeren Zeit vorzufinden. Williamson hat wirklich keine einzige gute Idee, wie er den Werwolffilm renovieren kann und bedient sich nur altbekannter Elemente, wie das gesundheitsschädigende Problem Silber, das Einflößen von Respekt bei terrorisierenden Mitschülern und das Kennenlernen der neuen Kräfte (u.a. beim Ringen) und Instinkte. Daraus resultieren zumindest ein paar brauchbare Lacher. Im Gegensatz zu „Scream“ parodiert sich der Film hier aber nie selbst, sondern setzt auf Situationskomik; nicht gerade ideal für einen Horrorfilm. Allein diese absolut schwachsinnige Szene des eitlen Werwolfs, der, durchs Glas brechend, seinen vermeintlichen Opfern den Mittelfingern zeigt, ist kaum noch zu überbieten. Kneif mich mal jemand?!

Leider tut Wes Craven dabei auch sein Möglichtes, damit man erst gar nicht auf andere Gedanken kommt. Inszenatorisch entwickelt der Mann sich einfach nicht mehr weiter und wenn man das Publikum immer wieder mit ewig gleichen Situationen berieselt, in denen sich ängstliche Teens durch knackende Häuser schleichen und der Schock mit einem brachialen Soundeffekt heraufbeschworen wird, erschreckt das einen irgendwann nicht mehr. Die Idee ist genauso ausgereizt, wie das allzu plötzliche Aufdieschulterpacken von jemandem, der garantiert nicht der Killer ist. Trendige Musik und ein paar bekannte Namen vermögen da auch nicht weiterzuhelfen. Die sind sowieso ein Kaliber für sich. Man mag zu Christina Ricci („The Addams Family”, „The Gathering”) und Joshua Jackson („Urban Legend”, „The Skulls”) stehen wie man will, nur für die Teenierollen werden sie langsam etwas zu alt. Ricci, die sich in strangen Charakteren grundsätzlich am wohlsten fühlt, spult hier ebenso wie ein müde dreinschauender Joshua Jackson leidenschaftslos ihren Part herunter – wohl auch weil sie nach den Querelen zurück ans Set gezerrt worden ist, um die Rolle nochmal zu spielen. So etwas motiviert gewiss nicht. Über Jesse Eisenberg, das Weichei von Bruder, der sich umgehend zum Thema Werwolf mal schlau liest und seine Kräfte im Alltag nutzt, sollte man überdies einen Mantel des Schweigens verhängen. Eine witzlose Witzfigur...

Wie erwartet, halten sich auch die Werwolf-Effekte, immerhin von Make Up-Guru Rick Baker („Thriller“, „Hellboy“) höchstpersönlich kreiert, qualitativ zurück und leiden unter einer zu großen Diskrepanz. Die wuscheligen Kostüme und Masken sehen veraltet und leblos aus, die lachhaften und wirklich alles andere als gruseligen und realistischen CGI-Geschöpfe, oft in schnellen Schnittmontagen versteckt, sind Offenbarungseide seitens der verantwortlichen Effektschmiede. Dann doch lieber richtig Old-School, denn allein die Verwandlungen provozieren großes Gelächter. Dass der Goregehalt dann größtenteils auch noch auf CGI, anstatt auf Make Up-Effekten und Kunstblut, beruht, erleichtert es dem Zuschauer sich nicht zu erschrecken. Diese gekünstelten Programmoutputs sehen einfach zu steril aus, da macht altmodische Handarbeit eben immer noch mehr her. Der völlige Verriss wäre irgendwo verkehrt. „Cursed“ kann trotz seiner unzähligen Defizite passabel unterhalten. Die uninteressante und auch unspannend erzählte Story vermag trotz Doppelshowdown und einiger Überraschungen nie zu fesseln und gruseln oder erschrecken kann man sich höchstens noch dank der Soundkulisse, ansonsten bleibt der Anschauungswert doch recht gering. Nach dem Abspann bleibt nämlich Nichts hängen und das ist der größte Vorwurf, dem man einem Horrorfilm machen kann. Das Geschwisterpaar braucht ewig lange, bis sie die Lage peilen und der Ausweg selbst, wird ihnen auch in den Schoß gelegt – in dramaturgischer Hinsicht ist das Skript ein einziger Offenbarungseid.

Es ist nur einfach so, dass diese Schnittfassung überdeutlich ein Film voller Kompromisse geworden ist, der nur zum kurzfristigen Absahnen so heruntergekurbelt wurde. Ein paar Teens, vom Fluch besessen und von ein paar Werwölfen getrieben, jagt man in die standesgemäßen Kulissen, um sie final zum Gegenschlag ausholen zu lassen. Dazu etwas fetzige Mucke, ein paar einigermaßen blutige Kills und fertig ist das Mikrowellensujet. Kevin Williamson kann nun mal abseits von formelhaften Teenieslashern nichts Vernünftiges oder gar Innovatives schreiben und Wes Craven klammert sich zu sehr an seiner Inszenierung, die er innerhalb der „Scream“ – Trilogie schon ausreizte und von den Plagiaten zu Tode kopiert wurde.

Fazit:
Atmosphäre? Spannung? Grusel? Alles Fehlanzeige! „Cursed“ ist „Scream“, nur mit Pelz. Die gesamte Struktur des Films, das Drehbuch, die Inszenierung, einfach alles beruht auf dessen Prinzip. Klar, man hat hier nicht den eigentlichen Film vor sich, denn der liegt noch irgendwo zerschnetzelt im Schneideraum, aber trotzdem muss das Resultat bewertet werden. Die schwachen Darsteller, die meist miesen Effekte und die fehlenden Innovationen und Neuerungen machen eine unterdurchschnittliche Bewertung letztlich leicht. Letztlich keine Katastrophe, aber viel hat dazu nicht gefehlt.

Wertung:
3/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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