Happy Feet

OT: -  108 Minuten - Animation
Happy Feet
Kinostart: 30.11.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Happy Feet

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Nachdem man mit Die Reise der Pinguine bereits einen überraschenden Hit aus dem Dokumentargenre gelandet hatte, scheint Hollywood auf den Geschmack gekommen zu sein. Die Studiobosse scheinen sich wohl gar nicht genau angesehen zu haben, was sie bei Happy Feet eigentlich genehmigt haben. Auch die Trailer und Bilder vermitteln immer den Eindruck von süß tanzenden Pinguinen und klassischem Gute-Laune-Kino. Hinter dieser Fassade versteckt George Miller allerdings kritische Seitenhiebe gegen religiöse Fundamentalisten und gegen den leichtfertigen Umgang mit der Umwelt. Schade ist nur dass diese Kritik oft reichlich naiv ausfällt und der Zuseher im Endeffekt durch die pompösen Musicalnummern geblendet wird.

Jeder Pinguin hat sein eigenes Lied. Sein Herzenslied, welches ihn als Persönlichkeit definiert und welches dazu verwendet wird um seinen Lebenspartner zu finden. Die Tiere scheinen eine natürlich Begabung zu haben und das Gesangstalent ist ihnen wie in die Wiege gelegt. Nur Mumble lässt dieses Gen vermissen, dafür kann er allerdings umso besser tanzen. In der Gemeinschaft zählt diese Ausdrucksform allerdings überhaupt nichts und so bleibt er immer ein Aussenseiter. Von den religiösen Führern der Gemeinschaft wird er schließlich sogar verstoßen, da sie glauben dass seine Tanzerei am Fischmangel schuld ist. Deshalb zieht Mumble los um zu beweisen, dass in Wirklichkeit Aliens (Menschen) hinter dem Schlamassel stecken...

Happy Feet präsentiert dem Zuseher eine interessante Mischung, die an einigen Stellen sogar ziemlich überzeugen kann. Die kritischen Aspekte dieses Projekts sind auf jedenfall interessant: Auf der einen Seite wagt man einen Angriff auf christliche Fundamentalisten, denn die Pinguinkultur stellt eine große und blinde religiöse Gemeischaft dar, welche sich gehorsam ihren religiösen Führern unterordnet und ihre Befehle strickt befolgt. Auf der anderen Seite baut man auch eine momentan so aktuelle Ökobotschaft ein, die sich hauptsächlich darum dreht, dass die Menschen den Pinguinen die Nahrung stehlen.

Die Kritik am religiösem Übereifer ist dabei allerdings etwas besser gelungen, denn man muss zugeben dass die Umweltbotschaft teilweise recht naiv vorgetragen wird. Besonders die Auflösung dieses Handlungsfadens, als ein Video der tanzenden Pinguine um die Welt geht und die Menschen so zum Umdenken anregt ist äusserst simpel. Die ursprüngliche Intention des Regisseurs ist allerdings lobenswert, jedoch ergibt sich ein weiteres Problem bei der Umsetzung. Es fällt schwer eine genaue Zielgruppe für den Film zu nennen, da er in sich sehr unterschiedliche Anlagen hat.

Ich denke dass Happy Feet generell nichts für die ganz Kleinen ist. Es gibt nämlich eine Szene, die atmosphärisch wohl zu intensiv für Kleinkinder ist. Wenn Mumble von einem täuschend echt animierten Seelöwen gejagd wird, der mit seinen rasiermesserscharfen Zähnen hinter ihm her ist, wird das Szenario nicht durch Späße oder ähnlichem aufgelockert. Hier geht es wirklich um Leben und Tod. Weiters dürften es Kinder sehr schwer haben die Szenen zu verstehen, welche gerade die wirklich guten am Film sind. Zum Beispiel die Szene als Mumble gefangen genommen wird und schließlich völlig benommen in einem Zoo lebt und nicht weiß wie ihm geschieht. Diese Szene ist die für Erwachsene berührendste des ganzen Films, jedoch weiß ich nicht ob Kinder ebenso empfinden.

Bis jetzt hört es sich so an als hätte man es mit einem intelligenten Animationsfilm für Erwachsene zu tun. Bedingt ist diese Aussage auch zutreffend, jedoch gibt es auch einen Aspekt, welcher den Film für die älteren Zuseher abschwächt. Die unzähligen Gesangsnummern und Tanzeinlagen, in denen die Pinguine zu diversen Musikklassikern performen, gehen einen gelinde ausgedrückt, ziemlich auf die Nerven. Hier hat man noch versucht Happy Feet süß werden zu lassen um den Kindern etwas zu bieten und Material für die Trailer zu haben. Schade, denn hätte man sich hier konsequenter am ernsten Tenor des Films orientiert, hätte Happy Feet ein sehr guter Film werden können.

Fazit:
Happy Feet hat wirklich gute Ansätze, jedoch ergibt er in seiner Gesamtheit eine Mischung, die wohl keine Zielgruppe vollends überzeugt. Für die ganz Kleinen ist er an einigen Stellen zu intensiv, die Kinder im mittleren Alter werden gerade die besten Szenen des Films wohl nicht voll und ganz verstehen und für viele Erwachsene bleiben die Musicaleinlagen ein Dorn im Auge, die so gar nicht zum ernsten Tenor des Films passen. So bietet Happy Feet wirklich gute Ansätze, aber seine Schwäche bremsen ihn doch deutlich.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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