Volver - Zurückkehren (2006)

OT: Volver - 121 Minuten - Komödie / Krimi / Drama / Mystery
Volver - Zurückkehren (2006)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Volver - Zurückkehren

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Volver - Zurückkehren, so der Titel des mittlerweile 16. Spielfilms von Pedro Almodóvar, zeigt, dass Frauen das stärkere Geschlecht sind und wenn Männer eine Rolle spielen, dann nur am Rande. Es ist auch die Rückkehr des Regisseurs zu den eigenen Wurzeln denn als Drehort hat er unter anderem seine Heimatregion La Mancha und der späteren Wahlheimat Madrid ausgewählt. Volver bietet neben der gewohnten künstlerischen Feinarbeit, was beispielsweise die Bildsprache angeht, auch Einblicke in einzelne Aspekte der eigenen Vergangenheit Almodóvars.

Die attraktive Raimunda (Penélope Cruz) lebt mit ihrer Tochter Paula (Yohana Cobo) in einer kleinen Wohnung in der spanischen Hauptstadt Madrid. Raimundas Mann Paco (Antonio de la Torre), der jedoch nicht der leibliche Vater von Paula ist, verliert seinen Job und weil es ihn nicht sonderlich stört mehr Zeit zu Hause verbringen zu dürfen, versucht Raimunda durch diverse Nebenjobs die Familie finanziell über Wasser zu halten. Mit ihrer Schwester Sole (Lola Dueñas) und der Tochter Paula besucht sie hin und wieder ihr Heimatdorf in Zentral-Spanien und bei dieser Gelegenheit auch ihre allein lebende Tante Paula (Chus Lampreave) sowie das Grab ihrer verstorbenen Mutter Irene (Carmen Maura). Doch nur wenige Tage später stirbt die Tante. Aber Raimunda kann bei der Trauerfeier nicht dabei sein, weil sich zeitgleich ein ebenso dramatischer Vorfall in ihrem Leben ereignet und damit ein Kreislauf beginnt, der verborgene Geheimnisse ans Tageslicht bringt…

Zunächst scheint alles seinen gewohnten Ablauf zu haben: Raimunda, Sole und Paula putzen das Grab der Mutter bzw. Großmutter, besuchen ihre Tante Paula in dem Haus, an dem so viele Erinnerungen hängen und kehren anschließend nach Madrid zurück, wo alle ihrem Alltag nachgehen. Aber die Bilder trügen: was folgt ist ein Mord aus Notwehr, die Beseitigung der Leiche, das Auftauchen der verstorben geglaubten Mutter und damit beginnt die Aufarbeitung der Vergangenheit. Das alles wird ohne Brüche in der Geschichte oder Rückblenden erzählt. Wer Almódovars Filme wie Sprich mit ihr (2002 )oder Alles über meine Mutter (1999) kennt, wird auch hier einige Muster wiederfinden, die als Markenzeichen für seine Filme stehen. Ein Beispiel dafür ist die auffällige Farbgestaltung der Kleider und Requisiten, mit denen die einzelnen Personen und Gegenstände eine eigene Aussagekraft und Dynamik entwickeln. Zudem ist der Glaube bzw. die katholische Kirche ein wichtiges Element im Film. Almodóvar zeigt damit, wie sehr sich das Leben der Menschen an Religion ausrichtet und ihren Alltag und das Verhalten beeinflusst.

Der Regisseur baut hier seine eigene Lebensgeschichte mit ein, denn seine Kindheit war vom Dorfleben geprägt; er war von vielen Frauen umgeben, die ihn großgezogen und damit seine Erziehung, seinen Werdegang und auch seine Filme beeinflusst haben. So stehen in Volver eindeutig die weiblichen Darstellerinnen im Mittelpunkt und verkörpern Widerstandskraft und Kampfbereitschaft. Penelope Cruz, die schon in einigen früheren Filmen von Almodóvar mitgespielt hat, steht für die emanzipierte Frau, die zwar Stärke beweist, sich in jeder Situation zu helfen weiß und auch mal Emotionen zulässt. Diese Rolle verkörpert sie sehr authentisch und das liegt nicht zuletzt an ihrem schauspielerischen Talent und am Vertrauen zum Regisseur, der mit ihr schon in früheren Filmen zusammengearbeitet hat. Almodóvar ist ein ständiger Beobachter seiner Umwelt und hält als Filmemacher seine Eindrücke (oftmals auch kritisch) in Filmbildern fest.

Fazit:
Volver ist ein Mix aus Drama und Krimi mit komischen Elementen. Im Vordergrund steht das starke Geschlecht: die emanzipierte Frau – drei Generationen setzen sich mit ihrer Vergangenheit auseinander und brechen so ihr Schweigen und finden auf diese Weise zueinander. Volver besticht durch eine durchdachte Bildsprache und starke Charaktere, die auch mal eine Kühltruhe samt Leiche begraben. Für den einen oder andern Überraschungseffekt ist zwischendurch auch gesorgt.

Wertung:
8/10 Punkte
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Erstellt: 09.09.2012