Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche (2005)

OT: Corpse Bride - 77 Minuten - Zeichentrick / Fantasy / Musik / Romanze
Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche (2005)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

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Nach Filmen wie Sleepy Hollow, Big Fish und Charlie und die Schokoladenfabrik beweist Regisseur Tim Burton abermals seine Genialität. Gemeinsam mit Mike Johnson bringt er den Puppentrickfilm Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche im Stop-Motion-Verfahren auf die Kinoleinwände. Bereits 1993 sammelte er erste Erfahrungen in diesem Fach und produzierte gemeinsam mit Regisseur Henry Selick Nightmare before Christmas. Obwohl sich beide Filme optisch sehr ähneln, bewegen sich die Figuren in Corpse Bride um einiges flüssiger. Nach den 13 Jahren, die zwischen den Filmen liegen, wirkt die Stop-Motion-Technik deutlich ausgereifter, wodurch die Figuren wesentlich lebendiger erscheinen.

Die Handlung spielt in einem europäischen Dorf im 19. Jahrhundert. Victor, Sohn einer wohlhabenden Fischerfamilie, wird unfreiwillig von der geheimnisvollen Leichenbraut Emily in die Unterwelt entführt, während seine echte Braut, Victoria, bei den Lebenden zurück bleibt. Obwohl die Welt der Toten alles andere als grau und trist ist und noch dazu viel abwechslungsreicher als Victors strenge viktorianische Heimat, merkt dieser jedoch bald, dass ihn weder diese, noch die nächste Welt davon abhalten kann, zu seiner wahren Liebe zurückzukehren. Die Zeit drängt jedoch, da Victorias Eltern schon bald einen alternativen Ehemann für ihre Tochter in Aussicht haben.

Tauchte Nightmare before Christmas noch in die Weihnachtswelt ein, erinnert Corpse Bride eher an Halloween. Wie schon so oft schafft Burton eine sehr stimmige und vor allem besonders kontrastreiche Atmosphäre. Die Welt der Toten verführt durch buntes Treiben, wirkt farbenfroh, facettenreich, und beherbergt ein skurriles Publikum mit Herz. Ein Partykeller, der jeden neuen Toten willkommen heißt. Über der Erde hingegen erscheint die Welt der Lebenden nicht nur trostlos und düster, sie ist es auch. Leblos bewegen sich gelangweilte Figuren innerhalb trüber Farben. Eine Schattenwelt, in der sich die Menschen durch strenge Reglements das Leben schwer machen. Genau diese Widersprüchlichkeiten spielen mit den Erwartungshaltungen der Zuschauer und machen Corpse Bride zu einer sehenswerten Märchenwelt.

Schauspielerische Leistungen können in diesem Animations-Grusical zwar nicht beurteilt werden, allerdings bietet die Geschichte Platz für viele gut animierte, schrullige Charaktere, die sich schnell in die Herzen der Zuseher spielen. Trotzdem musste Burton nicht auf seine Stammbesetzung verzichten. Johnny Depp leiht Victor seine Stimme, Helena Bonham Carter synchronisiert Victoria und auch Christopher Lee, der immer wieder kleinere Rollen in Burtons Filmen übernimmt (Charlie und die Schokoladenfabrik, Sleepy Hollow, Dark Shadows), ist Synchronsprecher für die Rolle des Pastors.

Auch musikalisch verlässt sich Burton abermals auf seine rechte Hand Danny Elfman. Elfman, der schon seit Burtons erstem Film mit dem Regisseur zusammen arbeitet, übernimmt nicht nur den Soundtrack, sondern liefert auch die Singstimme des lässigen Leadsängers der Skelett-Band in der Unterwelt. Die langjährige Zusammenarbeit der beiden ist in jedem Fall spürbar und macht sich auch diesmal bezahlt. Burtons optische Umsetzung und seine schwarzhumorigen, skurrilen Geschichten, sind die beste Grundlage für Elfmans verrückten, überdrehten Musikstil.

Fazit:
In weniger als 80 Minuten schafft es Tim Burton ein weiteres Mal das Publikum in seine skurrile Welt eintauchen zu lassen. Wie kein anderer schafft er es bizarre aber ebenso liebenswürdige Charaktere in eine düstere und gleichzeitig farbenfrohe Märchenwelt zum Leben zu erwecken. Obwohl Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche bereits ab 6 Jahren freigegeben wurde,  könnte das Schauermärchen für kleine Kinder dennoch etwas zu gruselig sein. Ansonsten: ein empfehlenswerter Film für die ganze Familie und für Tim Burton Fans ein Muss.

Wertung:
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