The Ward (2010)

OT: John Carpenter's The Ward - 88 Minuten - Horror / Thriller
The Ward (2010)
Kinostart: 16.12.2011
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Ward

Von am
John Carpenter etablierte sich im Horror Genre mit Klassikern wie Halloween (1978), The Fog (1979) und The Thing (1982) als visionärer Regisseur, dessen minimalistische Handschrift im Widescreen Format besonders gut zur Geltung kam. Nach einem kreativen und erfolgslosen Tief Ende der 90er setzte er sich vorerst zur Ruhe. Im Jahr 2009 ließ er nach einigen wenigen kleinen Projekten verkünden, mit dem Spielfilm The Ward zurückzukehren. In der Vergangenheit war der Regisseur stets in den Schaffensprozess eng eingebunden. Oftmals übernahm er mehrere Funktionen wie etwa Drehbuchautor, Produzent, und die musikalische Untermalung. The Ward nannte er selbst einen „Auftrag“. Dass Carpenter mit seinen Einschränkungen (die Verantwortung für das Drehbuch und die Musik musste er abtreten) nicht einverstanden war, ist dem Film deutlich anzusehen.

Als ein altes Farmerhaus von Kristen (Amber Heard), eine verzweifelte junge Frau, in Brand gesetzt wird, bringt sie die Polizei in das North Bend Psychiatric Hospital. Sie erwacht auf einer Sonderstation mit vier ähnlich unausgeglichenen und unberechenbaren Mädchen: Sarah, eine kokette und freche Besserwisserin; Iris, eine sensible und begabte Künstlerin, die versucht, sie willkommen zu heißen; Emily, eine rücksichtslose aber verspielte Außenseiterin; und Zoey, die sich hinter einer kindlichen Fassade und ihrem geliebten Stoffhasen versteckt. Kirstens Therapeut, Dr. Stringer (Jared Harris), versucht die Ursachen ihres Zusammenbruchs freizulegen, jedoch sträubt sie sich trotz seiner ruhigen und verständnisvollen Art gegen jeden Versuch, ihr zu helfen und sie zu rehabilitieren. Leider ist die Anstalt nicht die Zufluchtsstätte, die sie vorzugeben scheint. Kristen beginnt merkwürdige Begegnungen mit einem schemenhaften Phantom zu haben, das durch die Flure wandert, wenn die Station nachts geschlossen wird. Entschlossen und neugierig sucht sie nach Informationen über frühere Patienten und ist bald davon überzeugt, dass niemand die Station jemals lebend verlässt...

Eine psychiatrische Heilanstalt als Handlungsort zu verwenden ist aufgrund des schaurigen Settings gerechtfertigt, bei der Häufigkeit der Anwendung aber nicht unbedingt etwas Neues. Carpenter versucht die den etablierten Horror Schauplatz mit ein wenig 60er Charme aufzuputzen, was ihm auch größtenteils gelingt. Stellenweise aber wirkt die Stilisierung übertrieben, das schlägt sich wiederrum auf die Spannung nieder und lässt die vom Genre erforderliche atmosphärische Dichte einfach nicht aufkommen. Es scheint symptomatisch für The Ward zu sein, denn einzelne Aspekte stechen durchaus lobenswert hervor, während andere gleichzeitig die Stimmung trüben.

Zum einen punktet The Ward mit einem sehr stimmigen Licht und den, mit der Amnesie der Protagonistin korrespondierenden, klug eingesetzten Auf- und Abblenden. Amber Heard liefert eine solide Leistung ab und kann durchaus überzeugen. Ebenso Jared Harris, der als undurchsichtiger Arzt die Klinik zusammenhält. Mit seinem britischen Akzent und der reduzierten Mimik bleibt er lange im Dunkeln. Er ist kaum einschätzbar zu welcher Seite er gehört und ist damit der einzige Faktor von The Ward, der ein wenig Suspense erzeugt. Die Chemie zwischen den Schauspielern scheint aber in einem Zimmer ans Bett gefesselt worden zu sein. Heards relativ unbekannte Kollegen schaffen es nicht ihren Charakteren leben einzuhauchen. Ihre farblos anmutende Laiendarstellung wird von einem Skript potenziert, das den Schauspielern, frei von jeglicher Darstellungsfreiheit, klischeebehaftete Betonklötze an die Beine kettet.

Überhaupt ist das Drehbuch der größte Schwachpunkt in The Ward. Die Protagonistin versucht 80 Minuten lang auszubrechen, währenddessen werden einzelne unwichtige Dinge präsentiert, die scheinbar die Lücke zwischen dem Anfang des Films und des Twists füllen sollen. Einzelne Cues, die als Anreiz dienen sollten das große Ganze zu sehen, werden dem Zuschauer platt vor die Augen geworfen und nicht weiterausgeführt. Es ist klar, dass wohl mehr dahintersteckt, allerdings werden die einzelnen Puzzleteile dramaturgisch unmotiviert platziert. Es macht den Eindruck, als würden sie bloß der Legitimation des Twists am Ende dienen. Seine Schlagkraft bleibt daher am Ende leider aus denn sein Potential wurde im Laufe des Films verschenkt.

In der Heilanstalt dürfen die Korridor-Einstellungen natürlich nicht fehlen. Carpenter füllt seine monotonen Kamerafahrten mit häufigem (Blitzlicht) Gewitter. Beim ersten Mal wirkt das Ganze noch stimmig. Wenn es aber dauernd blitzt während die Kamera die schaurigen Korridore hinunter fährt, bleibt die Wirkung aus. The Ward funktioniert außerdem auch als Schocker nicht. Die Schockeffekte sind zwar vorhanden, in der Ausführung ist zum einen das Timing von Ton & Bild schlicht schlecht. Und zum anderen lassen sich die Effekte zu leicht vorwegnehmen. Carpenter spielt nicht mit den Erwartungen des Zusehers sondern schürt sie zuerst, um ihnen dann gerecht zu werden.

Fazit:
The Ward ist ein hoffnungsvolles Comeback des Altmeisters John Carpenter, das vor allem durch das fatale Drehbuch nach hinten losgeht. Einzelne inszenatorische Lichtblicke vermögen es nicht das uninspirierte Gesamtwerk aus der Masse herauszuheben und so bleibt der Film mit seinen Logikfehlern am Boden liegen und einem unfreiwillig komischen Beigeschmack zurück. Für Fans von John Carpenter ist der Film aufgrund der Handschrift des Horror-Meisters uneingeschränkt zu empfehlen, auch wenn er bei weitem nicht an seine alten bzw. jungen Tage anknüpfen kann (oder im Fall von The Ward will).

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 5.9/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 14
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