Dead Silence

OT: -  90 Minuten -  Horror
Dead Silence
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Dead Silence

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Die Erwartungen an den Film Dead Silence waren wirklich sehr groß. Der Grund dafür? Natürlich die Macher, denn hinter Dead Silence stehen die Namen Leigh Whannel und James Wan, genau die beiden, die auch für die Kehrtwende im Horrorgenre verantwortlich zeichnen: Ihr Debütfilm Saw wurde zu einem der Hits des Genres und legte den Grundstein für die härteren Horrorfilme unserer Zeit. Nun können sie das erste Mal außerhalb der Saw-Franchise zeigen, was sie können, und legen gleich eine Bruchlandung hin: Dead Silence ist wirklich meilenweit von seinen Vorgängern entfernt.

Jamie Ashden (Ryan Kwanten) führt gemeinsam mit seiner Frau Lisa (Laura Regan) ein ruhiges und glückliches Leben. Doch die Idylle ist bald vorbei, als ihnen plötzlich von einer anonymen Quelle eine merkwürdige Holzpuppe zugesendet wird. Als Jamie dann eines Tages nach Hause kommt, findet er seine Frau brutal ermordet und ohne Zunge vor. Da auch keine Einbruchspuren zu finden sind, wird er zum Hauptverdächtigen für Detective Jim Lipton (Donnie Wahlberg). Doch Jamie denkt, dass alles mit der Holzpuppe zusammenhängt. Er untersucht den Fall und bringt ihn in Verbindung mit einer verstorbenen Frau namens Mary Shaw (Judith Roberts)...

Nach dem Ende von Dead Silence fällt es sehr schwer zu glauben, dass dieses Machwerk von denselben Filmemachern ist, die uns das brutale Meisterwerk Saw brachten. Erstens fällt sofort ins Auge, dass man schon einen grundlegend anderen Weg als beim Erstlingswerk geht. Die Brutaltität, die Saw wieder salonfähig machte, bleibt bei Dead Silence vollkommen außen vor. Ganz wenige Szenen verdienen das Prädikat visuell intensiv. Dies ist jedoch nur ein kleines Fragment beim Scheitern des Films. Jedoch ist es wohl gerade das Teilstück, welches die Saw-Fans am meisten enttäuschen wird.

Der Hauptgrund, warum Dead Silence allerdings schwächelt, ist das Drehbuch. Die Charaktere sind uninspirierte Stereotype sondergleichen, und die Geschichte selbst gewinnt auch keinen Blumentopf. Alleine die vielen Logiklöcher stoßen schon sauer auf, aber die wahre Katastrophe ist das Fixieren auf die Holzpuppen. Diese sollten eigentlich diabolisch und furchteinflößend sein, aber das Gegenteil ist der Fall. Die Puppen wirken lächerlich und unfreiwillig komisch, sodass sich der Zuseher nicht vor ihnen fürchtet, sondern höchstens einen Lachanfall bekommt.

Natürlich hatte bereits ein Film vorgemacht, dass man auch um eine Puppe einen Horrorfilm kreieren kann: Chucky, der immerhin in fünf Filmen das Fürchten gelehrt hat, ist dabei ein guter Präzedenzfall, jedoch vergisst Dead Silence dabei etwas Wesentliches: Chucky hatte immer die notwendige Selbstironie und nahm sich nicht ganz ernst, jedoch versucht Dead Silence, dem Zuseher seine unglaubwürdige und unfreiwillig komische Geschichte bierernst zu präsentieren. So funktioniert das jedoch nicht, da sich die beiden Wirkungen gegenseitig ausschließen.

Auch die Castingabteilung der Produktion hat deutlich daneben geschlagen. Der große Fehler des Films ist sein Hauptdarsteller. Ryan Kwanten bleibt blass und uninspiriert und er kann seiner Figur absolut kein Leben einhauchen. Eigentlich hat er beinahe den ganzen Film über den gleichen Gesichtsausdruck und selbst das brutale Ableben seiner Frau und den Kontakt mit einem Geist nimmt er relativ gelassen auf. In einer Nebenrolle quält sich auch noch der aus der Saw-Franchise bekannte Donnie Wahlberg durch den Film. Seine Rolle ist dermaßen nervtötend und konstruiert, dass es fast schon körperlich schmerzt. Die weiteren Nebendarsteller können sich weder in positiver noch in negativer Hinsicht hervorspielen.

Lediglich an manchen Stellen des Films kommt Spannung auf. Gegen Ende zieht das Tempo deutlich an und das Finale hebt sich positiv vom restlichen Film ab. Dennoch wirkt auch der finale Plottwist, den die Saw-Macher wohl einfach in jeden ihrer Filme einbauen müssen, sehr konstruiert und merkwürdig. Auch die Inszenierung kann sich großteils von den restlichen Aspekten des Films abheben. James Wan erschafft stimmungsvolle Bilder und holt alles an Atmosphäre heraus, was das unausgegorene Drehbuch hergibt. Dennoch bleibt nicht viel auf der positiven Seite übrig und Dead Silence bleibt als Enttäuschung in Erinnerung.

Fazit:
Dead Silence fällt gegenüber Saw, dem Vorgänger des Gespanns James Wan/Leigh Whannell, deutlich ab. Die Story ist voller Logiklöcher und Peinlichkeiten und auch die Darsteller sind nicht atemberaubend. Stimmung und Spannung kommt selten auf. Da hilft es auch nichts, dass die Inszenierung, auch wenn man sich an vielen Klischees orientiert, durchaus gelungen ist. Das Drehbuch ist eben deutlich zu schwach, um den Film gelingen zu lassen.

Wertung:
4/10 Punkte

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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015