Als der Wind den Sand berührte

OT: -  96 Minuten -  Drama
Als der Wind den Sand berührte
Kinostart: 14.09.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Als der Wind den Sand berührte

Von am

Afrika ist momentan das Thema in Hollywood. Wer als guter Mensch gelten will, muss sich in irgendeiner Form mit dem schwarzen Kontinent auseinandersetzen. Gut an der Sache ist allerdings, dass es neben Produktionen wie Die Fährte des Grauens, die nur Interesse vortäuschen, um eine hippe Location zu bekommen, auch Filmemacher gibt, die sich ernsthaft mit den Problemen Afrikas auseinandersetzen möchten. Neben den Hollywoodproduktionen wie Blood Diamond und Der letzte König von Schottland ist es vor allem dieser Film hier, der mich sehr stark berührt hat. Als der Wind den Sand berührte ist eine berührende, intensive und vor allem glaubwürdige Tragödie, die Afrika und seine Einwohner ernst nimmt.

In einem Dorf in der Wüste sind die letzten Brunnen versiegt, also müssen die Einwohner weiterziehen. Ihrem Instinkt folgend, wollen die Dorfbewohner nach Süden ziehen. Nur einer hat eine andere Idee: Rahne (Isaka Sawadogo) zieht mit seiner Frau Mouna (Carole Karemera) und seinen drei Kindern nach Osten. Zwar weiß er, dass er auf diesem Weg durch ein Kriegsgebiet muss, aber die Aussicht auf das dahinter liegende Land voller Seen bewegt ihn, loszuziehen. Doch die Familie gerät in die Fängen der Kriegstreiber und es droht sich eine Tragödie abzuzeichnen...

Die belgische Regisseurin Marion Hänsel nimmt sich mit größtmöglicher Authentizität des Romans "Chamelle" von Marc Durin-Valois an, der unter anderem mit dem französischem Literaturpreis ausgezeichnet wurde, und zeigt dem Zuseher eine Geschichte, die er wohl nicht so schnell vergessen wird. Die Dreharbeiten zum Film fanden im afrikanischen Djibuti statt, und um der Vorlage möglichst treu zu bleiben, wurde der Film auch nicht in Englisch, sondern in Französisch gedreht. Herausgekommen ist ein herausragender Film, der den Zuseher sehr intensiv berührt.

Auch ist es bewundernswert, dass man die afrikanische Lebeweise weder in die eine noch in die andere Richtung extremisiert. Es wäre ein Leichtes, die strenge Art von Hauptfigur Rahne zu diabolisieren, und es wäre auch einfach, die Lebensweise der Afrikaner zu glorifizieren. Doch Als der Wind den Sand berührte fällt in keines der beiden Extreme und serviert dem Zuseher stattdessen ein glaubhaftes und authentisches Portrait des afrikanischen Lebens. Dies geschieht beinahe nebenbei, denn die erzählte Geschichte hat es in sich und geht an die Nieren.

Bereits der Marsch durch die Wüste ist für Hauptfiguren und Zuseher gleichermaßen mitreißend, aber als es dann zum Kontakt mit den Kriegstreibern kommt, wird der Film unglaublich intensiv. Zuerst läuft noch alles relativ gut und die Familie kommt während ihres Marsches zu einem ersten Wasserloch, das sie Hoffnung schöpfen lässt, doch bereits an der zweiten Wasserstelle kommen sie in Kontakt mit bewaffneten Männern. Von diesem Moment an nimmt das Übel seinen Lauf, und der Film, der eigentlich ein Drama ist, bekommt deutliche Aspekte des Thrillergenres.

Besonders intensiv ist die Szene, als Rahnes Tochter gezwungen wird, durch ein Minenfeld zu gehen, um zu sehen, ob der Weg frei ist. Das Ende des Films gibt Als der Wind den Sand berührte schließlich eine sehr tragische Wendung, die Rahnes Charakter in ein anderes Licht rückt. Man kann dem Film wegen seiner guten Absichten und seiner wirklich intensiven Atmosphäre also getrost einige kleine Durchhänger verzeihen. Eine Warnung gibt es dennoch: Als der Wind den Sand berührte ist viel, aber sicher kein "Gute Laune-Film". Also sollte man sich gut überlegen, wann man ihn sich ansehen möchte.

Fazit:
Als der Wind den Sand berührte ist ein unglaublich bewegender Film, der sich selbst und das Land, in dem er spielt ernst nimmt und der dem Zuseher einen authentischen Blick in die afrikanische Lebeweise erlaubt. Dabei besitzt er eine sehr intensive Atmosphäre und die erzählte Geschichte geht an die Nieren. Lediglich einige kleiner Durchhänger verhindern eine höhere Wertung. Bewegend, mitreißend und intensiv. Kurz: Ansehen!

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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