The Way Back - Der lange Weg (2010)

OT: The Way Back - 133 Minuten - Abenteuer / Drama
The Way Back - Der lange Weg (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 28.10.2011 - Blu-ray-Start: 28.10.2011
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Filmkritik zu The Way Back - Der lange Weg

Regisseur Peter Weir, bekannt für seine Filme The Truman Show oder Der Club der toten Dichter, die beide den Freiheitswillen des Individuums als Leitgedanken tragen, meldet sich nach Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (2003) mit dem Drama The Way Back – Der lange Weg zurück. In diesem Drama haben die Hauptcharaktere auch nur das eine Ziel vor Augen: Freiheit! Der 6-fach Oscar-nominierte Regisseur lies sich vom Buch The Long Walk: The True Story of a Trek to Freedom inspirieren, sodass er hier ein Werk erschafft, das mit fantastischen Bildern seinen Zuschauer fesselt, um ihn daraufhin mit einer sich ständig wiederholenden Handlung und mangelnder Dramaturgie wieder zu verlieren.

Der polnische Offizier Janusz, gespielt von Jim Sturgess (Zwei an einem Tag, 2011), wird von seiner Ehefrau verraten und dann in das Arbeitslager nach Sibirien verbannt. Janusz ist bewusst, dass seine Frau keine andere Wahl hatte. Sein Wille aus dem Lager auszubrechen, um wieder zurückzukehren und ihr seine Vergebung auszusprechen, treibt ihn an. Im Strafgefangenenlager verbündet er sich zuerst mit Khabarov (Mark Strong; RocknRolla, 2008). Der Amerikaner Mr. Smith (Ed Harris; Gone Baby Gone, 2007) sieht Khabarov jedoch als Betrüger an und warnt Janusz. Zudem kommt noch der gewalttätige Valka (Colin Farrell; Fright Night, 2011) hinzu, der überall Unruhe stiftet. Nichtsdestotrotz verbünden sich die Gefangenen. Zoran (Dragos Bucur), Voss (Gustaf Skarsgard) und Tomasz (Alexandru Potocean) schließen sich an, und flüchten zunächst aus dem sowjetischen Arbeitslager, sodass der meilenweite Rückweg in die Freiheit begonnen hat. Unterwegs stößt die junge Polin Irena (Saoirse Ronan; Wer ist Hanna?, 2011) zu der Gruppe. Der lange Weg beginnt in Sibirien, führt durch die Mongolei nach Tibet und letztendlich über den Himalaya ins sichere Indien. Allerdings ist die Reise lang und mühselig und nicht jeder wird die Hindernisse der Ortschaften überleben. Doch in diesem Kampf gegen die tödliche Seite der Natur und mit unglaublichem Überlebenswillen, stoßen sie auf den Wert des menschlichen Lebens und die tatsächliche Bedeutung von Freundschaft…

Eine eindringliche Atmosphäre zieht den Rezipienten schnell in das Filmgeschehen hinein. Die unterschiedlichen Charaktere und ihre Konflikte steuern dazu bei. Vor allem im englischen Original sorgen die zahlreichen Sprach-Akzente der Figuren für eine realitätsnahe Darstellung. Trotz ihrer Differenzen verbindet die Gefangenen ihr Freiheitswille. Ihr größter Feind ist nun die Natur und hier tritt auch das erste Problem des Films auf. The Way Back ist aufgebaut wie ein herkömmlicher Survivalfilm. Die Gefangenen, die mit der Zeit stets weniger werden, tragen ihre Hungersnot und Erschöpfung unter anderem durch die trockene Wüste und die eiskalten Berge, wobei eine essentielle Sache fehlt – eine Gefahr, die das Interesse des Zusehers auf die Leinwand richtet. Stattdessen bietet Peter Weir Sand- und Schneestürme, Trockenheit und Kälte. Wer dem nicht gewachsen ist bleibt auf der Strecke, egal ob tot oder lebendig. Die Handlung wirkt demnach monoton. Der Kampf ums nackte Überleben wiederholt sich nach einer gewissen Zeitspanne stets. Die Todesgründe variieren kaum. Langeweile tritt auf.

Diese Eintönigkeit soll mit beeindruckend inszenierten Landschaftsbildern gestillt werden. Wunderschöne Wüstenaufnahmen und bemerkenswerte Himalaya-Bilder werden dem Publikum hier zum Trost serviert. Peter Weir beweist bei diesen Aufnahmen viel Liebe zum Detail. Nachdem man sich jedoch satt gesehen hat, fallen Einem erneut die dramaturgischen Mängel des Drehbuchs auf, welches von Keith R. Clarke, Slavomir Rawicz und Peter Weir verfasst wurde. Mit dem Abgang der Figur Valkan verlässt der unterhaltsamste Charakter, hervorragend gespielt von Colin Farrell, zu früh das Drama. Hinzu kommt dafür die bereits oben erwähnte Irina (Saoirse Ronan). Die Charakterdarstellungen orientieren sich größtenteils an den Klischees des Genres, Ausnahmen stellen Janusz und die Polin Irena dar, die allerdings durch ihre Unglaubwürdigkeit keine Sympathiepunkte beim Publikum gewinnen kann. Genauso verläuft es mit beinahe allen anderen Charakteren. Nur die Figuren Janusz, Khabarov und Mr. Smith erhalten eine befriedigende Charaktertiefe, sodass deren Beziehung im Mittelpunkt der Handlung steht. Schauspielerisch stechen Farrell, Sturgess und Harris hervor, der Rest gerät mit dem Erscheinen des Abspanns in Vergessenheit. Mit dem Abspann wird man als Zuschauer auch in die Freiheit erlöst. Ein Film der zu Beginn durch seine ergreifende Atmosphäre überzeugte mündet schließlich in eine monotone Bilderschau mit zahlreichen Charakterleichen.

Im Vergleich dazu möchte ich Danny Boyles 127 Hours (2010) anführen. Die Inszenierung des Regisseurs Boyle brachte den Zuseher mitten in das Geschehen, indem die Kamera stets am Hauptcharakter klebte. Da Peter Weir zu oft von den Darstellern und deren Figuren mithilfe der Landschaftsbilder ablenkt, kann er die zu Beginn packende Atmosphäre nicht durchgängig halten. Diese Stimmung wird irgendwo in der Mitte des Dramas genauso wie die Charaktere von der Natur ausgelöscht. Zudem geht keine schauspielerische Leistung unter die Haut, sowie es in 127 Hours James Franco schaffte und dafür sogar mit einer Oscar-Nominierung geehrt wurde.    

Fazit:
The Way Back – Der lange Weg bleibt schließlich ein durchschnittlicher und bildgewaltiger Survivalfilm, der das Interesse des Zuschauers irgendwo in der wunderschönen Wüste verliert. Die realitätsnahe Atmosphäre, die man in der ersten Hälfte zu Gesicht bekommt, mündet in einem monotonen Kampf mit dramaturgischen Mängeln. Der Trostpreis für die langatmige zweite Filmhälfte sind die beeindruckenden Landschaftsbilder.

Wertung:
5/10 Punkte
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013