Miami Vice

OT: -  132 Minuten -  Cop / Thriller
Miami Vice
Kinostart: 24.08.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
121
Bewerten:

Filmkritik zu Miami Vice

Von am

 

 

Detective James 'Sonny' Crockett und Detective Ricardo Tubbs gespielt von Don Johnson und Philip Michael Thomas stiegen durch die Fernsehserie Miami Vice zu Ikonen der 80ern empor und das Setting der Serie revolutionierte die Ansprüche für Fernsehserien und war maßgebend an der Entwicklung der Fernsehwelt beteiligt. Nun im Jahre 2006 liefert der damalige Executive Producer der Serie Michael Mann, der mittlerweile zum Gefragten Spitzenregisseur geworden ist, die Leinwandumsetzung dieses Stoffs, der mit der ursprünglichen Fernsehfassung bis auf die Charaktere nichts mehr gemeinsam hat.

 

Sonny Crockett (Collin Farell) und Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) müssen Undercover gegen einen Drogenring ermitteln. Doch schon bald stellt sich heraus dass die Person gegen die ermittelt wird nur ein kleiner Fisch ist und der wahre Boss dieser weltweit operierenden Bande das wahre Ziel der Nachforschungen werden sollte. Crockett und Tubbs erledigen einige Lieferungen für den Drogenboss und erlangen langsam sein Vertrauen. Doch Crockett verliert das Ziel der Ermittlung immer mehr aus den Augen und verliebt sich in Isabella (Gong Li), die Frau des Drogenbarons Jesús Montoya (Luis Tosar)...

 

Michael Mann hat es erneut geschafft: Der Erwartungsdruck auf ihn war riesig nachdem jeder seiner Filme eine stilistische Revolution mit sich brachte. Mann schafft es seinen Stil zwar treu zu bleiben, aber andererseits auch in jedem seiner Filme einen optischen Höhepunkt und etwas neues einzubauen. Sei es der brillante Storyaufbau von Heat, das makellose Schauspiel in The Insider oder die unglaubliche Photographie in Collateral. Michael Mann schafft es Filme zu schaffen die seinen Stil deutlich tragen und sich doch gravierend voneinander unterscheiden.

 

Auch in Miami Vice schafft es Michael Mann wieder dem Zuseher eine optische Revolution zu präsentieren. Neben normalen Aufnahmen baut Mann geschickt Bilder im Videolook ein. Mit dieser Technik erreicht er auf der einen Seite einen Filmlook der sich wohltuend von der Masse der Kinoproduktionen abhebt und andererseits erreicht diese Optik dass man als Zuseher viel näher ans Geschehen gebracht wird. Der Videolook erinnert sehr an Dokumentarische Aufnahnamen und saugt den Zuseher quasi in die Welt des Verbrechens. Dann hebt Mann den Zuseher wieder heraus aus dieser Welt um die privaten Aufnahmen der Akteure im Kinolook zu präsentieren und die emotionale Bindung zu verstärken. Dieser Stil ist nicht nur interessant zum Ansehen, sondern ist auch aus dramaturgischer Sicht sinnvoll.

 

Ein anderer Punkt den dieser Stil bewirkt ist dass die drastischen Gewaltszenen die Mann in den Film einbaut durch diesen Look noch verstärkt werden, da sie viel realistischer wirken. Michael Mann entfernt sich bewusst von den knalligen, bunten Style den Miami ansonsten versprüht, sondern setzt bewusst auf das was er am besten kann: Auf düstere und raue Nachtaufnahmen der Großstadt.

 

Um es kurz zu sagen: Miami Vice ist ein beinahe perfekter Film. Dies liegt vor allem an der bombastischen Inszenierung und der revolutionären Photographie des Films. Mann schafft es sehr viel Spannung mit vielen ruhigen Szenen zu vermischen und erreicht damit vor allem eines: Einen wahnsinnig coolen Film. Eben einen echten Michael Mann. Unterstützt wird das ganze Setting noch durch das Spiel der Hauptdarsteller die sich bewusst wortkarg verhalten und einfach ihren Stil wahren.

 

Die Charaktere des Films sind hochinteressant. Die beiden Ermittler fühlen sich in der Welt des Verbrechens sichtlich wohl und man merkt ihnen deutlich an dass sie keine strahlenden Ritter des Lichts sind. Das Böse wird durch ebenso düstere Polizisten zum Fall gebracht. Vor allem Crockett scheint sich mehr und mehr zur Welt des Verbrechens hingezogen zu fühlen. Im besonderen da er sich in die Frau des Drogenbarons verliebt und ein Verhältnis mit ihr eingeht.

 

Miami Vice ist ein echter abseits Sommerhit, der zwar der wahrscheinlich beste Copthriller der letzten Jahre ist, aber den wohl viele Zuseher meiden werden. Dies liegt vor allem am ungewöhnlichen Aussehen des Films und der drastischen Gewaltszenen. Aber Michael Mann schafft es die Atmosphäre des Drogengroßhandels so realistisch und gut wie noch nie einzufangen.

 

Fazit:

Düster, realistisch und vor allem stylisch. Michael Mann beweist aufs neue dass er sich zu den besten Regisseuren dieser Welt zählen darf.

 

Wertung:

9,0/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 5.9/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 34
10 /10
3%
9 /10
6%
8 /10
15%
7 /10
21%
6 /10
9%
5 /10
21%
4 /10
18%
3 /10
6%
2 /10
3%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Infernal Affairs
Zodiac - Die Spur des Killers (2007)
French Connection 2
Die Bourne Identität
Die unheimliche Macht
Mission: Impossible (1996)
Blutmond (Manhunter)
James Bond 007 - Goldfinger (1964)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!