Vergiss mein nicht (2004)

OT: Eternal Sunshine of the Spotless Mind - 108 Minuten - Drama / Romanze / SciFi
Vergiss mein nicht (2004)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Vergiss mein nicht

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Nach zwei erfolglosen Nominierungen brachte „Vergiss mein nicht“ Charlie Kaufman den wohlverdienten ersten Oscar für das beste Originaldrehbuch ein. Die etwas surreal anmutende Geschichte des Films, wobei es sich um die zweite Zusammenarbeit (nach „Human Nature“) mit dem Regisseur Michel Gondry handelt, spielt sich überwiegend im Gedächtnis des, von Jim Carey herausragend gemimten, Hauptprotagonisten ab und beschäftigt sich mit der Möglichkeit Erinnerungen aus selbigem zu löschen.

Nach einem heftigen Streit trennen sich die Wege von Joel (Jim Carey) und Clementine (Kate Winslet). Da Joel nicht gut mit dieser Trennung zurechtkommt, beschließt er kurzerhand sie in der Arbeit zu besuchen. Doch sie behandelt ihn wie jeden anderen Kunden der Buchhandlung und noch bevor er sich noch weiter mit ihr unterhalten kann, sieht er sie mit ihrem neuen Liebhaber Patrick (Elijah Wood). Daraufhin wendet er sich verständnislos an seine Freunde Rob (David Cross) und Carrie (Jane Adams), wo er in Erfahrung bringt, dass Clementine ihn aus ihrem Gedächtnis löschen hat lassen. Nach dieser Erkenntnis fasst er den Entschluss dasselbe Verfahren auch bei sich selbst anzuwenden.

Erst hier kommt ein wenig Licht in die Sache und die „Löschung“ stellt den eigentlichen Beginn des Films dar, bei dem wir uns nun rückwärts, von der letzten zur ersten Erinnerung, fortbewegen. Zuerst folgen die Erinnerungen an die Gründe der Trennung, über die er noch froh ist sie los zu werden. Mit der Zeit folgt aber die Einsicht, dass er einige seiner Erinnerungen doch behalten möchte und er versucht aus dem Lösch-Programm auszubrechen.

Wenn man den Stil von Charlie Kaufman mag, wird man auch diesen Film mögen, in welchem er den Zuschauer über Liebe, Trennungen, zweite Chancen und das Schicksal sinnieren lässt. Abgesehen von dem genialen Drehbuch von Charlie Kaufman lässt auch die Inszenierung von Michel Gondry nichts zu wünschen übrig. Dazu kommt noch ein groß aufspielender Jim Carey, der sonst eher für sein komödiantisches Talent bekannt ist und wieder einmal zeigt, dass er auch in ernsteren Rollen brillieren kann. Eine weitere schauspielerische Glanzleistung liefert Kate Winslet, die ihr Können aufblitzen lässt und sich den Weg als erfolgreiche Charakterdarstellerin ebnet. Diese beiden Leistungen stellen das restliche Ensemble (Elijah Wood, Kirsten Dunst, Mark Ruffalo, Tom Wilkinson) fast ein wenig in den Schatten, jedoch ohne deren Wirken zu sehr zu schmälern.

Es ist wunderbar anzusehen wie sich Joel und Clementine von einer Erinnerung in die nächste flüchten und sich die Szenerie ganz gemächlich schrittweise verändert. Dabei merkt man besonders die liebevolle Detailarbeit von Michel Gondry, die man auch in seinen nachfolgenden Werken („Science of Sleep“, „Abgedreht“) immer wieder bewundern kann. Die Unterhaltungen zwischen den beiden Hauptprotagonisten reichen von wütenden Streitgesprächen bis hin zu bittersüßen Liebesbeweisen, deren Botschaften nicht in bekannter Hollywoodmanier präsentiert werden, sondern durch das „kaufmansche“ Drehbuch zunehmend an Bedeutung gewinnen und sich somit deutlich von so mancher Hollywood-Stangenware abheben.

Fazit:
„Vergiss mein nicht“ ist ein Film der es schafft, leichtfüßig Genregrenzen zu überwinden und eine herzerwärmende Geschichte, garniert mit vielen kleinen wunderbaren Momenten, abseits des Mainstreams zu erzählen. Hier passt einfach alles zusammen: Ein grandioses Drehbuch, eine liebevolle Inszenierung und großartige Darsteller.

Wertung:
10/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 8.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 53
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