Sterben für Anfänger

OT: -  90 Minuten -  Komödie
Sterben für Anfänger
Kinostart: 10.08.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Sterben für Anfänger

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Frank Oz braucht nun dringend einen Hit, da er mit seinem letzten Werk, dem Remake von Die Frauen von Stepford, doch etwas daneben geschlagen hat. Sterben für Anfänger könnte dieser ersehnte Kassenerfolg werden, denn zumindest an der Qualität dieser sehr britischen, schwarzen Komödie gibt es nicht viel zu bemängeln. Zwar erhebt sich das Niveau niemals auf eine gehobene Ebene, und auch einige der Gags sind keine völlige Neuerfindung, aber die Umsetzung des Ganzen erweist sich als so stimmig, dass man all diese Kritikpunkte vergisst.

Daniels (Matthew MacFayden) Vater ist gestorben und nun muss eine Beerdigung organisiert werden. Doch noch bevor die Trauerfeier beginnt, leistet sich der Leichenbestatter den ersten Fauxpas: Man irrt sich beim Sarg und so wird Daniel ein völlig Fremder vorgezeigt. Ist das etwas ein schlechtes Omen für die kommende Beerdigung? Doch dann kommen die ersten Gäste und die Fehler von vorher sind vergessen. Selbst Daniels Bruder Robert (Rupert Graves), ein berühmter Schriftsteller, der in New York ein Luxusleben führt ist gekommen. Doch obwohl er erste Klasse hergeflogen ist, hat er nicht das Geld um die Hälfte der Beedrdigung zu zahlen.

Und so geht es turbulent weiter bei der Ankunft der ersten Gäste. Cousine Martha (Daisy Donovan) kommt gemeinsam mit ihrem Verlobten Simon (Alan Tudyk) an, der jedoch ein kleines Problem hat. Zuvor haben sie noch Marthas Bruder Troy (Kris Marshall), einen Chemiestudenten, der sich nebenbei Drogen bastelt, abgeholt. Dort wollte Martha dem nervösen Simon etwas Valium geben, hat aber genau in die Dose mit Troys halluzinogenen Drogen gegriffen. So kommt es während der Beerddigung immer mehr zu kleineren und größeren Zwischenfällen. Doch gerade als man denkt es kann nicht mehr schlimmer kommen versucht ein mysteriöser Liliputaner etwas Profit aus der Angelegenheit zu schlagen...

Frank Oz hat mit Sterben für Anfänger wirklich sehr tief in seine Trickkiste gegriffen. Denn obwohl der Film zu Beginn einige Längen hat, und es etwas dauert bis er in Schwung kommt, steigert sich das Tempo dafür danach umso schneller und Sterben für Anfänger wird zu einem wahren Dauerangriff auf die Lachmuskeln. Zunächst scheint es für den Zuseher noch so, als wäre die Beerdigung von Daniels Vater nur der Einstieg in den Film, denn schon sehr früh beginnt Daniel mit der Trauerrede. Doch dann stellt sich heraus dass sich die Ereignisse so verwinden und die Beerdigung der einzige Schauplatz des Films bleibt.

Das Ganze beginnt mit der angesprochenen Trauerrede. Doch als Daniel beginnt über seinen Vater zu sprechen sieht der unter Drogen stehende Simon plötzlich dass der Sarg sich bewegt. Völlig aufgelöst schmeisst er ihn um und der Tote rollt genau vor die Füße seiner Witwe. Ab diesem Augenblick zieht das Tempo des Films deutlich an und es werden einige verschiedene Handlungsstränge ausgelegt, die sich am Ende wundervoll zusammenfinden. An Skurrilitäten hat Frank Oz hier wirklich nicht gespart und es wird sich jeder denken können, dass diese Handlungsstränge nicht gerade konventionelle Ereignisse beinhalten.

Besonders witzig ist die Geschichte rund um Simon geworden. Zunächst beginnt es schon humorvoll mit seinem zufälligen Drogenkonsum, doch die Ereignisse um ihn spitzen sich immer mehr zu. Eigentlich hätter er schon genügend mit sich selbst zu kämpfen, doch diesen Augenblick der Schwäche nützt Justin (Ewen Bremner) aus und versucht Martha, mit der er einmal einen One-Night-Stand hatte, wieder zurück zu gewinnen. Nebenbei muss Simon auch noch versuchen Marthas skeptischen Vater Viktor (Peter Egan) zu beeindrucken und das Ganze schaukelt sich soweit hoch bis Simon schließlich splitternackt am Dach des Hauses steht und droht herunter zu springen.

Auch genial die Geschichte rund um den Liliputaner der die Familie erpressen möchte. Er war ein Geliebter des Verstorbenen und droht nun damit peinliche Fotos unter den Trauergästen herumzureichen wenn man ihm nicht 15 000 Pfund bezahlt. Auch dieser Abschnitt wird durch eine Vielzahl kleinerer Gags vorangetrieben, bis schließlich der Liliputaner gefesselt und geknebebelt am Boden liegt, während der mürrische und querschnittsgelähmte Onkel der Familie auf der Toilette sitzt. Danach versucht man ihn mit Valium zu beruhigen, doch wieder nimmt man Tabletten aus Troys persönlichem Arsenal, die bereits Simon ausser Gefecht gesetzt haben.

Mehr soll hier nicht verraten werden, da Sterben für Anfänger gerade von seinen Überraschungen und seinen gelungenen Ideen lebt, auf die der Zuseher wohl nicht gekommen wäre. Frank Oz setzt dabei voll und ganz auf die Macht der Skurrilität um den Zuseher durch ungewöhnliche Situationen zum Lachen zu bringen. Der Humor ist dabei very british und sehr schwarz. Tabuthema scheint man hier keines zu kennen und lästert munter drauf los. Selbst Behinderte, Schwule oder Liliputaner werden von der Spaßmaschinerie nicht ausgeschlossen und gerade, dass der Film alles und jeden mit in sein Spaßfeuerwerk einbezieht macht ihn so charmant.

Natürlich muss man zugeben, dass die hier verwendeten Witze und Ideen nicht unbedingt durchgehend Neuerfindungen sind und es muss auch gesagt werden, dass der Humor nicht als niveauvoll bezeichnet werden kann. Dennoch sorgt die zwar simple, aber gewitzte Figurenzeichnung und die gekonnte Verbindung der einzelnen Elemente dafür, dass Sterben für Anfänger gelingt. Der Film ist dabei sehr kurzweilig und skurril, aber jeder der mit britischem Humor etwas anfangen kann, sollte sich diesen Kinotermin nicht entgehen lassen.

Fazit:
Sterben für Anfänger ist eine ausgesprochen kurzweilige, britsche Komödie mit viel schwarzem Humor. Die einzelnen Elemente des Films ergeben ein stimmiges Ganzes und das, nach dem etwas gebremsten ersten Drittel, unglaublich hohe Tempo sorgt für sehr hohen Unterhaltungswert und Kurzweilgkeit. Die gut aufgelegten Darsteller und der Charme des Films lassen über kleinere Schwächen hinweg sehen und so ist Sterben für Anfänger ein Film, den sich Freunde des schwarzen Humors nicht entgehen lassen sollten.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 14
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Liste von LoreCornucopia
Erstellt: 03.09.2014