Auf brennender Erde (2008)

OT: The Burning Plain - 107 Minuten - Krimi / Drama / Romanze
Auf brennender Erde (2008)
Kinostart: 19.08.2011
DVD-Start: 28.10.2011 - Blu-ray-Start: 28.10.2011
Will ich sehen
Liste
11780
Bewerten:

Filmkritik zu Auf brennender Erde

Von am
Auf brennender Erde ist das Regiedebüt von Guillermo Arriaga, der vorwiegend für seine Zusammenarbeit mit dem mittlerweile weltberühmten mexikanischen Regisseur Alejandro González Iñárritu bekannt ist. Arriaga schrieb die Bücher für Iñárritu’s Filme Amores Perros, 21 Gramm und Babel, außerdem zeigt er sich auch für das großartige Skript zu Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada verantwortlich. Er hat somit mehr als deutlich bewiesen, dass er zumindest als Autor sehr viel Talent hat. Warum sein Regiedebüt Auf brennender Erde also ein solch halbgares Werk geworden ist, verwundert doch etwas.

Sylvia (Charlize Theron) arbeitet in einem feinen Restaurant und wirkt nach Außen hin gefasst und solide - im Inneren ist sie jedoch ein Wrack. Ihr Leben ist gekennzeichnet von zahlreichen sexuellen Eskapaden und einer Tendenz zur Selbstzerstörung. Gina (Kim Basinger) hingegen hätte eigentlich eine glückliche Familie zuhause, doch sie beginnt eine Affäre mit Nick (Joaquim de Almeida). Weil sie ihre Familie immer häufiger versetzt wird ihre Tochter Mariana (Jennifer Lawrence) misstrauisch. Als sie die Affäre aufdeckt fasst sie einen folgenschweren Entschluss...

Man erkennt den Stil sofort: Der episodenhafte Aufbau, das sanfte inneinanderweben von Handlungssträgen, die sich zunächst getrennt voneinander entwickeln und das Spiel mit den Zeitebenen. Ja, Guillermo Arriaga greift bei seinem Regiedebüt auf genau jene Mechanismen zurück, die auch seine gemeinsame Arbeit mit Alejandro González Iñárritu gekennzeichnet haben. Das Problem ist nur folgendes: Nicht nur, dass Arriaga als Regisseur die Dynamik und Kreativität eines Iñárritu zu fehlen scheint, selbst der Geschichte fehlt es an den notwendigen Höhen, sodass Auf brennender Erde insgesamt ein sehr mittelmäßiger Film geworden ist.

Das Hauptproblem in der Inszenierung ist schlicht, dass sich Arriaga völlig zurücknimmt. Er prakiziert eine Art Anti-Regie und lässt alle Beteiligten einfach machen. Die Schauspieler dürfen sich von ihrer besten Seite zeigen, die Bilder des Films sind sehr stimmung und auch ansonsten machen alle Unterabteilungen ihre Arbeit wirklich gut - nur Regisseur Arriaga schafft es nicht diese Einzelaspekte zu bündeln und dem Film an der richtigen Stelle Impulse zu verpassen. Deshalb plätschert auch alles bloß vor sich her und wirkt irgendwie recht beliebig zusammengestückelt.

So wirkt auch das übliche Spiel mit den Zeitebenen eher wie ein netter Taschenspielertrick. Es ist zwar durchaus “nett” wie der Film aufgebaut ist, aber leider schafft es Arriaga nie seine Entscheidungen auf künstlerischer Ebene wirklich zu rechtfertigen. Deswegen hat man stellenweise das Gefühl, dass Auf brennender Erde so gemacht wurde, weil Arriaga eben immer Filme so gemacht hat - und nicht weil es für die Story notwendig oder gar sinnvoll wäre. Auch fehlt es an großen Momenten, schlicht an jenen Szenen die wirklich hängen bleiben - Auf brennender Erde hat mein leider viel zu schnell wieder vergessen.

Das mag auch daran liegen, dass der Film auf emotionaler Ebene nicht gerade eindrucksvoll ist. Er nimmt stets eine gewisse Distanz zu den Figuren ein, sodass wir sie zwar genau beobachten können - aber verstehen, sie kennenlernen oder gar mit ihnen mitfühlen dürfen wir scheinbar nie. Das ist schade, da sich die Darsteller wirklich Mühe geben. Besonders Charlize Theron und Jennifer Lawrence spielen wirklich eindruckvoll, aber ihr Schauspiel verpufft leider an der fehlenden Empathie der Inszenierung. Somit ist Auf brennender Erde zwar ein solider, mittelmäßiger Film, aber aufgrund der vielen Probleme in der Inszenierung und im Aufbau der Geschichte und der daraus resultierenden Langatmigkeit kann man ihn nur an treue Fans des Genres empfehlen.

Fazit:
Mit Auf brennender Erde führt Guillermo Arriaga jenen Weg fort, den er mit seinen Drehbüchern zu Alejandro González Iñárritus’s Filmen Amores Perros, 21 Gramm und Babel begonnen hat. Doch es fehlt dem Film leider an der inszenatorischen Dynamik und Finesse, welche die obrigen Werke so auszeichnete. Zwar sind die Einzelaspekte, wie z.B. die Darsteller und die Kamera wirklich beachtlich, aber all diese Stücke fügen sich nie zu einem großen Ganzen zusammen. Auf brennender Erde ist somit ein recht langatmig und teilnahmslos geschildertes Drama, das auf emotionaler Ebene wenig überzeugt. Außerdem hat man leider das Gefühl, dass sich das typische Spiel mit den Zeitebenen innerhalb einer Episodenstruktur hier nur vorfindet, weil es Arriaga immer so gemacht hat. Schade, Potential ist genug vorhanden, aber insgesamt betrachtet ist Auf brennender Erde leider nur ein mittelmäßiger Film.

Wertung:
5/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 5.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
50%
5 /10
50%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Natural Born Killers (1994)
Loft - Tödliche Affären (2008)
American Hustle (2013)
Cold Weather (2010)
Blue Valentine (2010)
Der freie Wille (2006)
Knallhart (2006)
360 (2011)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Hriss Zagoudis
Erstellt: 06.09.2012