Schnitzelparadies

OT: -  82 Minuten -  Komödie
Schnitzelparadies
Kinostart: 03.08.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Schnitzelparadies

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Holland ist sicher nicht als das Filmland Europas bekannt. Dafür haben die Flachländer ein ganz anderes Konsumgut zu bieten, welches in den anderen Ländern der Umgebung strikt verboten ist und so die Interessenten in Massen über die Grenze lockt um zum legalen Marihuanakonsum einzuladen. Eben von diesem Grünzeug scheinen die Macher von Schnitzelparadies etwas zu viel erwischt zu haben. Denn dies ist einer der skurrilisten und durchgeknalltesten Komödien die mir in letzter Zeit untergekommen ist. In der Heimat hat es geklappt und Schnitzelparadies wurde zum Kassenschlager. Bei uns wage ich ein ähnliches Ergebnis zu bezeifeln, denn der Film nervt den Zuseher mit seinem Gossenhumor und seiner klischeeüberladenen Figurenzeichnung.

Nordip (Mounir Valentyn) hat es geschafft und auf ihn wartet eine rosige Zukunft. Sein Vater will unbedingt, dass der Stammhalter des Hauses Arzt wird und deshalb drängt er ihn immer mehr in Richtung Medizinstudium. Nordip selbst ist sich um seine Zukunft allerdings gar nicht sicher. Seinem Vater erzählt er, er wird bis zum Studiumsbeginn in einer Bibliothek arbeiten, in Wirklichkeit hat er sich jedoch für einen anderen Weg entschieden: Nordip wird im Hotel "Zum Blauen Geier" arbeiten. Dies ist eigentlich der letzte Weg den jemand im Ort beschreiten möchte.

Dort ist die Ansammlung der Looser, die es zu nichts besseres gebracht haben. Mittendrin der Neueinsteiger Nordip, der speziell zu Beginn ein hartes Leben hat. Er beginnt als Tellerwäscher und muss sich von unten nach oben arbeiten. Dabei wird er von allen terrorisiert. Für ihn gibt es nur einen Lichtblick: Die wunderschöne Kellnerin Agnes (Bracha van Doesburgh), die gleichzeitig die Erbin des Hotels ist. Deshalb schlägt er sich über die Runden und kann auch langsam die ersten Freundschaften aufbauen. Und auch Agnes scheint er immer näher zu kommen...

Schnitzelparadies beginnt, um es kurz und knapp auszudrücken, katastrophal. Zuerst wird man als Zuseher in eine arabische Familie geworfen wie sie klischeehafter nicht sein könnte. Da ist der erzkonservative Vater, der seinen Sohn für seine Zwecke benutzen will, der rüpelhafte Gangsterbruder und natürlich die stillschweigende Mutter. Dann geht es weiter und man wird ohne große Bindung zum Hauptcharakter Nordip in das Geschehen in der Küche geworfen. Dort regiert das Chaos rund um den Zuseher und man muss gleich sehen wie ins Essen gespuckt wird und der Neue gehänselt wird.

Das Ganze bewegt sich allerdings auf so unterirdischem Niveau, dass man sich als Zuseher fast schon misshandelt fühlt. Hier hat man noch das Gefühl man würde den Film unmöglich bis zum Ende aushalten. Nach 15 Minuten hat man sich dann mit dem Szenario abgefunden. Es ist mir jetzt unmöglich zu sagen ob der Film besser geworden ist, oder ob man nur sein persönliches Niveau dem Film angleicht. Ab diesem Zeitpunkt ist Schnitzelparadies noch immer ziemlich schwach, aber nicht mehr so, dass man es nicht aushalten würde.

Der Film hat dann im Laufe der Zeit sogar ein paar gelungene Witze, aber dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Schnitzelparadies ein ziemlicher Reinfall geworden ist. Zwar kann man ihm an mancher Stelle einen gewissen rustikalen Unterhaltungswert nicht absprechen, aber im Großen und Ganzen war das nichts. Man bietet hier eindeutig zuviel, zu skurrile Figuren, mit denen sich der Zuseher nicht identifizieren kann. Hinzu kommen auch noch einige ekelhafte Passagen die einem auch noch das Essen verderben.

Von den Schauspielern wird ebenso nicht besonders viel verlangt. Sie alle müssen laut Drehbuch einen Stereotyp verkörpert und tun dies auch nach Vorlage. Dabei kann man nicht den Schauspielern die Schuld für das Debakel geben, da sie sich scheinbar gegen die Dominanz des schon fast grenzdebilen Drehbuchs nicht wehren konnten. Einen kann ich allerdings mit gutem Gewissen kritisieren: Hauptdarsteller Mounir Valentyn wäre nicht einmal in Stande eine drittklassige Seifenoper zu tragen und in einem Kinofilm hat er schon gar nichts verloren. Das einzige was er auf die Reihe bringt sind zwei Gesichtszüge: Ein dummes Lächeln, und die Vorbereitung für eben dieses. So nicht!

Fazit:
Schnitzelparadies ist einer der Filme die man mit gutem Gewissen als Reinfall bezeichnen kann. Die Witze sind wirklich auf unterirdisch schlechtem Niveau und auch die Figurenzeichnung orientiert sich nur an allseits bekannten Stereotypen und so ist es lediglich ein an manchen Stellen aufkeimender rustikaler Charme der den Film ein bischen rettet. Dennoch gibt es alleine momentan im Kino unzählige Filme die man sich eher ansehen sollte bevor man sich diesen hier antut.

Wertung:
3/10 Punkte

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