Evan Allmächtig

OT: -  95 Minuten -  Komödie
Evan Allmächtig
Kinostart: 10.08.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Evan Allmächtig

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Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich nicht einer derjenigen bin, die sofort jedes aufkeimende Sequel in Grund und Boden stampfen und die Überreste verfluchen. Ich sehe das Ganze etwas gelassener, immerhin gibt es genug Fortsetzungen, die mir sehr viel Spaß bereitet haben. Aber wenn dann selbst zu relativ belanglosen Komödien wie Bruce Allmächtig ein Nachfolger rausgeworfen wird, dann gerate ich doch ins Grübeln, warum denn so etwas sein muss. Ok, blöde Frage. Ein Blick auf das Einspielergebnis des Vorgängers, welches sich immerhin auf 485 Millionen Dollar einpendelte, gibt Aufschluß.

Es war das Jahr der Sequels. Im Jahr 2007 kamen Rocky 6, Fluch der Karibik 3, Spider-Man 3, Shrek 3, Stirb Langsam 4 und Ocean´s Thirteen in unsere Kinos, und dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem Fortsetzungsprogramm der Studios. Vielleicht lag es daran, dass sich die amerikanischen Kritiker den bis dato schwächsten Film des Sequelprogramms herausnahmen und ordentlich auf ihm herumtrampelten. Evan Allmächtig hatte es wahrlich nicht leicht in seiner Heimat und musste sich einiges gefallen lassen. Von meiner Seite aus wirkt es so, als hätten sich die Kritiker da in etwas hineingesteigert. Durch die erschreckenden Pressestimmen ging ich sehr skeptisch in den Film und wurde dann sogar angenehm überrascht. Natürlich ist Evan Allmächtig weit davon weg ein guter Film zu sein, aber so ganz der peinliche Fehlschlag ist es auch nicht geworden.


Evan Baxter (Steve Carell) hat es geschafft und wurde zum Kongressabgeordneten gewählt. Gemeinsam mit seiner Frau Joan (Lauren Graham) und seinen drei Kindern zieht er in eine bessere Gegend und will ein dazu passendes besseres Leben starten. Sein Vorgesetzter, der Kongressabgeordnete Long (John Goodman) hält viel von ihm und gibt ihm bereits wichtige Angelegenheiten zur Bearbeitung. Doch es kommt alles anders: Gott (Morgan Freeman) möchte dass Evan eine Arche für ihn baut um ganz im Stile von Noah ein Paar von jeder Tiergattung von einer Flut zu retten. Zwar weigert sich Evan zunächst, aber Gott hat so seine Möglichkeiten zu bekommen was er will...


Wie gesagt kann ich die unzähligen niederschmetternden Kritiken hier in dieser Form nicht bestätigen. Ich bin ein großer Bewunderer von Steve Carell und er ist es auch, der den Film über weite Strecken vollkommen alleine trägt und dafür sorgt dass er zumindest kurzweilig bleibt. Doch obwohl ich hier keinen lupenreinen Verriss liefern kann, muss ich doch sagen dass Evan Allmächtig ein unwitziger Film ist, der leider viel zu viele Fehler macht und es so doch verständlich macht, dass die Amerikaner ihn so verrissen haben. Die mit einem Budget von 175 Millionen Dollar teuerste Komödie aller Zeiten ist also weit davon entfernt die beste zu sein.


Zwar ist es speziell gegen Ende verständlich warum der Film so teuer war, aber dennoch wirken die CGI Szenen an vielen Stellen doch billig. Speziell wenn das Auge zuvor mit Filmen wie Spider-Man 3 oder Transformers verwöhnt wurde. Die im Computer erschaffenen Tiere sind zwar relative putzig und süß geworden, jedoch können sie ihre Herkuft auch nicht verbergen. Auch beim Finale, als die Flut schließlich über uns bricht, wird es für jeden klar zu sehen sein, was digital erschaffen wurde. Besonders beeindruckend ist es allerdings, dass man trotz des gigantischen Budgets es nicht fertiggebracht hat einen handwerklich saubern Film zu servieren. Anschlußfehler haben in so einer Produktion eigentlich nichts verloren.


Wenn aber die anderen Faktoren gepasst hätten, dann wären diese Effektpatzer durchaus verschmerzlich gewesen, aber das an einigen Stellen ziemlich verkorkste Drehbuch ist wirklich schlimm. Logiklöcher sind leider keine Seltenheit in Evan Allmächtig. So stellt sich nach dem finalen Plottwist die Frage warum man überhaupt die Tiere auf die Arche hat bringen müssen. Weiters glaubt logischerweise niemand Evan dass Gott ihm befohlen hat die Arche zu bauen, aber dass keinem einzigen die Idee kommt seine Meinung zu ändern als plötzlich unzählige Tiere neben Evan herlaufen ist schon beeindruckend.


Doch auch diese Logiklöcher wären verschmerzlich gewesen, doch Evan Allmächtig hat das gigantische Problem schlicht nicht witzig zu sein. Steve Carell hat wirklich herausragende komödiantische Fähigkeiten, doch Evan Allmächtig kann ihm noch nicht einmal sein Grudreportaire abfordern. Stattdessen zwingt das dilletantische Drehbuch ihm abgedroschene und simple Witze auf, über die wohl nur noch sehr unerfahrene Kinogänger lachen können. Alte und abgedroschene Gags werden ausgegraben und noch zusätzlich sehr uninspiriert aufgewärmt.


Es ist schon das erste Mal nicht witzig wenn der neue Hund Evan in seinen Genitalbereich beisst, aber dieser Witz wird im Film mindestens vier mal wiederholt. Ausserdem schlägt sich Evan ein paar mal direkt in Folge mit den Hammer auf diverse Körperteile. Bei solchen Szenen muss man sich schon fast fragen ob es das Ziel war das Publikum zu verarschen. Auch ist es interessant zu sehen wie sich der unsympathische Gegenspieler von Jim Carrey aus Bruce Allmächtig zum sympathischen Familienmenschen gewandelt hat.


Doch wie gesagt fand ich es jetzt nicht ganz so schlimm wie manche Kollegen aus Amerika. Zwar ist Evan Allmächtig weit davon entfernt eine gute Komödie zu sein, aber dennoch ist er zumindest kurzweilig und bietet ein paar, wenn auch wenige, Szenen zum Schmunzeln. Zum Beispiel ist die Bauanleitung "Ark Building for Dummies" recht amüsant und auch ansonsten gibt es ein paar gelungene Szenen. Im Großen und Ganzen muss ich aber zustimmen dass Evan Allmächtig ein ziemlich stupider Film geworden ist, der am Ende noch eine deplatzierte, aber momentan angesagte, Ökobotschaft einbaut. Auch das Klischee rund um das allgegenwärtige Familienglück hätte nicht sein müssen. Naja. Evan Allmächtig ist sicher schwach, aber er ist nicht die Katastrophe als die er oft dargestellt wird.


Fazit:
Ich muss den vernichtenden Kritiken in vielen Punkten recht geben. Evan Allmächtig ist ein unausgegorener, stupider Film geworden, der nicht wirklich witzig ist und dessen generelle Sinnhaftigkeit durchaus in Frage gestellt werden kann. Dennoch kann ich einen vollkommenen Verriss nicht befürworten. Das Charisma von Steve Carell ist trotz misserablen Drehbuch allgegenwärtig und ein paar gute Einfälle sorgen für Kurzweiligkeit. Das ist zumindest mehr, als einige andere Filme zu bieten haben.


Wertung:
4/10 Punkte

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Ø Wertung: 5.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 13
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