Harry Potter und der Orden des Phönix

OT: -  138 Minuten -  Fantasy
Harry Potter und der Orden des Phönix
Kinostart: 12.07.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
1147
Bewerten:

Filmkritik zu Harry Potter und der Orden des Phönix

Von am

10 Jahre ist es nun bereits her, dass die britische Autorin J.K. Rowling mit ihrem ersten Buch Harry Potter und der Stein der Weisen den Grundstein zu einer der beliebtesten und erfolgreichsten Kinderbuchreihen aller Zeiten legte. Im Jahr 2000 verkaufte sie die Filmrechte an AOL Time Warner und mittlerweile kommen wir bereits in den Genuss des bis jetzt fünften Harry Potter Films. Das siebente und finale Buch der Reihe wird ebenfalls in diesem Monat veröffentlicht werden, also ist es keinenfalls eine Übertreibung zu sagen: Der Juli steht ganz im Zeichen des jungen Zauberers und vorraussichtlich wird die gigantische Fangemeinde auch Harry Potter und der Orden des Phönix ein gewaltiges Boxofficeergebnis bescheren.

Der dunkle Lord ist zurückgekehrt. Doch im Ministerium für Zauberei glaubt niemand die Geschichte von Harry Potter (Daniel Radcliffe). Stattdessen muss er sich vor einem Zaubergericht verantworten weil er in der Anwesenheit eines Muggles gezaubert hat. Doch dank der Hilfe von Albus Dumbledore (Michael Gambon) kommt Harry frei. Dies waren jedoch nicht die einzigen Sorgen des jungen Zauberers: Während Lord Voldemort (Ralph Fiennes) eine Armee um sich scharrt, weht in Hogwarts ein frischer Wind: Die vom Ministerium gesandte Dolores Umbridge (Imelda Staunton) ersetzt jeden praktischen Unterricht durch Theorie und so müssen die Schüler ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen um den Kampf gegen Voldemort zu bestehen...

Während der erste und der zweite Teil der Harry Potter Saga noch sehr kindgerecht waren und auch noch etwas simplere Fantasykost darstellten, die dennoch sehr unterhaltsam war, ging man mit dem dritten und vierten Teil einen Schritt in Richtung einer weitaus düsteren Atmosphäre. Am Ende des vierten Teils wurde der dunkle Lord Voldemort wieder zum Leben erweckt und so standen die Vorzeichen recht positiv dass uns erneut ein düsteres und packendes Abenteuer erwartet. Um es kurz zu machen: Der Film ist mit Sicherheit düster, aber leider hat er auch deutliche Schwächen, sodass man sagen muss dass Harry Potter und der Orden des Phönix leider der bis jetzt schwächste der Reihe ist.

Auf Vergleiche mit dem Buch muss ich leider verzichten, da ich noch keinen einzigen Harry Potter Band gelesen habe. Deshalb wird sich diese Kritik auch auf das reine filmische Erlebnis ohne Vergleich mit der Vorlage beschränken. Die bisherigen vier Teile lassen sich in zwei schöne Zweiergruppen teilen: Während die ersten beiden Filme sehr viel Wert auf eine Einführung in die Welt legen und hauptsächlich bunt und fröhlich sind, sind die Teile 3 und 4 um einiges düsterer, aber auch viel besser. Man merkt dass die Figuren erwachsener werden und die Geschichte tut es ihnen gleich.

Harry Potter und der Orden des Phönix muss man stilistisch mit Sicherheit in Richtung der letzten beiden Filme schieben. Von der Qualität her ging es jedoch leider etwas bergab. Das größte Problem ist dass der Film nur so vor sich herplätschert und sehr unmotiviert seine Geschichte herunterspult. Das Gefühl von Größe fehlt beinahe zur Gänze und es fehlt auch das richtige Abenteurfeeling, das in Teil 3 zum Beispiel durch die Zeitreise und in Teil 4 so virtuos durch das Turnier aufgebaut wurde. Hier werden die Figuren nur lieblos durch die Gegend geschoben und an vielen Stellen scheint der Film still zu stehen.

Die Schauspieler wirken manchmal etwas alleine gelassen und vor allem scheint es so als hätte Harry Potter und der Orden des Phönix nicht wirklich viel zu erzählen. Man hat sich hier überhaupt keine Zeit genommen um mögliche Sideplots einzubauen, sondern folgt nur strikt der Hauptgeschichte. Und diese bringt die größere Rahmenhandlung noch nicht einmal wesentlich voran. Zwar bietet der finale Showdown dann noch kurz etwas für das Auge aber leider ist auch dieser zu kurz geworden um den Film noch zu retten. Es scheint einfach so als wüsste man den ganzen Film über nicht auf was man hinaus will. Fast so als würde man nur eine schnelle Brücke zum nächsten Teil schlagen wollen.

Zwar wurden auch wieder neue Figuren eingeführt, doch auch diese können den Film nicht wirklich retten. Lediglich Imelda Stauntons Rolle Dolores Umbridge bleibt in Erinnerung, da sie sicher eine der hassenswertesten Figuren des Potter Universums ist. Dies ist jedoch nicht negativ zu verstehen. Als rundliche Direktorin in Pink, die auf den ersten Blick so freundlich und warm wirkt, aber in Wirklichkeit ein schülerhassendes Monster ist, die auch nicht davor zurückschreckt die Jungspunde zu Foltern, bringt sie eine interessante neue Facette in die Geschichte. Andere neue Figuren wie Luna Lovegood (Evanna Lynch) halten sich eher zurück und dann wäre noch ein etwas überdrehter Auftritt von Helena Bonhem Carter, der auch nicht zu den besten ihrer Karriere gezählte werden kann.

Viele Figuren und Nebensächlichkeiten scheint man jedoch im Laufe des Films aus den Augen zu verlieren und so kommen einige merkwürdige Situationen zu Stande. Natürlich wird jeder Harry Potter Interessierte bereits mitbekommen haben, dass der Zauberlehrling in diesem Teil seinen ersten Kuss bekommt. Doch von einem magischen Moment ist dieser Augenblick leider weit entfernt. So wird Harrys Partnerin Cho Chang (Katie Leung) zuvor nur im Hintergrund gezeigt und in diesem Teil kaum nennenswert eingeführt. Dann kommt schnell der Kuss und dann reden die beiden eigentlich den ganzen Film über kein Wort mehr miteinander. Das kann man doch mit Sicherheit eleganter lösen, oder?

Auch die Schauspieler wirken nicht mehr so sicher geführt wie noch in den Vorgängern. Selbstredend fällt dies bei den Erwachsenen nicht so auf. Denn ein Alan Rickman, Gary Oldman oder eine Imelda Staunton können sich notfalls auch selbst aus der Misserie ziehen. Doch speziell die Jungdarsteller wirken hier etwas blass. Selbst die ansich souveränen Rupert Grint und Emma Watson scheinen sich in ihrer Haut nicht mehr so wohl zu fühlen. Harry Potter Darsteller Daniel Radcliffe war noch nie wirklich mein Fall, aber speziell in diesem Teil zeigt er dass er wohl kein Charakterdarsteller mehr wird. Er tut sich sehr schwer damit die Vorgänge im Inneren seiner Figur glaubhaft rüberzubringen. Für diesen Film ist dies sicher kein Weltuntergang, allerding wird er es wohl schwer haben jemals von der Harry Potter Rolle weg zu kommen.

Vollkommen daneben ist auch Harry Potter und der Orden des Phönix nicht. Dazu ist er doch zu unterhaltsam und an vielen Stellen zu sympathisch. Es wäre gelogen wenn ich sagen würde dass der Film nicht an vielen Stellen Spaß machen würde. Auch die unzähligen Details und die netten kleinen Einfälle die den Zuseher in die Zauberwelt entführen sind noch da. Nur ist der Film in letzter Instanz zu schwach und unausgegoren um zu überzeugen und bleibt als schwächster Teil der Serie bis zu diesem Zeitpunkt in Erinnerung. Man hatte nicht einmal Zeit eines der beliebten Quidditch-Spiele einzubauen. Schade.

Fazit:
Harry Potter und der Orden des Phönix ist bis jetzt der deutlich schwächste Teil der Serie. Die Geschichte weiß nicht wirklich worauf sie hinaus will und so plätschert der Film die ganze Zeit über vor sich her. Besonders schlimm ist dass das Gefühl von Größe fehlt und es im Gegensatz zu den anderen Teilen nicht so wirkt als müsste man ein großes Abenteuer bestehen. Die schulinternen Probleme scheinen viel schlimmer zu sein als der dunkle Lord selbst. Doch so richtig zum Mitfiebern ist das nicht. Wenngleich der Film auch immer noch kurzweilig genug ist um nicht ganz zu enttäuschen.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 16
10 /10
13%
9 /10
0%
8 /10
25%
7 /10
19%
6 /10
31%
5 /10
6%
4 /10
6%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Wächter des Tages
Die Geheimnisse der Spiderwicks
Das Rückgrat des Teufels (The Devil
Wächter der Nacht
Underworld 3: Aufstand der Lykaner
Brücke nach Terabithia
Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002)
Die Legende von Beowulf
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen