Planet der Affen: Prevolution (2011)

OT: Rise of the Planet of the Apes - xx Minuten - Action / Drama / SciFi / Thriller
Planet der Affen: Prevolution (2011)
Kinostart: 11.08.2011
DVD-Start: 09.12.2011 - Blu-ray-Start: 09.12.2011
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Filmkritik zu Planet der Affen: Prevolution

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1968 inszenierte Franklin J. Schaffner den SciFi Klassiker Planet der Affen, mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Der mittlerweile Kult gewordene Film zog vier Sequels nach sich und wurde 2001 von Hollywoods großem Märchenonkel Tim Burton erneut verfilmt. Nun folgt mit Planet der Affen: Prevolution die Vorgeschichte des Zyklus, die zeigen soll welche Situationen zur Ausgangslage der anderen Filme geführt haben. Der von Blockbusterneuling Rupert Wyatt inszenierte Film überzeugt alleine dadurch, dass die Geschichte hier wirklich im Zentrum des Interesses steht und sich die Action nur logisch aus dieser gelungenen Story ergibt. Einige Probleme verhindern jedoch, dass der Film den positiven Eindruck der ersten Hälfte durchhält.

Will Rodman (James Franco) ist ein engagierter Forscher, der nach einem Heilmittel für Alzheimer sucht. Dafür hat er auch ganz persönliche Gründe, denn immerhin leidet sein Vater Charles Rodman (John Lithgow) an der Krankheit. Die neuen Medikamente werden ersteinmal an Versuchstieren getestet: An Schimpansen. Der neueste Versuch von Will scheint in eine sehr gute Richtung zu gehen, aber nach einem folgenschweren Zwischenfall müssen die Schimpansen dieser Versuchsreihe eingeschläfert werden. Übrig bleibt nur ein frisch geborenes Affenbaby, das Will rettet und mit zu sich nach Hause nimmt. Die Medikamente, die Will seiner Mutter gegeben hat scheinen sich auf das Baby übertragen zu haben und so ist “Caesar” mit einer gigantischen Intelligenz gesegnet. Doch das führt im Laufe der Jahre zu Problemen...

Planet der Affen: Prevolution macht eines genau richtig: Wo die meisten Blockbuster scheinbar zunächst von den Effekten ausgehen und anschließend rund um diese irgendeine Story basteln, geht Planet der Affen: Prevolution den genau umgekehrten weg. Im Zentrum stehen stets die Geschichte und die Charaktere. Und dabei handelt es sich nicht um eine Alibi-Fokusverlagerung, sondern die Filmemacher haben tatsächlich viel Herzblut in die Story gesteckt und man glaubt ihnen tatsächlich, dass ihnen dieses Projekt am Herzen gelegen ist - vor allem da zahlreiche Details der Geschichte einfach sehr gut sitzen.

James Franco hat dabei zwar die Rolle des männlichen Hauptdarstellers, aber die wahre Hauptfigur bleibt stets der mittels CGI generierte Affe Caesar. Pate für ihn stand übrigens niemand geringeres als der großartige Motion-Capturing-Performer Andy Serkis, der auch bereits für Gollum in Der Herr der Ringe die Vorlage lieferte. Dank den neuen technischen Möglichkeiten gelingt es ausgezeichnet die Emotionen des Schauspielers Serkis auf die CGI Figur Caesar zu übertragen, was auch dazu führt, dass Caesar nicht nur zum eigentlichen Hauptdarsteller des Films wird, sondern dass man ihn auch als emotionalen Anker der Geschichte akzeptiert.

Besonders gut gelungen ist dabei die erste Hälfte des Films. Die Adoption Caesars durch Will Rodman, die anschließende Annährung und die neue Famieliensituation in der Caeser quasi wie Wills Sohn ist, wird emotional glaubhaft und berührend erzählt. Auch das anschließende Erwachsenwerden von Caesar und die aufkeimenden Probleme, die sich durch seine Persönlichkeit - irgendwo zwischen extremer Intelligenz, Familiennähe und den natürlichen Trieben - ergeben wird ebenfalls sehr stimmig verarbeitet. Planet der Affen: Prevolution überrascht hier insofern, da der Film die neuen technischen Möglichkeiten immer nur im Sinn der Geschichte einsetzt und nie zur bloßen Show.

Sobald es dann aber zum Zwischenfall kommt, der Will und Caesar voneinander trennt, verliert der Film etwas von seiner Stärke. Zwar bleibt Planet der Affen: Prevolution durchgehend kurzweilig und unterhaltsam, allerdings erinnert dieser Teil des Films fast schon zu sehr an diverse Gefängnisfilmklischees, nur dass eben Affen anstatt von Menschen eingeschlossen sind. Zwar gelingt es sehr gut die Gestik, Mimik und generell das Verhalten der Affen abzubilden, aber der Film macht es sich leider in einigen Punkten zu leicht: Das trifft besonders für die sehr einseitig diabolisch skizzierten Tierpfleger (alias Gefängniswärter) zu, die quasi nur dazu da sind um die Affen zu quälen und so die spätere Revolution erst ermöglichen. Besonders Harry Potter Bösewicht Tom Felton ( alias Draco Malfoy) verkörpert leider eine recht einseitig geschilderte Figur.

Aber die menschlichen Darsteller gehören ohnehin nicht gerade zu den offensichtlichsten Stärken des Films. Zwar kann das Duo James Franco/John Lithgow überzeugen, aber alle anderen bleiben leider recht blass und werden von der emotionalen Bandbreite Caesars förmlich an die Wand gespielt. Doch zurück zur Entwicklung der Geschichte: Abgesehen von der eindimensionalen Schilderung gibt es noch ein weiteres Problem. Die Entwicklung Caesars vom liebenswerten Affen mit kleinen Problemen hin zum großen Revolutionsführer wirkt etwas überstürzt - zwar nicht in dem Maße wo man sagen könnte, dass es jede Glaubwürdigkeit verliert, aber es hakt doch ein wenig.

Überhaupt ist das letzte Viertel des Films nicht mehr ganz so gut gelungen. Die beginnende Revolution der Affen ist solide inszeniert und unterhaltsam umgesetzt - aber wo zuvor alles völlig plausibel und emotional stimmig war, häufen sich in dieser Phase des Films die Momente an denen man spürt, dass der Mix nicht mehr ganz so gut gelungen ist. Es läuft einfach nicht mehr so rund und in manchen Augenblicken balanciert der Film haarscharf an der Grenze. Für einige Zuseher wird dies zweifellos zu viel des guten sein und sie werden den Kontakt zur zuvor so liebevoll aufgebauten Geschichte verlieren. Doch man muss trotzdem eines festhalten: Planet der Affen: Prevolution ist ein unterhaltsamer und über weite Strecken gelungener Mainstreamfilm, der die Geschichte ins Zentrum rückt und das Herz am richtigen Fleck hat.

Fazit:
Planet der Affen: Prevolution ist eine positive Überraschung. Das insofern, als dass es sich um einen Blockbuster handelt, bei dem tatsächlich die Geschichte im Zentrum steht und die Effekte und die Action sich logisch aus dieser Geschichte ergeben. Speziell die erste Hälfte ist dabei sehr gut gelungen, aber auch über die restliche Zeit bleibt Planet der Affen: Prevolution kurzweilig und unterhaltsam. Es fällt lediglich auf, dass in der zweiten Hälfte manche Entwicklungen zu schnell gehen, gehetzt wirken und der Film nicht mehr ganz den runden Eindruck wie zu Beginn hinterlässt. Ein gelungener Mainstreamfilm ist es aber dennoch geworden.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 6.4/10 | Kritiken: 4 | Wertungen: 79
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015