![]() ![]() Nader und Simin - Eine Trennung OT: Jodaeiye Nader az Simin Regie: Asghar Farhadi Drehbuch: Asghar Farhadi Darsteller: Peyman Moaadi, Leila Hatami, Sareh Bayat, Shahab Hosseini, Sarina Farhadi, Merila Zare'i, Ali-Asghar Shahbazi, Babak Karimi, Kimia Hosseini, Shirin Yazdanbakhsh Filmstart: 18.11.2011 | Laufzeit: | Drama |
Nader (Peyman Moaadi) und Simin (Leila Hatami) stehen vor den Trümmern ihre Ehe. Simin möchte mit Tochter Termeh (Sarina Farhadi) das Land verlassen, aber Nader will sie nicht begleiten, da er sich um seinen Alzheimerkranken Vater (Ali-Asghar Shahbazi) kümmern will. Sie wollen die Scheidung einreichen und Simin zieht aus. Das stellt Nader vor große logistische Probleme. Er stellt die schwangere Razieh (Sareh Bayat) ein, die sich tagsüber um seinen Vater kümmern soll. Zunächst läuft auch alles gut, doch eines Tages kommt Nader nach Hause und findet seinen Vater alleine und ans Bett gefesselt. Wütend stellt er die später wiederkommende Razieh zur Rede und dabei kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall...
Interessant ist auch, dass der Film scheinbar losgelöst von den Diskussionen um das Regime im Iran zu stehen scheint. Für politische Fragen interessiert man sich erstaunlich wenig, stattdessen blitzen gewisse Hürden immer wieder im Alltag auf - etwa wenn ein Gericht die Scheidung ablehnt, da der angegebene Grund schlicht nicht ausreichend ist. Auf subtile Weise schafft es der Film aber dennoch ein Portrait vom gegenwärtigen Leben im Iran zu zeichnen - sowohl von etwas wohlhabenderen Familien, als auch von ärmeren und es ist hoch interessant sich diesen kulturellen Beobachtungen hinzugeben.
Und diese schafft es durchaus für Spannung zu sorgen. Die beiden Familien geraten immer weiter aneinander und man kann unmöglich vorhersehen wie weit dieser Konflikt gehen wird. Besonders Hodjat (Shahab Hosseini) bringt eine unberechenbare Komponente in die Erzählung, die regelmäßig für Aufregung sorgt. Aber auch die Wendungen, die immer wieder die moralischen Standpunkte des Zusehers ins Wanken bringen sind sehr gut gelungen. Insgesamt gesehen ist Nader und Simin ein beeindruckendes Stück Weltkino, dass sich alle Freunde von subtilem Arthousekino nicht entgehen lassen sollten.
Fazit:
Nader und Simin erzählt eine spannende Geschichte, die den Zuseher vor schwierige moralische Entscheidungen stellt und es auf subtile Weise schafft das moderne Leben im Iran zu schildern. Der Film ist feinfühlig erzählt, ausgezeichnet gespielt und schafft es mit viel Fingerspitzengefühl die verschiedenen Ebenen der Erzählung ineinandergleiten zu lassen und so ein umfassendes Bild von den Figuren und den kulturellen Gegebenheiten zu zeichnen. Nader und Simin ist Weltkino wie es sein sollte und ein absoluter Tipp für alle Cineasten.
Wertung:
8/10 Punkte
07.06.2011 - Nader und Simin - Deutscher Trailer

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