Crazy, Stupid, Love (2011)

OT: Crazy, Stupid, Love - 118 Minuten - Komödie / Drama / Romanze
Crazy, Stupid, Love (2011)
Kinostart: 18.08.2011
DVD-Start: 10.02.2012 - Blu-ray-Start: 10.02.2012
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Filmkritik zu Crazy, Stupid, Love

Von am
John Requa und Glenn Ficarra verstehen es durchaus die konventionellen Muster einer romantischen Komödie zu durchbrechen. Das haben die beiden nicht nur durch ihr Drehbuch zum schrägen Spaß Bad Santa, sondern ganz besonders durch ihr gemeinsames Regiedebüt I Love You Phillip Morris bewiesen - über die Qualität des Films kann man sich dabei zwar durchaus streiten, aber zumindest muss man zugestehen, dass sie es sich getraut haben die verkrusteten Konventionen des Genres weitgehend abzulegen und etwas Neues zu versuchen. Ihr neuester Streich Crazy, Stupid, Love ist zwar eine Spur besser an den Massengeschmack angepasst, aber auch hier spürt man immer wieder den Mut Klischees hinter sich zu lassen.

Wie aus dem Nichts wird die Welt von Cal Weavers (Steve Carell) auf den Kopf gestellt. Denn seine Frau Emily (Julianne Moore) offenbart ihm nicht nur, dass sie sich scheiden lassen möchte, sondern auch, dass sie eine Affäre mit David Lindhagen (Kevin Bacon) hat. Also lässt Cal Emily, sein Haus und die gemeinsamen Kinder Robbie (Jonah Bobo) und Molly (Joey King) hinter sich um noch einmal neu zu starten. Doch er landet nur jede Nacht in der selben Bar wo er über seine Probleme jammert. Das entgeht auch Parade-Aufreisser Jacob (Ryan Gosling) nicht, der beschließt Cal unter seine Fittiche zu nehmen. Von einem neuen Outfit bis über eine kleine Einschulung in die Verhaltensweisen von erfolgreichen Singles setzt Jacob alles daran um Cal zu einen Womanizer zu machen. Dabei will dieser doch eigentlich nur seine Frau zurück und auch für Jacob bahnt sich eine ungewohnt ernsthafte Liaison mit Hannah (Emma Stone) an...

Crazy, Stupid, Love hat eine ganz große Stärke, die den Film von Beginn an auszeichnet: Sein ausgezeichnetes Ensemble. Gut, es ist ja schon fast Usus, dass sich romantische Komödien eine Horde an Stars zukaufen, die dann in Folge weitgehend unterfordert und unmotiviert durch die Szenen spazieren und häufig verschenkt werden. Aber der Unterschied ist folgender: Crazy, Stupid, Love versucht tatsächlich etwas mit seinen Darstellern anzufangen (sieht man einmal von der winzigen Rolle von Kevin Bacon ab) und ihnen schön ausgearbeitete Charaktere zur Verfügung zu stellen aus denen sie auch etwas machen können.

Besonders schön agieren dabei Julianne Moore, Steve Carell und Ryan Gosling. Moore und Carell schaffen es sehr geschickt die Brücke zu schlagen und sowohl für Humor zu sorgen, als auch gleichzeitig die emotionale Integrität der Geschichte zu wahren. Ryan Gosling schließlich überzeugt mit ganz anderen Vorzügen: Der Ausnahmeschauspieler, reduziert hier bewusst seine beeindruckende Palette an darstellerischer Variation und überzeugt als klassischer crowd-pleaser, der es vorzügliczh schafft für eine locke Stimmung und einen hohen Unterhaltungswert zu sorgen.

John Requa und Glenn Ficarra schaffen es dabei durchaus gut zwar auf der einen Seite in den Fußspuren der klassischen romantischen Komödie zu waten, aber andererseits immer wieder überraschende Haken zu schlagen und so nicht nur für wohltuende Abwechslung zu sorgen, sondern auch den Unterhaltungswert konstant recht hoch zu halten. Crazy, Stupid, Love hat eine angenehm hohe Gagdichte, ohne dass der Film sich dabei selbst verraten würde und dem nächsten billigen Gag hinterherjagt. Das komödiantische Potential ergibt sich einfach aus den Figuren und ihren Geschten - und ist alleine deshalb auch immer wieder mit einer Prise Tragik und Emotion gewürzt. Wie es auch sein soll.

Stellenweise macht es sich der Film aber etwas zu einfach - die Probleme, die Auflösung und die Moral der Geschichte, all das ist zu sehr nach Schema F positioniert und wirkt geradezu überkonventionell. Auch schaffen es John Requa und Glenn Ficarra nicht durchgehend den Mix so perfekt ausgewogen und das Tempo so hoch zu halten, wie es ihnen in den besten Momenten des Films gelingt. Wer aber nur auf der Suche nach einem kurzweiligen Unterhaltungsfilm ohne sonderlich viel Tiefgang ist, der bekommt mit Crazy, Stupid, Love einen amüsanten Film mit tollen Darstellern und viel Witz geboten.

Fazit:
Crazy, Stupid, Love ist eine amüsante romantische Komödie, die immer wieder geschickt Haken schlägt um die Klischees des Genres zu umschiffen. Die Darsteller sind sehr gut, ganz besonders Ryan Gosling überzeugt in einer charismatischen Rolle mit hohem Unterhaltungswert und auch die Gagdichte ist relativ hoch. Da es aber nicht gelingt den Mix zwischen Humor und Emotion über die gesamte Laufzeit so ausgewogen zu halten wie in den besten Momenten des Films, und manche Handlungsstränge auch etwas lose hängen gelassen werden, hinterlässt der Film einen nicht ganz runden Eindruck. Kurzweilig und unterhaltsam bleibt er zwar dennoch, aber in Erinnerung bleiben wird Crazy, Stupid, Love wohl nicht allzu lange.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 33
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