Attack the Block (2011)

OT: Attack the Block - 88 Minuten - Action / SciFi
Attack the Block (2011)
Kinostart: 23.09.2011
DVD-Start: 24.02.2012 - Blu-ray-Start: 24.02.2012
Will ich sehen
Liste
11344
Bewerten:

Filmkritik zu Attack the Block

Von am
Wer bei Attack the Block mit der Story einer Alien-Invasion nach altbewährten Mustern rechnet, wird schon zu Beginn, aber auch im weiteren Verlauf der Handlung so manche Überraschung erleben. Drehbuchautor und Regiedebütant Joe Cornish zeichnet eindrucksvoll ein Bild eines Angriffs von Aliens auf die Erde aus einer bisher in Science-Fiction-Filmen dieser Art nicht beachteten Perspektive, nämlich jener, junger Menschen einer Wohnsiedlung in London, die sich ohne die Unterstützung seitens des Militärs oder Polizei mit eigenen Waffen gegen die Eindringlinge behaupten müssen.

Als Einstieg begleitet man Krankenschwester Sam (Jodie Whittaker) nach ihrer Schicht, als es bereits dunkel ist, auf dem Heimweg. Dabei wird sie von einer maskierten Gang auf Fahrrädern aufgehalten und ausgeraubt. Als plötzlich etwas aus dem Himmel neben ihnen in ein parkendes Auto kracht, kann Sam flüchten. Die Gruppe von Jungs, allen voran Anführer Moses (John Boyega), ist neugierig und wagt einen Blick in das Auto, doch als sich herausstellt, dass es sich um ein außerirdisches Wesen handelt, kommt es zum Kampf und die Jungs können das Alien schließlich töten und als Trophäe mit in ihren Block nehmen. Dies soll sich jedoch bald als großer Fehler erweisen, denn schon kurz darauf kommt eine ganze Schar Außerirdischer vom Himmel, nur sind diese viel größer und gefährlicher als das erste Wesen und wie es scheint, haben es die Dinger hauptsächlich auf den Block und die Gang abgesehen…

Für die Verwirklichung seiner Idee einer Alien-Invasion der etwas anderen Sorte, die ihre Ursprünge bereits 2001 fand, holte sich Cornish die Produzenten Jim Wilson und Nira Park an Bord. Parks Produktionsfirma Big Talk war unter anderem  bereits für Erfolge wie Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (2007) und Paul (2011) verantwortlich und nicht zu vergessen, der Zombieklassiker Shaun of the Dead (2004). Außerdem konnte auch der britische Schauspieler Nick Frost, der in allen drei genannten Filmen eine Hauptrolle spielte, für das Projekt gewonnen werden und überzeugt in der Rolle des Drogendealers Ron, der ebenfalls im Block wohnt und den Jugendlichen sowie Kiffer Brewis (Luke Treadaway), der nur zu Besuch im Block ist, in seiner „Grasbude“ Unterschlupf gewährt.  

Durch die Unerfahrenheit des Großteils der jungen Darstellercrew erreicht Cornish durchaus die gewollte Frische für seine Figuren, um einen möglichst realistischen Umgang mit solch einer Invasionssituation und eine Londoner Jugendgruppe mit möglichst authentischen Rollen zu zeigen. Die Gang – bestehend aus Anführer Moses, dessen „rechte Hand“ Dennis (Franz Drameh), Pest (Alex Esmail), der etwas nervige, aber liebenswerte Sprücheklopfer der Truppe, Jerome (Leeon Jones), sensibel und nicht wirklich in die Gang passend, und schließlich Biggz, der sich als Ängstlichster der Gruppe den Großteil des Geschehens auf sich allein gestellt in einer unangenehmen Position befindet  – rüstet sich mit eigenen Waffen aus. Und diese können sich sehen lassen, so kommen Samurai-Schwerter, Baseballschläger oder aber auch Feuerwerkskörper zum Einsatz, was für jede Menge Action auf der Leinwand sorgt. Daneben kommt aber immer wieder auch ein gewisser Komödiencharakter des Films zum Vorschein, durch den Mix an Action und Komik bleibt man konstant gut unterhalten.

Der, den Film betitelnde Block als Setting für den Großteil der Handlung – alles spielt sich rund um oder in diesem ab – dient trotz oder gerade wegen der gesellschaftlich bestehenden Vorurteile gegen solche Plattenbauten als ideale Kulisse und ist vor allem auch in Bezug auf die Kampfbereitschaft der Kids von großer Bedeutung. Es scheint, als würden sie in erster Linie nicht für sich kämpfen, sondern ihren Block verteidigen, andererseits fühlen sie sich hier aber auch am sichersten. Mit seiner groben Architektur und den langen, dunklen Gängen sind eine perfekte Location für Verfolgungsjagden und Kampfszenen gegeben.

Wodurch sich Attack the Block aus dramaturgischer Sicht von anderen Filmen sehr deutlich abhebt, ist ohne Zweifel die Wahl der Hauptcharaktere. Es werden keine sympathischen Protagonisten begleitet, die sich im Laufe des Films immer mehr zu Helden entwickeln. Nein, vielmehr setzt Cornish bewusst auf eine kleinkriminelle Gruppe von Kids, die in einem Wohnblock im Süden Londons lebt. Mit dem Raubüberfall auf Krankenschwester Sam werden die Jungs gleich am Anfang des Films als „die Bösen“ deklariert, was den Zuseher bei der Identifikation und Empathie mit den Figuren zunächst etwas irritiert und fast schon schadenfroh werden lässt. Je länger man aber mit den Charakteren vor den Aliens flüchtet und gegen diese kämpft, desto mehr erfährt man über sie und desto klarer werden die sozialen Hintergründe für das kriminelle Verhalten der Kids. Als sie von den außerirdischen Monstern angegriffen werden, können die Jungs nicht mehr nur große Sprüche klopfen, sondern müssen sich tatsächlich gegen die Viecher verteidigen – und das tun sie auch. Sie schrecken nicht davor zurück, sich den Monstern entgegenzustellen und vor allem Moses steht gerade zum Schluss seinen Mann, was ihn und auch seine Freunde letztendlich doch zu Helden werden lässt. Auch als sich herausstellt, dass Sam ebenfalls im Block wohnt und sich die Gruppe schließlich mit ihr zusammen tut, sie sogar beschützt, zeigt sich der gute Kern der Jungs.

Aber auch die Außerirdischen unterscheiden sich vom gängigen Alien-Bild, das in Filmen gern porträtiert  wird, sie werden als schwarze, gorillaähnliche Bestien ohne sichtbare Augen dafür mit leuchtenden Zähnen dargestellt und bewegen sich wie dunkle Flecken durch die Straßen und in den Gängen des Wohnblocks. Diese Darstellung wirkt im Gegensatz zu vielen, bisher gesehenen Aliens originell und in gewisser Weise auch authentisch, da sich nicht um ein extrem außerirdisches Aussehen bemüht wird.

Um die Jugendlichen, deren Reaktionen und somit den gesamten Film so realistisch wie möglich anmuten zu lassen, lässt Cornish den Slang der Londoner Jugendszene beabsichtigt hervortreten, sodass sich der Zuseher erst mal an die eigene Sprache der Gang gewöhnen muss. Dies geht auf ziemlich gut auf, fühlt man sich zunächst von den eigenwilligen Dialogen der Jungs ein wenig irritiert, so sieht man relativ bald über den jugendlichen Slang hinweg und folgt gespannt der Story. Das Begeisterungspotential des Films liegt dadurch besonders beim jungen, erwachsenen Publikum und könnte durchaus zum Kultfilm aufsteigen.

Fazit:
Joe Cornish bringt die mittlerweile etwas abgenutzte Story einer Alieninvasion mit seinem Regiedebüt Attack the Block aus einer ganz neuen und erfrischenden Perspektive auf die Leinwand und genau das hebt ihn von anderen seiner Sorte ab. Mit dem besonderen Schauplatz eines Sozialwohnblocks im Süden Londons und einer kleinkriminellen Teenager-Gang als Protagonisten, gepaart mit Verfolgungsjagden und der monströsen und kreativen Veranschaulichung der Aliens wird genügend Action geboten, um den mit amüsanten Momenten durchzogenen Science-Fiction-Film zu einem kultigen Unterhaltungserlebnis zu machen.   

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 6
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
50%
7 /10
33%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
17%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Marvel
Lucy (2014)
Aliens - Die Rückkehr (1986)
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)
Predators (2010)
Wolverine: Weg des Kriegers (2013)
Pacific Rim (2013)
Surrogates - Mein zweites Ich (2009)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!