Kill the Boss (2011)

OT: Horrible Bosses - xx Minuten - Komödie
Kill the Boss (2011)
Kinostart: 01.09.2011
DVD-Start: 31.01.2012 - Blu-ray-Start: 05.01.2012
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Filmkritik zu Kill the Boss

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Dieses Jahr versuchten gleich zwei Filme die Nachfolge des R-Rating Komödienhits The Hangover anzutreten: Brautalarm und The Hangover 2. Ersterer schaffte es auch tatsächlich sehr zu überzeugen, aber trotz dieser Vorlage schafft es nun ein etwas unerwarteter Kandidat den Titel “Komödie des Jahres” (zumindest bis dato) an sich zu reißen: Kill the Boss, die neue Komödie von Seth Gordon, kommt aus dem Nichts, überzeugt mit einem brillanten Cast, einer witzigen Ausgangslage und einer enorm hohen Gagdichte und macht schlicht so unverschämt viel Spaß, dass man den Film einfach lieben muss.

Drei Freunde, das selbe Problem: Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) haben alle Stress mit ihren Vorgesetzten. Im Fall von Nick handelt es sich um den tyrannischen Dave Harken (Kevin Spacey), der Nick mit dem Versprechen einer Beförderung ködert und durch Reifen springen lässt. Dale wird von seiner sexbesessenen Chefin Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston) belästigt und Kurt muss sich nach dem Tod von Firmengründer Jack Pellit (Donald Sutherland) mit dessen unfähigen Sohn Bobby (Colin Farrell) herumärgern. Im Zuge einer durchzechten Nacht kommen die drei Freunde auf die Idee einen Auftragskiller zu engagieren um ihre Probleme aus dem Weg zu räumen...

Zugegeben: Prinzipiell haben The Hangover und Kill the Boss nicht allzu viel gemeinsam. Aber wenn man sich den Aufbau ansieht, so erkennt man in beiden Filmen eine Struktur, in der drei Freunde gemeinsam von Station zu Station hetzen und dabei immer tiefer und tiefer ins Schlamassel gezogen werden. Das große Ganze ist dabei gar nicht so wichtig, was wirklich zählt sind die grandiosen Einzelmomente, die schrägen Charaktere und vor allem die zahlreichen Gags, die es schaffen für einen dermaßen hohen Unterhaltungswert zu sorgen, sodass man dem Film seine Schwächen nur zu gerne verzeiht - und das gilt sowohl für The Hangover, als auch für Kill the Boss.

Am Beginn steht eine Ausgangslage mit der sich viele Leute sehr gut identifizieren können. Sehr viele Menschen kennen Ärger mit ihren Vorgesetzten auch aus dem echten Leben und da macht es natürlich besonders viel Spaß, wenn ein Film die Problematik auf die Spitze treibt und auch schon einen Lösungsansatz parat hält: Warum den nervigen Boss nicht einfach umbringen? Das ist der Start zu einer beeindruckend unterhaltsamen Abenteuerreise, in deren Verlauf die drei Kumpels von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen hetzen und die Lachmuskeln der Zuseher gehörig strapazieren.

Dazu trägt auch bei, dass alle Situationen mit einer durchaus realen Ausgangslage beginnen, die aber in Folge mit viel Genuss ins absolute Extrem getrieben wird. So kann man in all den drei “Horrible Bosses” (so der Originaltitel des Films) durchaus einen realen Kern erkennen, der aber eben bis ins Unendliche ausgeschlachtet wird. Dies ist aber keinesfalls negativ gemeint - Seth Gordon schafft es tatsächlich durchgehend die Balance zu waren und eben diese extreme Stilisierung so zu verkaufen, dass man den realistischen Hintergrund stets noch erahnen kann, aber dennoch die extreme Darstellung genießen kann.

Die drei Bossklischees die dabei verkörpert werden sind: Machtbesessen, sexbesessen und inkompetent. Verkörpert werden die Klischees großartig von Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farrell. Besonders Spacey liefert eine Wahnsinnshow als völlig durchgeknallter Machtmensch, aber auch Colin Farrell überzeugt mit seiner genüsslich zelebrierten, schmierigen Darbietung. Jennifer Aniston fällt als durchgeknallte Nymphomanin zwar etwas gegenüber ihren beiden männlichen Kollegen ab, aber auch sie macht ihre Sache sehr gut - und besonders im Zusammenspiel mit Charlie Day ergeben sich zahlreiche sehr witzige Momente, die es schaffen die Ausgangslage des Films perfekt auf den Punkt zu bringen.

Doch nicht nur die drei “Bösewichte” machen ihre Sache gut, Kill the Boss ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt. Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis überzeugen als Protagonisten ohne Plan, die keine fünf Minuten überstehen ohne schwerwiegenden Blödsinn anzustellen, und selbst in vergleichsweise kleinen Rollen findet man noch Schauspielschwergewichte wie Donald Sutherland und Jamie Foxx (der nicht nur einen tollen Namen im Film bekommt, sondern auch noch einen “Verbrecherhintergrund", der zum Schießen ist). Doch das Wichtigste sind nicht die großen Namen die gesammelt werden, sondern der einfach Umstand, dass man als Zuseher deutlich merkt mit wieviel Freude die Schauspieler an die Sache gehen.

All das fügt sich perfekt zusammen - gut, es fehlt vielleicht am großen Überbau, der all die Einzelaspekte zu einem kohärenten, perfekten Monolithen formt, aber das ist jammern auf verdammt hohem Niveau. Kill the Boss steigert sich immer weiter, liefert Gags und durchgeknallte Situationen am laufendem Band und überzeugt vor allem mit einem unglaublich hohem Unterhaltungswert. Wer zum Lachen in den Keller geht, der muss nicht ins Kino gehen, aber alle die einen Film suchen, bei dem man sich wieder einmal richtig amüsieren kann, die machen mit Kill the Boss garantiert nichts falsch. Bis dato schlicht die Komödie des Jahres.

Fazit:
Kill the Boss ist eine ausgezeichnete Komödie mit grandiosen Darstellern und einem unverschämt hohen Unterhaltungswert. Der Film nimmt eine durchaus real verwurzelte Ausgangslage und treibt diese mit Genuss ins Extrem. Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farrell spielen die “Horrible Bosses” ausgzeichent und mit Freude am Spiel und die drei Protagonisten des Films kämpfen sich wacker von einer schrägen Situation zur nächsten. Der Film macht dabei so gut wie alles richtig, überzeugt mit einer sehr hohen Gagdichte und schafft es den Zuseher über die gesamte Laufzeit perfekt zu unterhalten. Bis dato der witzigste Film des Jahres - aber wenn möglich im englischen Original ansehen, da zahlreiche Wortwitze wohl schwierig zu übersetzen sind.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 73
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Gesehn
Liste von purence
Erstellt: 25.11.2016