Submarine (2010)

OT: Submarine - 97 Minuten - Komödie / Drama
Submarine (2010)
Kinostart: 10.02.2012
DVD-Start: 09.03.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Submarine

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„Submarine“ stellt das Regiedebüt von Richard Ayoades dar und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joe Dunthorne. Nach der Weltpremiere beim „Toronto International Film Festival“ 2010 sicherte sich der Filmproduzent Harvey Weinstein, der u.a. an „Gangs Of New York“, „Sin City“ und „The King’s Speech“ als Produzent beteiligt war, die Nordamerika-Rechte des Films. Außerdem wurde Richard Ayoades, der zuvor Musikvideos für Bands wie „Arctic Monkeys“, „Vampire Weekend“ und „Kasabian“ inszenierte, für einen BAFTA-Award der Kategorie „Outstanding Debut by a British Writer, Director or Producer“ nominiert.

Oliver Tate (Craig Roberts) ist ein intellektueller 15-Jähriger, der sich im Unterricht schon mal vorstellt, wie seine Umwelt wohl darauf reagieren würde, sollte er plötzlich das Zeitliche segnen. Da er nicht gerade zu den beliebtesten seiner Klasse gehört, hat er auch wenig Chancen bei seiner Angebeteten Jordana (Yasmin Paige). Erst als er beschließt kurzzeitig ein Draufgängerdasein zu etablieren, nimmt sie ihn wahr und beginnt sich ihm anzunähern. Geplagt von beiderseitigen Familienkrisen wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt.

Vom Setting erinnert der Film ein wenig an „Hallam Foe“ von David Mackenzie, da hier ebenfalls ein jugendliches Außenseiterleben begleitet wird. „Submarine“ fällt aber eine Spur weniger „extrem“ aus. Beim Schnitt kann man einige Ähnlichkeiten zu „Scott Pilgrim vs. the World“ erkennen. Die einzelnen Figuren, die etwas überzeichnet dargestellt werden, aber trotzdem Sympathiewert haben, sind so etwas wie das Herzstück der Geschichte. Vor allem die Eltern von Oliver, Jill (Sally Hawkins) und Lloyd (Noah Taylor), als Ehepaar in der Krise, die sie sich selbst noch nicht eingestehen, liefern einige unterhaltsame Szenen, bei denen die Situationskomik im Vordergrund steht. Dem entgegen steht das „Prisma des Lichts“ alias Graham (Paddy Considine), als neuer Nachbar, Ex-Freund der Mutter und Vorträge haltender Guru.

Der Film geht zudem der Frage nach, die Oliver auch als Hausaufgabe im Unterricht aufbekommt, „was für ein junger Mensch bin ich?“. Nach einigen missglückten Versuchen sich selbst zu definieren, stellt er sich vor wie es wäre, wenn ein Filmteam sein Leben begleiten würde und mit wie viel Budget er wohl für seine Geschichte rechnen könnte. Nachdem Oliver in der Schule zusammengeschlagen wird und seine Mutter sich wegen seines späten Heimkommens schon Sorgen gemacht hat, glaubt sie ihm zunächst nicht, als er von seiner Freundin erzählt. Die Reaktion seines Vaters ist da schon etwas euphorischer, auch wenn er davon ausgeht, dass sie sich wahrscheinlich wieder trennen werden, was er auch mit einem selbstbespielten Tape, das er ihm daraufhin schenkt, unterstreicht.

Richard Ayoades zeigt uns in einer wunderschön in Szene gesetzten Collage an Bildern, den Beginn der Beziehung von Oliver und Jordana und wie plötzlich alles farbenfroh erscheint, im sonst so tristen Leben Olivers. Auch der Rest des Films ist visuell sehr anregend und das Zusammenspiel zwischen den noch eher unerfahrenen Jungdarstellern und den routinierten „alten Hasen“ funktioniert ausgezeichnet, die gemeinsam eine rührende Geschichte zu erzählen vermögen.

Olivers eigenwilliger Charakter zeichnet sich auch dadurch aus, dass er gerne mal im Wörterbuch liest, heimlich seine neuen Nachbarn ausspioniert und das Sexleben seiner Eltern überwacht, was ihn auch dazu führt, zu versuchen, die Ehe seiner Eltern auf seine eigensinnige Art und Weise zu retten. Oliver ist ein Außenseiter und so ist auch der Film kein gewöhnlicher Beitrag zum Erwachsenwerden eines Jugendlichen, der zwar am Massenpublikum vorbeischrammen, aber den Interessierten umso mehr Freude bereiten wird.

Fazit:
„Submarine“ ist ein Paradebeispiel für einen britischen Indie-Film. Richard Ayoades macht hier nichts falsch und gestaltet um die skurrilen Figuren, von denen der Film getragen wird, einen der außergewöhnlichsten und bezauberndsten Coming-Of-Age Filme der letzten Jahre, der durch den Soundtrack von „Arctic Monkeys“-Sänger Alex Turner perfekt abgerundet wird.

Wertung:
9/10 Punkte
Filmering.at
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