Stirb Langsam 2

OT: -  124 Minuten -  Action
Stirb Langsam 2
Kinostart: 25.10.1990
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 01.02.2013
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Filmkritik zu Stirb Langsam 2

Von am

Nach dem bahnbrechenden Erfolg von Stirb Langsam, der nicht nur beim Publikum großartig ankam, sondern ganz nebenbei ein ganzes Genre redefinierte, musste man die Macher nicht lange bitten einen zweiten Teil nachzuschieben. Lediglich Regisseur John McTiernan war verhindert und konnte sein Baby nicht weiter betreuen. Dem Zuseher wird die Regisseur Neubesetzung mit Renny Harlin allerdings kaum auffallen. Dieser lehnt sich sehr an der Vorlage von McTiernan an und wiederholt im Prinzip nur den ersten Teil vor etwas größerer Location. Dem Filmgenuss tut dies allerding keinen Abbruch.

Es ist wieder Weihnachten. John McClane (Bruce Willis) will mit seiner Frau Holly (Bonnie Bedelia) nach Washington reisen um seine Schwiegereltern zu besuchen. Die beiden fliegen in getrennten Flugzeugen und während John bereits am Flughafen angekommen ist und wartet, spitzt sich das Wetter draussen immer mehr zu. Am selben Tag soll der gefangene südamerikanischer Diktator Esperanza (Franco Nero) in Washington am Flughafen landen. Dieser hat jedoch längst seine Flucht geplant und so formiert sich, während McClane am Flughafen wartet, eine Terroristengruppe rund um ihn, die den Flughafen längst unter Kontrolle hat.

Der ehemalige Colonel Stuart (William Sadler) hat die gesamte Elektronik des Flughafens in Gewahrsam und kann nun alles nach seinen Belieben steuern. Um seine Macht zu demonstrieren manipuliert er die Höhenanzeige eines Flugzeugs und lässt es beim Landevorgang zerschellen. Er gibt die Anweisung, dass das Flughafenpersonal nichts unternehmen soll und in Ruhe abwarten soll bis die Sache geklärt ist und Esperanza befreit wurde. Doch John McClane lässt sich nicht kontrollieren. Erneut ist seine Frau in Gefahr und wieder ist er der falsche Kerl am falschen Ort, der die Bösen in den Hintern treten muss...

„Dieselbe Scheiße passiert demselben Mann zum zweiten Mal.“. Mit dieser Aussage trifft es Bruce Willis ziemlich genau. Die Paralellen zum Vorgänger sind nämlich nicht zu übersehen: Wieder ist es John McClane, der sich zu Weihnachten mit seiner Frau treffen will, die dann durch das Einmischen von Terroristen in Gefahr schwebt. Um sie zu retten muss er aus sich herausgehen und auf beengten Raum, diesesmal in einem Flughafen und nicht in einem Hochhaus, gegen die Terroristen vorgehen. Alle anderen sind machtlos und erneut bleibt alles an John hängen. Er ist der einzige Faktor mit dem niemand gerechnet hat.

Bruce Willis trumpf auch in Stirb Langsam 2 wieder in gewohnter Stirb Langsam Manier auf und überzeugt als John McClane auf ganzer Linie. Die Rolle des falschen Kerl am falschen Ort ist ihm auf den Leib geschrieben. Niemand kann so gut trockene Oneliner aus dem Ärmel schütten und auch niemand kann als abgfuckter Antiheld auch nur annährend so gut wie Bruce Willis überzeugen. Im Gegensatz zu Teil drei und vier der Stirb Langsam Reihe hat man sich hier noch sehr an den ersten Teil orientiert, aber es ist schon eine Tendenz in Richtung der Nachfolger erkennbar:

Während es im ersten Stirb Langsam noch wirklich so war, dass McClane vollkommen auf sich allein gestellt war und in einem total von der Aussenwelt abgeschotteten Hochhaus gegen die Terroristen kämpfen musste, gibt man ihm im zweiten Teil bereits eine deutlich größere Spielwiese. Der Flughafen an sich ist schon großflächiger als das Hochhaus und hinzu kommt noch die Tatsache, dass er mit Leuten bevölkert ist, die mit McClane zusammenarbeiten. Weiters ist der Raum auch nicht mehr zur Aussenwelt hin abgeschlossen und die Action verlagert sich auch an manchen Stellen ausserhalb des Gebäudes. In Teil drei und vier wird dieses Erweiterungspiel dann noch weiter getrieben.

Doch trotz aller Paralellen zum Vorgänger überzeugt Stirb Langsam 2. Zwar wird die Qualität des Erstlings nicht ganz erreicht, der meiner Meinung nach einer der besten Actionfilme aller Zeiten ist, aber nichtsdestotrotz macht Stirb Langsam 2 verdammt viel Spaß. Die Action ist auf sehr hohem Niveau und bietet, aus damaliger Sicht natürlich, absolut haarsträubende Szenen, die bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch ist der zweite Teil der wahrscheinlich härteste der Reihe und bietet einige sehr beeindruckende Shootouts. Trotz des ernsten Grundthemas setzt man auch wieder auf Humor, der sich vor allem durch Bruce Willis ergibt, auch wenn man nicht ganz soviel Ironie und Spaß wie im Vorgänger einbaut.

Lediglich der Bösewicht erreicht nicht ganz das Format eines Alan Rickman aus Teil 1 oder eins Jeremy Irons aus Teil 3. Auch ist die Anzahl der Logiklöcher gegenüber dem ersten Teil deutlich gestiegen, was jedoch das Filmvergnügen nicht wirklich schmälert. Stirb Langsam 2 orientiert sich sehr am Vorgänger, kann sein Niveau jedoch nicht erreichen, geschweige denn toppen. Doch dies kann jedoch so gut wie kein Actionfilm und deshalb sein es Stirb Langsam 2 auch verziehen. Für Fans von Stirb Langsam und Bruce Willis ist der Film ohnehin ein Plichttermin. Doch auch alle anderen können dem unterhaltsamen Actionfilm ruhig eine Chance geben.

Fazit:
Stirb Langsam 2 orientiert sich sehr an seinem Vorgänger, kann dessen Niveau jedoch nicht wirklich erreichen. Dennoch macht der Film unglaublich viel Spaß. Bruce Willis ist die Rolle des John McClane einfach auf den Leib geschrieben und mit seinem Charme und seiner Spielfreude verzaubert er das Publikum. Da kann man dem Film seine kleinen Schwächen gerne verzeihen.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 30
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