Restless (2011)

OT: Restless - 91 Minuten - Drama
Restless (2011)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 09.02.2012 - Blu-ray-Start: 09.02.2012
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Filmkritik zu Restless

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Gus Van Sant, der Sean Penn in „Milk“ noch zu einem Oscar verholfen hat, widmet sich nach „Elephant“ und „Paranoid Park“ erneut dem Leben Jugendlicher. Henry Hopper, Sohn von Dennis Hopper („Easy Rider“, „Apocalypse Now“), hat in „Restless“ zum ersten Mal eine Hauptrolle inne und beweist mit seiner Darbietung, dass er zumindest auf dem richtigen Weg ist, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. An seiner Seite spielt „In Treatment“-Patientin und Tim Burtons „Alice“-Darstellerin Mia Wasikowska („Alice im Wunderland“, „The Kids Are All Right“).

Der Teenager Enoch (Henry Hopper) lebt bei seiner Tante (Jane Adams), verbringt seine Zeit am liebsten auf fremden Beerdigungen und spielt gerne mit seinem Freund, dem Geist des japanischen Kamikaze-Piloten Hiroshi (Ryo Kase), Schiffe versenken. Eines Tages trifft er auf einer Beerdigung Annabel (Mia Wasikowska), die ihm, als seine Beerdigungsbesuche aufzufliegen drohen, aus der Patsche hilft. Er verliebt sich in sie und erfährt, dass sie nur noch 3 Monate zu leben hat.

„Restless“ beschäftigt sich in erster Linie mit dem Tod und mit, vor allem unkonventionellen, Möglichkeiten damit umzugehen. Als Enoch von der Krankheit Annabels erfährt, ist er weder geschockt, noch bestürzt, sondern verhält sich eher gelassen. Nicht, dass ihm nichts an Annabel liegen würde, jedoch scheint er schon zu abgestumpft, um auf eine andere Weise reagieren zu können. Den krassen Gegensatz dazu stellt Annabels Schwester Elizabeth (Schuyler Fisk) dar, die verständlicherweise sehr emotional auf die Hiobsbotschaft reagiert. Annabel, die begeisterte Naturforscherin bzw. „Krabbeltier-Stalkerin“ ist, scheint sich mehr über ihr noch verbleibendes Leben zu erfreuen, als über ihr Schicksal zu trauern. Auch wenn dieses Verhalten etwas unglaubhaft anmutet, zeigt es doch alternative Möglichkeiten mit solchen Schicksalsschlägen umzugehen, ohne dabei allzu realitätsfern zu wirken.

Die Krankheit und der bevorstehende Tod von Annabel scheinen kaum ein Thema für sie und Enoch zu sein, denn ob es nun bewusste Ablenkungsversuche oder Akzeptanz des Unvermeidlichen sind, wirken die beiden nie zu melancholisch oder traurig und verbringen ihre Zeit lieber damit, sich in Wäldern herumzutreiben und in Ornithologie-Büchern zu lesen.

Trotz der vermeintlich „todeszentrierten“ Ausrichtung des Films, steht die Beziehung der beiden Jugendlichen im Vordergrund. Besonders die unbefangene Reaktion Annabels, nachdem sie von Hiroshi erfährt, ist ein schönes Beispiel für vorurteilsfreie Begegnungen, an denen es in der heutigen Zeit leider viel zu oft mangelt und kann somit auch als Plädoyer für eine unvoreingenommenere Herangehensweise gegenüber Unbekannten gesehen werden. Henry Hopper und Mia Wasikowska versuchen sich dem Zuschauer nie aufzudrängen und legen, mit der ruhigen und zurückhaltenden Darstellung ihrer Figuren, den Grundstein für das Funktionieren des Films, der durch die musikalische Untermalung von Danny Elfman, dem Lieblingskomponisten Tim Burtons, und einigen Songs des Indie-Folk-Musikers Sufjan Stevens angenehm begleitet wird.

Fazit:
Gus Van Sant ist mit „Restless“ eine rührende, unaufdringliche Indie-Romanze gelungen, die eine Art Liebesgeschichte der Unangepassten zu erzählen versucht, ohne sich dabei zu oft in kitschige Gefilde zu begeben. „Restless“ geht leichtfüßig, dank den herausragenden Darbietungen der beiden Hauptprotagonisten, auf schwermütige Themen zwischen Leben und Tod ein und sucht Optimismus, in Situationen, wo er nur selten zu finden ist.

Wertung:
8/10 Punkte
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