![]() ![]() Habemus Papam OT: Habemus Papam Regie: Nanni Moretti Darsteller: Michel Piccoli, Nanni Moretti, Jerzy Stuhr, Renato Scarpa, Margherita Buy, Franco Graziosi, Leonardo Della Bianca, Camilla Ridolfi, Camillo Milli, Roberto Nobile Filmstart: 08.12.2011 | Laufzeit: | Drama |
Ausnahmezustand im Vatikan: Nach dem Ableben des Papstes müssen die Kardinäle zum Konklave zusammenkehren. Sie werden so lange in der sixtinischen Kapelle bleiben bis ein neuer Papst gefunden wurde. Doch dieses Amt scheint gar nicht so begehrt zu sein: In sich gekehrt hoffen alle Kardinäle, dass sie nicht gewählt werden. Favorit für das Amt is der hoch angesehene Kardinal Gregori (Renato Scarpa) doch schlussendlich fällt die Wahl völlig überraschend auf Kardinal Melville (Michel Piccoli). Das Problem ist nur: Dieser hat überhaupt keine Lust auf das Amt und als er sich schließlich weigert den Balkon zu betreten um sich der Welt zu zeigen herrscht Ratlosigkeit wie es weitergehen soll. Kurzerhand wird ein Psychiater (Nanni Moretti) in den Vatikan gebracht, der den Heiligen Vater therapieren soll...
Auch die eigentliche Haupthandlung rund um den Papst, der sich schließlich aus dem Vatikan davonstiehlt und etwas über seine kommenden Aufgaben nachdenkt ist amüsant und großteils auch recht charmant ausgefallen. Dies liegt aber auch vor allem an der wunderbaren Schauspielleistung von Michel Piccoli, der seinen Papst zwischen Altersweisheit, Sympathie, Würde und Angst auspendelt und dabei stehts eine sehr gute Figur macht. Seine Streifzüge durch Rom sind sehr gelungen - aber man kann auch nicht abstreiten, dass diese Strutkur auch die Möglichkeiten der Handlung etwas beschränkt.
Aber trotz diesen Stärken ist Habemus Papam nicht bedingungslos zu empfehlen. Dazu ist der Film schlicht zu brav. Regisseur Nanni Moretti selbst gibt an, dass er zwar katholisch erzogen wurde, selbst aber nicht gläubig ist. Aber dennoch hat man das Gefühl, dass er niemanden zu nahe treten wollte. Er hält sich vornehm zurück, will niemanden auf den Schlips treten und beschränkt sich somit auch darauf eine zwar herzige, aber letztendlich auch handzahme Geschichte zu erzählen. Hinzu kommt, dass ihm am Ende etwas die Ideen ausgehen und die finale Auflösung des Ganzen nicht nur sehr gewöhnungsbedürftig inszeniert ist, sondern den Film auch nicht besonders gut abschließt.
Fazit:
Habemus Papam ist eine sympathische, charmante und recht lockere Komödie. Die Schauspieler sind durch die Bank sehr gut, die detailierte Erzählung ist schön und die Handlung an sich gefällt ebenso. Allerdings geht dem Film im letzten Drittel deutlich die Luft aus und auch die Auflösung der Geschichte überzeugt nicht wirklich. Hinzu kommt, dass sich der Film viel zu handzahm gibt und sich nie traut über die Institution Kirche herzuziehen. Man hat versucht niemanden auf den Schlips zu treten, was aber schlussendlich auch dazu führt, dass es Habemus Papam etwas an Biss fehlt. Auf Grund des recht heiteren Charakters des Films steht einem netten Kinoabend aber dennoch nichts im Weg.
Wertung:
7/10 Punkte
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