Jack in Love (2010)

OT: Jack Goes Boating - 91 Minuten - Romantik / Komödie / Drama
Jack in Love (2010)
Kinostart: 27.05.2011
DVD-Start: 08.07.2011 - Blu-ray-Start: 08.07.2011
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Filmkritik zu Jack in Love

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Mit Jack in Love nimmt nun auch Philip Seymor Hoffman im Regiestuhl Platz. Er selbst spielt dabei den zurückhaltenden Limousinen-Fahrer Jack. Sein Erstlingswerk handelt von Beziehungen und gerade deshalb ist es sehr schade, dass der Film es kaum zu Stande bringt auf emotionaler Ebene zu funktionieren.

Jack (Philip Seymor Hoffman) ist Limousinen-Fahrer, interessiert sich für Musik und ist ein liebenswerter und introvertierter Mann. Er ist bemüht immer optimistisch durchs Leben zu gehen und hält deswegen auch viel von der, wie er sagt, meist positiven Musikrichtung Raggae. Doch mit den Frauen hat er so seine Probleme, weshalb ihm sein Freund Clyde (John Ortiz) und dessen Frau Lucy (Daphne Rubin-Vega) helfen wollen. Sie stellen ihm Lucy's Kollegin Connie (Amy Ryan) vor. Da Connie und Jack sehr schüchtern sind dauert es bis sie sich näher kommen, doch schließlich vereinbaren sie eine Bootsfahrt für den Sommer.

Um Connie aber für sich zu gewinnen muss Jack erst einige Hürden überwinden. Nachdem sie in der U-Bahn verprügelt wird und im Krankenhaus landet, verspricht Jack für sie zu kochen. Doch seine fehlende Erfahrung in diesem Gebiet erschwert dieses Vorhaben, und so passiert es, dass er letztendlich bei Connie's Ex-Freund das Kochen erlernt. Clyde gibt ihm unterdessen Schwimmunterricht und Lucy versucht ihm mit Ratschlägen und ihrer eigenen Erfahrung weiterzuhelfen. Der Chauffeur plant ein gemeinsames Dinner für alle Vier. Während er an sich selber arbeitet erkennen wir bald, dass er nicht der einzige ist, dem geholfen werden muss...

Philip Seymor Hoffman, der als exzellenter Schauspieler schon lange seinen Platz gefunden hat, feiert mit Jack In Love sein Regiedebüt und versucht hier das gleichnamige Bühnenstück von Robert Glaudini auf die Leinwand zu bringen. Ganz gelungen ist ihm das jedoch nicht. Zwar merkt man mit wie viel Liebe zum Detail er sein Erstlingswerk inszeniert, dennoch lässt der Film auf weite Strecken kalt. Auf Grund von spärlichen Dialogen und oft zu langen, irrelevanten Szenen beginnt der Plot sich aufzulösen und darunter leidet schlussendlich auch die emotionale Ebene.

Schuld daran sind aber nicht die Schauspieler, denn diese leisten hervorragende Arbeit. Philip Seymor Hoffman als zurückhaltender Reggae-Liebhaber versprüht Charme und spielt auf höchstem Niveau. Auch an der Oscar-nominierten Amy Ryan und den beiden Nebendarsteller gibt es nichts auszusetzen. Grund für die unzulängliche Umsetzung ist schlichtweg Hoffman's trockene Inszenierung. Der Film bemüht sich zwar als liebenswertes, romantisches Drama rüberzukommen, doch oft weiß man nicht recht wo man Jack in Love nun wirklich einordnen soll. Einige humorvolle Momente, die als solche gesehen auch wirklich wunderbar unterhaltsam sind, wirken häufig einfach fehl am Platz.

Was man dem Film aber positiv anrechnen muss ist sein Soundtrack. Von Bill Evans, über Cat Power und Goldfrapp, bis hin zu Grizzly Bear ist hier alles vertreten. Die Musik ist stimmig und passt ausgezeichnet zum Bild. Man merkt, dass dieser perfekt gewählte Soundtrack den Film trägt und mit den Bildern und den Akteueren harmoniert. Vor allem aber bei Rivers of Babylon von The Melodians, das man häufiger zu hören bekommt, merkt man Hoffman's Gespür für die richtige Musik. Eben diese Musikauswahl schafft das, was dem Film sonst nicht gelingt – die richtige Stimmung zu vermitteln. Man sollte Jack in Love aber nicht gleich abschreiben, sonder eine Chance geben. Denn obwohl er auf emotionaler Ebene leider oftmals misslingt, hat er doch einige durchaus schöne Momente.

Fazit:
Philip Seymor Hoffman's Regiedebüt kann man schwer einordnen. Denn einerseits gelingt es ihm ein paar wunderbare und humorvolle Momente zu schaffen, andererseits schafft er es nicht über den ganzen Film hinweg diese Emotionen und die richtige Stimmung beizubehalten. Man hat oftmals das Gefühl der Film schwinge so dahin und weiß nicht so recht wo er eigentlich hin gehört. An den Schauspielern gibt es nichts auszusetzen, und vor allem Hoffman selbst überzeugt. Musikalisch hat der Film auch einiges zu bieten. Einen passenderen Soundtrack gäbe es wahrscheinlich für diese romantische Drama nicht. Philip Seymor Hoffman ist auf jeden Fall ein fabelhafter Schauspieler, doch das Inszenieren sollte er vielleicht lieber Anderen überlassen. Aber wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer.


Wertung:

6/10 Punkte

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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 4
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Liste von purence
Erstellt: 25.11.2016