Larry Crowne (2011)

OT: Larry Crowne - 99 Minuten - Komödie / Drama
Larry Crowne (2011)
Kinostart: 30.06.2011
DVD-Start: 01.12.2011 - Blu-ray-Start: 01.12.2011
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Filmkritik zu Larry Crowne

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Es ist still um Tom Hanks geworden. 2009 sahen wir ihn das letzte Mal als Robert Langdon im Vatikan- Thriller Illuminati, 2010 hörten wir ihn als Woody in Toy Story 3. Tom Hanks sieht man seine Hollywood- Überdrüßigkeit und seine Müdigkeit förmlich an – Performances wie Forrest Gump oder Philadelphia feierten bereits ihr 10 jähriges Jubiläum und auch auf roten Teppichen muss man lange nach ihm suchen. Mit Larry Cowne wagt er sich auf die Leinwand zurück, wobei er nicht nur die Hauptrolle, sondern auch Regie, Produktion und Drehbuch übernimmt. Man darf also zu Recht von Anfang an etwas skeptisch sein...

Larry Crowne (Tom Hanks) ist ein einfacher Mann von Nebenan ohne Uni-Abschluss. Seit bald 15 Jahren arbeitet er in einem Kaufhaus, steht kurz davor zum vierten Mal hintereinander ‚Mitarbeiter des Monats‘ zu werden und obwohl er alleine in seinem Einfamilienhaus lebt, scheint alles wie immer gut, aber eben einfach abzulaufen. Tja, da gibt es dann aber noch die Wirtschaftskrise, wodurch die Idylle unterbrochen wird: Larry ist der einzige Mitarbeiter ohne höheren Schulabschluss. Trotz konstant ausgezeichneter Leistung wird er gekündigt und muss also Mitte 50 nochmal von vorne anfangen. Weil sich die Jobsuche als reine Irrfahrt herausstellt, beschließt er, sich im College einzuschreiben und die fehlende Graduation nachzuholen. Neben Wirtschaft belegt Larry auch einen Rhetorik-Kurs und erkennt bald, dass dies die beste Entscheidung seines Lebens war. Er lernt nicht nur neue, gute Freunde kennen, sondern vor allem Lehrerin Mercedes Tainot (Julia Roberts) zu der er sich äußerst hingezogen fühlt...

0815-Typ kuz vor oder mitten in der Midlife- Crisis krempelt sein Leben um und findet nebenbei die Liebe – eine Formel, die in Hollywood schon öfters funktioniert hat. Verständlich – immerhin kann man sich in den Durchschnitts- Lucky- Loser besser hineinversetzen, als in einen haarigen Muskelprotz mit Superkräften. Generell spart Larry Crowne nicht an den typischen Hollywood-Stereotypen: neben dem einfach gestrickten Larry taucht die taffe, desillusionierte Frau auf, die sich besonders in ihrer verkorksten Ehe nicht mehr wohlfühlt. Außerdem gibt es da noch die junge Mitkommilitonin, die sich Larry annimmt, ihn neu einkleidet und ihn zusammen mit seinem Roller ins 21. Jahrhundert befördert. Dazu kommt ihr eifersüchtiger Freund, der nicht ganz einverstanden mit dem neuen Vespa-Gangmitglied ist und zu guter Letzt natürlich noch einige skurrile, jedoch liebenswerte Mitstudenten. Ja, Larry Crowne versucht in keinster Weise etwas Neues zu erzählen. Wäre auch kein Problem, wenn die Geschichte dann wenigstens Hand und Fuß hätte.

Das größte Problem des Films ist es, dass diverse Nebencharaktere und –stories angerissen, aber nicht weiterverfolgt werden. Kaum taucht ein neuer Charakter auf, bekommt dieser seine 3 Minuten auf der Leinwand und schon folgt der Nächste- auf keinen (auch nicht auf Larry!) wird näher eingegangen. Wenn ein Film schon wie sein Hauptcharakter heißt, muss dieser dann auch stark darin glänzen. Leider wirkt der gesamte Cast extrem blass und ohne Chemie (Hanks und Roberts versprühen absolut keine Funken), was es dem Zuschauer kaum möglich macht, sich auf ihre Geschichte wirklich einzulassen. Die Personen wirken wirr zusammengewürfelt mit eigenwilligen Dialogen und nicht nachvollziehbaren Handlungen und während sich die ersten ¾ des Films ziehen wir Kaugummi, passiert im Finale alles Schlag auf Schlag viel zu schnell. Während sich Larry zu Beginn noch von der schönen, jungen Studentin (Gugu Mbatha-Raw) überzeugen lassen muss, dass Uni Spaß machen kann, verlässt diese in den letzten Minuten plötzlich das College um sich mit einem Laden selbstständig zu machen. Während sich Mercedes (Julia Roberts) in der ersten Hälfte geradezu angewidert von Larry Crowne darstellt, entwickelt sich in der zweiten Hälfte eine vollkommen überzogene Liebesgeschichte mit kitschigen Szenen und noch kitschigeren Dialogen.  

Man hat den Anschein, als hätte Tom Hanks zumindest sehr viel Energie in die ersten paar Seiten des Drehbuchs gesteckt. Dann ist er aber beim Weiterschreiben wieder zu seiner Überdrüßigkeit und Müdigkeit zurückgekehrt. Wirklich lustige Momente zum Lachen gibt es genauso selten, wie wirklich schöne, nachvollziehbare, romantische Szenen. Kurz: Larry Crowne ist einfach. Einfach schwach.

Fazit:
Larry Crowne fehlt es an einer innovativen, neuen Story mit nachvollziehbaren, liebenswerten Charakteren, in die man sich hineinversetzen kann. Zwar bleibt sich Tom Hanks treu und bietet eine solide, von ihm gewohnte Schauspielleistung, welche aber aufrgund des schlechten Drehbuchs und der noch schlechteren Dialoge nicht wirklich viel bewirken kann. Das einstige Aushängeschild Hollywoods meldet sich traurigerweise mit einer mehr als nichtssagenden Romantikkomödie zurück, die weder eine starke Message, noch eine originelle Story vorzuweisen hat. Tja, das Leben ist eben wie eine Schachtel Pralinien und manche sollten diese erst gar nicht aufmachen!

Wertung:
4/10 Punkte
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