Our Idiot Brother (2011)

OT: Our Idiot Brother - 90 Minuten - Komödie
Our Idiot Brother (2011)
Kinostart: 17.05.2012
DVD-Start: 12.10.2012 - Blu-ray-Start: 12.10.2012
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Filmkritik zu Our Idiot Brother

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Nervige Verwandte: Jeder kennt sie, kaum jemand kommt um sie herum. Man kann sich seine Familie nun einmal nicht aussuchen und die Chance, dass man einen wirklich nervtötenden Menschen in seinem erweiterten Verwandtschaftskreis findet, ist gar nicht einmal so gering. Und das Schöne an der Sache ist ja, dass man ihnen auch nur schwer entkommen kann. Ein Umstand, den sich schon so manche Komödie (allen voran der grandiose Meine Braut, ihr Vater und Ich) zu Nutze machte. In Our Idiot Brother schafft man es aber das Thema auf etwas andere Art zu bearbeiten: So ist der titelgebende “Idiot Brother” eigentlich ein grundguter Kerl, dessen ehrliche Art aber leider für gehörige Probleme im Leben seiner drei Schwestern sorgt.

Ned Rochlin (Paul Rudd) ist ein gemütlicher, weitgehend ambitionsloser, netter Kerl, der mit seiner Freundin Janet (Kathryn Hahn) gemeinsam eine Farm betreibt und das angebaute Gemüse am Mark verkauft. Nach einem folgenschweren Missverständnis, als er einem Cop Gras verkauft, landet Ned im Gefängnis und als er wieder heim kommt ist sein Leben auf den Kopf gestellt: Janet hat mit Billy (T.J. Miller) bereits einen neuen Freund, der Neds Platz eingenommen hat und auf der Farm ist kein Platz mehr für ihn. Noch nicht einmal den geliebten gemeinsamen Hund “Willy Nelson”, der eigentlich viel mehr Neds Hund ist, darf er mitnehmen. Also flieht Ned vorerst in die schützenden Arme seiner Familie. Doch seine Schwestern haben weder Zeit noch Nerven sich mit ihrem Bruder auseinanderzusetzen: Miranda (Elizabeth Banks) hofft auf den Durchbruch als Journalistin, die bisexuelle Natalie (Zooey Deschanel) versucht damit klar zu kommen, dass ihre Beziehung sehr ernst wird und die verheiratete Liz (Emily Mortimer) hat Probleme mit ihrem untreuen Mann...

Es dauert nicht allzu lange bis sich ein wohliges Déjà-vu-Gefühl breit macht: Paul Rudds launige Darbietung als bärtiger, langhaariger, gemütlicher, cooler Typ lässt warme Erinnerung an Jeff Bridges grandiose Performance als “Big Lebowski” hochkommen - und das ist schon einmal eine schöne Einstiegsvorausetzung, darf sich besagter Film der Coen-Brüder doch immerhin zu den feinsten Komödien aller Zeiten zählen. Natürlich entpuppt sich diese Messlatte dann doch als deutlich zu hoch für Our Idiot Brother, fehlt es doch in letzter Instanz an spritziger Kreativität, lakonischem Humor und vor allem auch an reiner Klasse. Aber davon sollte man sich nicht abbringen lassen, denn der Film bietet dennoch schöne Unterhaltung und hat das Herz am rechten Fleck.

So vermeidet man im Film auch die, speziell in Hollywoodkomödien mittlerweile zum Standard avancierten, Fäkalscherze und verzichtet auch großteils auf allzu untergriffigen und derben Humor. Stattdessen bezieht der Film seine Reiz vor allem aus der Gegenüberstellung eines grundguten Menschen mit einer zutiefst zynischen und eigensinnigen Welt, was für sympathische, aber natürlich auch zum Brüllen komische Situationen sorgt. Alleine die Eröffnungsszene, als ein uniformierter (!!) Cop bei Ned Gras kaufen will weil er so eine schlechte Zeit durchlebt und ihm Ned schließlich tatsächlich seinen Wunsch erfüllt, ist zum Schießen. Und Our Idiot Brother gelingt es immer wieder solche Momente, in denen der Charakter Neds an der Härte der Welt zerschellt, köstlich auszunutzen und für gelungenen Humor zu sorgen.

Doch Regisseur Jesse Peretz macht auch nie den Fehler seine Hauptfigur auszustellen und sich über sie lustig zu machen. Denn man lacht in Our Idiot Brother tatsächlich über die Situationen und nicht über die Figuren - dazu wächst einen speziell Ned auch viel zu sehr ans Herz. Überhaupt erweist sich der gesamte Film als angenehm sympathisch und angenehm, gewürzt mit gutem Humor, der aber niemandem weh tut. Etwas schade ist lediglich, dass man an manchen Stellen das Gefühl nicht abschütteln kann, dass gewisse Figuren am Reißbrett entworfen wurden und ihre Eigenschaften nur deshalb haben, damit sie einen schönen Kontrast zu Ned liefern. Doch trotz dieser Schwäche ist Our Idiot Brother ein sehr sehenswerter Film, mit einem tollen Paul Rudd in der Hauptrolle, der einfach auf symapthisch-naive Weise für gute Unterhaltung sorgt.

Fazit:
Our Idiot Brother ist eine gelungene, sympathische Komödie, die das Herz am rechten Fleck hat und für einen unterhaltsamen Kinoabend sorgt. Paul Rudd wandert auf den Spuren von Jeff Bridges als Big Lebowski, aber natürlich ohne jemals die Klasse des großen Vorbilds zu erreichen - das muss er aber auch gar nicht. Denn es ist auch so durchaus erfrischend zu sehen wie das Weltbild der naiv-gutmütigen Hauptfigur hier mit einer zynischen Welt kollidiert und in seinem Umfeld für gewaltige Probleme sorgt. Schön ist auch, dass sich der Film nie über die Figuren lustig macht und man tatsächlich über die Situationen und nicht über die Charaktere lachen kann. Als Schwachpunkt bleiben vor allem die oftmals etwas zu schablonenhaften Nebenfiguren in Erinnerung, aber dies ändert nichts daran, dass Our Idiot Brother ein sympathischer und unterhaltsamer Film geworden ist, den man sich getrost im Kino ansehen kann.

Wertung:
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Filmering.at
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