Periferic (2010)

OT: Periferic - 87 Minuten - Drama
Periferic (2010)
Kinostart: 20.05.2011
DVD-Start: 21.10.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Der mit dem FIPRESCI Preis ausgezeichnete Periferic zeigt die Reise einer Frau, die auf der Suche nach Freiheit die Beziehungen zu Menschen aus ihrer Vergangenheit erneut durchlebt. Dabei bleibt Periferic nicht der kalte und trockene Film als der er beginnt, sondern wird zu einer Tour de Force um das Streben nach Hoffnung und Stärke. Fantastisch bebildert machen wir uns auf eine Reise um schlussendlich der Protagonistin so Nahe zu stehen, wie wir es kaum für möglich gehalten hätten.

Matilda (Ana Ularu) bekommt einen eintägigen Hafturlaub bewilligt um am Begräbnis ihrer Mutter teilnehmen zu können. So geht sie zu ihrem Bruder Andrei (Andi Vasluianu) und bitte ihn sie mitzunehmen. Überrascht über ihr plötzliches Erscheinen beschließt er sie gegen den Willen seiner Frau zum Begräbnis zu fahren. Dort bekommen wir Einblick in die zerstörte Beziehung zwischen Matilda und den anderen Familienmitgliedern, die sie kaum eines Blickes würdigen.

Doch Matilda plant gar nicht erst am Ende des Tages wieder zurück ins Gefängnis zu gehen, stattdessen träumt sie von der Flucht mit dem Schiff, um ihre Vergangenheit endlich hinter sich lassen zu können. Als die Situation auf der Beerdigung eskaliert macht sie sich auf den Weg zu Paul (Mimi Branescu), dem Vater ihres 8-jährigen Sohnes Toma. Dieser schuldet ihr noch zehntausend Euro, will Matilda aber das versprochene Geld erst nicht überreichen. Nachdem Paul ein dubioses Geschäft abwickelt gibt er Matilda schließlich einen Teil des Geldes. Während der Fahrt zum Waisenhaus in dem Toma seit Jahren lebt kommt es zu einem Autounfall bei dem Paul verletzt wird. Matilda nimmt das restliche Geld, welches sie für den Transport mit dem Schiff benötigt und macht sich alleine weiter auf die Suche nach ihrem Sohn.

Periferic ist in drei Teile gegliedert: Andrei, Paul und Toma. Diese drei Kapitel sind Stationen bei denen es immer wieder zu Konflikten zwischen der jungen Frau und Personen aus ihrem Leben vor der Inhaftierung kommt. Diese Gliederung sorgt dafür, dass der Film nicht stehenbleibt und seine Kraft über die ganze Länge nicht verliert. Und obwohl das erste Drittel ein wenig tocken ausfällt und sich über den Film einige Länge eingeschlichen haben überzeugt Periferic durchaus. Vor allem aber die schauspielerische Leistung von Ana Ularu, die mit verbittertem Blick ihren Weg beschreitet, ist einfach beeindruckend. Verstärkt wird dies noch durch hervorragende Kameraarbeit, die uns direkt in den Film wirft und uns mit Matilda verbindet.

Viele Fragen bleiben nach dem letzten Bild auf der Leinwand noch offen. Regisseur Bogdan George Apetri überlässt es uns, die Geschichte zu vervollständigen. Wir erfahren nur Bruchstücke über Matildas Leben vor der Inhaftierung und obwohl wir sie einen ganzen Tag lang begleiten scheinen wir doch recht wenig über sie zu wissen. So kämpft sich Matilda voran um endlich Ruhe zu finden und neu anfangen zu können. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben scheint wohl ihr Sohn Toma zu sein.

Fazit:
Periferic ist ein Film über eine junge Frau auf ihrer Suche nach Freiheit. Nach einem eher schwachen ersten Drittel gewinnt der Film an Stärke und wir begeben uns gemeinsam mit Matilda auf eine Reise voller Konflikte und Überraschungen. Gegliedert wird Periferic in drei Abschnitte, in denen Matilda mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Eine ausgezeichnete Kameraführung und Ana Ularu's überzeugende Darstellung einer innerlich gebrochene Frau machen den Film, vor  allem auf emotionialer Ebene, zu einem Erlebnis. Trotz einiger Längen überzeugt Periferic durchaus und nach dem letzten Kaptitel fühlen wir uns auf seltsame Weise mit Matilda verbunden, ohne sie aber wirklich zu kennen.

Wertung
8/10 Punkte
Filmering.at
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