Kaboom (2010)

OT: Kaboom - 86 Minuten - Komödie / Horror
Kaboom (2010)
Kinostart: 20.05.2011
DVD-Start: 28.10.2011 - Blu-ray-Start: 28.10.2011
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Filmkritik zu Kaboom

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Der asiatisch-amerikanische Regisseur Gregg Araki ist unter anderem Mitbegründer des New Queer Cinemas, eine Bewegung die ausschließlich dem homosexuellen Independent-Kino verschrieben ist. Mit Kaboom gewann Araki 2010 die allererste „Queer Palm“ auf dem Filmfestival in Cannes. Sein Werk ist ein absurder Genre-Mix, behandelt beiläufig homosexuelle Themen und versucht dabei so unterhaltsam wie möglich zu sein.

Smith ist siebzehn Jahre alt, bisexuell und ein gewöhnlicher Student, der gerne Partys besucht. Er verbringt die Freizeit mit seiner schlauen und zynischen Freundin Stella, schläft mit der eigensinnigen London und hat auch ein Auge auf seinen attraktiven Zimmerkollegen Thor geworfen. Als er eines Abends eine Party unter Drogeneinfluss verlässt sieht er ungewöhnliche Dinge, die er so schnell nicht vergessen kann.

Immer wieder suchen Smith unheimliche Visionen und Träume heim. Die Grenze zwischen Realität und Einbildung verschwimmt immer mehr. Menschen in Tiermasken, die auch vor dem Morden nicht zurückschrecken, scheinen es auf ihn abgesehen zu haben. Sogar London dürfte etwas über diese Vorkommnisse wissen. Bald schon finden Stella und Smith etliche Dinge heraus, die ihnen nun mehr den Schlaf rauben sollten.

Einige werden vielleicht schon nach kürzester Zeit den Kinosaal verlassen, denn anfänglich sieht Kaboom aus wie eine herkömmliche Teenager-Komödie mit etwas wenig Produktionsbudget. Übersteht man dann aber die erste viertel Stunde, in der man mit viel nackter Haut überschüttet wird, wird es interessant. Nachdem alle Charaktere etabliert worden sind, entwickelt sich langsam eine mysteriöse Stimmung und der Film wandert Richtung Science-Fiction und Psycho-Thriller. Erzählt wird die Geschichte in einer eher untypischen Bildsprache.

Während des ganzen Films haben wir immer das Gefühl, er nehme sich selbst nicht all zu ernst. Immer wieder gibt es humorvolle Einschübe oder vollkommen überzeichnete und absurde Momente, die dem Film das fehlende Budget erst gar nicht so sehr anmerken lassen. Eine junge Dame mit magischen Fähigkeiten und unheimliche Begegnungen sind hier schon ganz normal und so läuft der Film sehr unterhaltsam dahin. Deshalb nehme ich Regisseur Araki das Ende umso übler. Denn da verwandelt sich Kaboom von einer Sekunde auf die andere in einen durchdachten Verschwörungsthriller. Die Auflösung ist eigentlich viel zu banal, und trotzdem versucht der Film ab diesem Zeitpunkt in einem ernstzunehmenden Finale zu enden.

Kaboom wirkt wie eine Mischung aus Donnie Darko und einer pseudo-intellektuellen Version von American Pie. Aber genau das macht doch irgendwie Spaß. Ein bisschen Coming-of-age und dann noch ein Porträt von bi- und homosexuellen Beziehungen, das auch ein bisschen Gesellschaftskritik übt, machen Araki's Werk auf eine ganz eigene Art und Weise sehr interessant. Man sollte sich hier aber lieber doch selber davon überzeugen, denn sicherlich werden Einige absolut nichts mit diesem Film anfangen können.

Fazit:
Gregg Araki's Horror-Komödie sieht aus wie eine Mischung aus Donnie Darko und American Pie. So funktioniert Kaboom auf unterhaltsame Weise sehr gut und nimmt sich selbst nie all zu ernst. Wer aber eine typische, lineare Bildsprache und Erzählstruktur erwartet, wird hier enttäuscht. Ein Minus ist sicherlich das Ende. Es kommt viel zu schnell und die Auflösung ist zwar so absurd wie der Rest des Films, versucht aber in einem doch eher seriösen Abschluss auszuklingen. Der Film wird seine Seher definitiv in zwei Lager spalten, denn die eigenwillige Art dürfte nicht jedermanns Sache sein. Für diejenigen, die sich aber darauf einlassen, macht dieser abstrakte, überzogene Genre-Mix auf jeden Fall Spaß, und mich persönlich überzeugte Kaboom schlussendlich doch.


Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Erstellt: 09.09.2012