Lady Vengeance (2005)

OT: Chinjeolhan geumjassi - 112 Minuten - Krimi / Drama / Thriller
Lady Vengeance (2005)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 17.01.2012 - Blu-ray-Start: 17.01.2012
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Filmkritik zu Lady Vengeance

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Der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook sorgte schon mit Oldboy für Beifall bei Cineasten und Kritikern. Nun beweist er mit Lady Vengeance, dem letzten Teil seiner Rache-Trilogy, erneut sein Gespür für intensive Bilder und eine fesselnde Inszenierung. Dabei handelt es sich bei Lady Vengeance weniger um ein Rache Epos als viel mehr um ein Charakterportrait, das einem sehr lange im Gedächtnis bleibt.

Die 18-jährige Lee Geum-ja (Lee Yeong-ae) ist schwanger und sucht Zuflucht bei ihrem damaligen Englisch Lehrer Mr. Beak (Min-sik Choi). Dieser aber ist nicht der sympathische Hirte für den sie ihn hält: Er zwingt Geum-ja dazu ihm bei der Entführung eines kleinen Jungen zu helfen, um von dessen Eltern Lösegeld zu erpressen. Als Mr. Beak den Jungen tötet muss Geum-ja die Schuld auf sich nehmen und wandert für dreizehn Jahre hinter Gitter.

Während sie im Gefängnis ihre Rache plant, wird ihre junge Tochter zur Adaption freigegeben und Mr. Beak entführt und tötet weiterhin Kinder. Geum-ja gilt unter den Gefängnisinsassen als gutherziger Engel, doch das ändert sich prompt bei ihrer Entlassung. Nun sucht sie den Mann der sie von ihrer Tochter getrennt hat.

Wie schon bei Sympathy for Mr. Vengeance (2002) und Oldboy (2003) werden wir mit kompromissloser Gewalt konfrontiert. Doch anders als bei den beiden Vorgängern wirkt Lady Vengeance ästhetischer und bedient sich einer weit ausgeprägteren Erzählstruktur. So sehen wir immer wieder Rückblenden und springen zwischen verschiedenen Orten und Zeiten. Mit stilistisch durchkomponierten Bildern schafft der Regisseur die perfekte Balance zwischen brutaler Gewalt und bewegter Zärtlichkeit, und so stört es auch nicht, dass die Geschichte eigentlich nichts Neues an den Tag legt.

Schon nach kurzer Zeit leiden wir mit der Protagonistin, die auf der Suche nach Erlösung ist. Park inszeniert ihren Charakter sehr detailreich und durch eine Off Stimme bekommen wir noch mehr Einblick in ihr Inneres. Lee Yeong-ae's Darstellung überzeugt über den ganzen Film hinweg und  fesselt ab dem ersten Bild. Gegen Ende konzentriert sich der Film auf Geum-ja's Selbstjustiz und die Folgen ihrer Rache. Manche Szenen ähneln dabei fast einem Theaterstück. So zum Beispiel eine Szene in einem verlassenen Schulgebäude, in der wir sehen, dass Lady Vengeance auch den Eltern der ermordeten Kinder die Chance auf Rache offeriert.

Interessanter Weise ist das Thema „Rache“ sehr populär im asiatischen Kino und auch westliche Filme wie Tarantino's Kill Bill bringen eine Hommage an diese Anekdoten. Auch  Filme wie Kazuo Koike's Lady Snowblood (1973) oder Jee-woon Kim's I saw the Devil (2010) behandeln dieses Motiv. Doch im Gegensatz zu einigen Hollywood Filmen bleibt die Kamera in den asiatischen Erzählungen meist sehr lange auf jenen Gesichtern, die Geschichten von Schmerz und Trauer erzählen. Lady Vengeance ist ein sehr persönlicher Film der uns keine Minute aufatmen lässt und die dichte, fesselnde Inszenierung beeindruckt schlichtweg.

Fazit:
Wie schon in den zwei Vorgängern setzt Park Chan-wook auf kompromisslose Gewalt und visuelle Härte. Lady Vengeance besticht durch seine bildschöne Ästhetik und die packende Erzählung. Die Suche der jungen Frau nach Vergeltung fesselt vom ersten Moment an und  wir können nicht anders als in den Film zu kippen. Die Bilder sind ein Erlebnis für sich und werden jedem sehr lange in Erinnerung bleiben. Mit Sicherheit einer der besten asiatischen Filme der letzten Jahre. Sehr zu empfehlen!

Wertung:

10/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 4
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