13 Assassins (2010)

OT: Jusan-nin no shikaku - 141 Minuten - Action
13 Assassins (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 10.05.2011 - Blu-ray-Start: 07.06.2011
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Filmkritik zu 13 Assassins

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Takashi Miike ist ein radikaler Filmemacher - das sollte jeder wissen, der sich schon etwas mit dem Schaffen des Regisseurs auseinandergesetzt hat. Umso überraschender ist wie respektvoll sich Miike dem Samuraifilm angenähert hat. Denn 13 Assassins, das Remake des gleichnamigen japanischen Films aus dem Jahr 1963, ist speziell in der ersten Hälfte ein überaus klassischer und stilvoller Samuraifilm, der eine wunderbare Hommage an die alte Schule darstellt. Mit dem abschließenden, knapp 45 Minuten andauernden Massaker gelingt es Miike schließlich auch seinen eigenen Stil einzubringen und auf äußerst beeindruckende Weise das klassische mit dem modernen Kino zu verknüpfen.

Japan hat ein Problem: Lord Naritsugu (Goro Inagaki), der Halbbruder des Shoguns, gewinnt immer mehr an Macht, doch für das Volk ist er eine einzige Zumutung: Er ist ein Sadist, der Frauen vergewaltigt und keinerlei Skrupel kennt. Der hohe Beamte Sir Doi (Mikijiro Hira) sieht nur einen Ausweg wie man sich des unantastbaren Lords entledigen kann: Er beauftragt Samurai Shinzaemon Shimada (Koji Yakusho) damit eine Truppe zusammen zu stellen um ihn zu töten. Da der Lord gerade durchs Land streift will man ihm eine Falle stellen. Insgesamt finden sich 13 Krieger um sich der Tyrannei entgegen zu stellen. Doch sie müssen es mit der 200 Mann starken Privatarmee des Lords aufnehmen...

Bereits die erste Szene des Films ist Takashi Miike stilistisch so gelungen, dass man hellhörig werden kann. 13 Assassins eröffnet mit einer Harakiri-Sequenz - doch weder zelebriert Miike hier die visuelle Gewalt, noch versucht er mit anderen modernen Tricks zu punkten. Stattdessen inszeniert er die Szene völlig klassisch und mit einem enormen Gespür für Atmosphäre - beides Charakterzüge, die sich der Film zumindest in der ersten Hälfte durchgehend bewahrt. Auf Grund der respektvollen und beeindruckend ruhigen Herangehensweise kann man gar an Akira Kurosawa und seinen Samurai-Klassiker Die sieben Samurai denken.

Überhaupt ist die erste Hälfte des Films sehr davon gekennzeichnet, dass sich Miike unerwartet viel Zeit nimmt um die Situation und die Charaktere einzuführen. Zu bemängeln gibt es eigentlich nur eines: Der Lord wird als etwas zu eindimensional böse skizziert, aber ansonsten macht Miike bei seiner Einführung eigentlich alles richtig. Mit viel Geduld und gekonnt inszenierten Dialogen führt er uns in die Geschichte ein, zeigt uns die Taten des Lords und nimmt sich auch viel Zeit um die 13 Krieger einzuführen und sie zu etablieren.

Die zweite Hälfte ist dann ganz der radikalen Schlacht gewidment. Zunächst sehen wir den Marsch zum Dorf, danach die Vorbereitungen und schließlich die donnernde Schlacht, die Miike mit enormer Energie auf die Leinwand schmettert. Die emotionale Ebene harmoniert hier wunderbar mit dem visuellen Schlachtgemälde und insgesamt erzeugt dieses Massaker einen faszinierenden Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Natürlich geht es bei der Schlacht auch brutal zu, aber es ist nicht die visuelle Härte, die hier den prägendsten Eindruck hinterlässt, sondern vor allem das enorme Gespür, das Miike für die Atmosphäre beweist.

Und diese atmosphärischen Qualitäten behält sich der Film auch die ganze Zeit über bei. Zu Beginn sind es die gelungenen aufbauenden Szenen, die es schaffen die Geschichte auf subtile Weise zu etablieren, im Mittelteil ist es die besonnene Zusammenkunft inklusvie Naturwanderung, die einen schönen Gegenpol zur späteren Action bildet und am Ende ist es die aufsaugende Kraft, die von der dynamisch inszenierten Schlacht ausgeht. Obwohl man sicher argumentieren kann, dass die ruhige Inszenierung des ersten Abschnitts nicht unbedingt zum temporeichen Gemetzel in der zweiten Hälfte passt, ist es dennoch bemerkenswert wie es Miike gelingt diese unterschiedlichen Ansätze zu verweben und zu einem insgesamt äußerst stimmigen Gesamtbild zu verweben.

Fazit:
13 Assassins ist eine gelungene Wiederbelebung des Samurai Films. Takashi Miike nimmt sich viel Zeit um die Geschichte und die Figuren einzuführen. Dank der ruhigen und kraftvollen Erzählweise schafft es der Film eine fabelhafte Atmosphäre zu erzeugen, die einen gewaltigen Sog entwickelt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die strenge Aufteilung zwischen ruhiger Einführung und dem temporeichen Finale, das quasi aus einem 45 Minuten andauerndem Massaker besteht. Aber dennoch: 13 Assassins ist ein beeindruckender und äußerst sehenswerter Film geworden.

Wertung:
8/10 Punkte
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