![]() ![]() Conan OT: Conan the Barbarian Regie: Marcus Nispel Filmstart: 08.09.2011 | Laufzeit: | Fantasy-Action-Abenteuer |
Conan (als Kind: Leo Howard, später: Jason Momoa) ist ein Kind des Krieges: Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn seine Mutter hat ihn kurz vor ihrem Tod direkt auf dem Schlachtfeld geboren. Sein Vater Corin (Ron Perlman) erzieht ihn in den folgenden Jahren zum perfekten Krieger, doch das Schicksal mischt sich in Conans Leben ein: Khalar Zym (Stephen Lang) will die Einzelstücke einer mysteriösen alten Maske wieder zusammensetzen um zu unvorstellbarer Macht zu gelangen - das letzte Stück soll sich im Besitz des Stamms von Conan befinden. Und Khalar Zym metzelt das ganze Dorf nieder um es zu finden - nur Conan kann fliehen und sinnt auf Rache...
Immer wieder flirtet er mit einer Hochglanzoptik und nimmt augescheinliche Anleihen bei Peter Jacksons Herr der Ringe Trilogie - doch da tritt Nispel leider in ein Fettnäpfchen. Der Prolog wirkt wie ein billiges Rip-Off der meisterhaften Tolkien-Verfilmung und anstatt stimmungsvoller Landschaftspanoramen, die den Weg der Helden illustrieren, beschränkt sich Nispel auf ruppige Schnitte und kurze Texteinblendungen die dem Pulbikum mitteilen wo sich das Abenteuer gerade abspielt. Das wirklich schade daran ist: In den teilweise sehr schönen Establishment Shots erkennt man immer wieder, dass der Film durchaus das Potential hatte eine stimmungsvolle und atmosphärisch gelungene Fantasy-Geschichte zu erzählen, aber Nispel dieses Potential schlicht überhaupt nicht erkannt hat.
Gut, soviel zu den Gründen warum es Marcus Nispel wohl nie gelingen wird einen sehr guten Film abzuliefern (ihm fehlt schlicht das Gespür für den filmischen Raum). Aber Conan hat noch andere Probleme: Denn der Film schafft es auch nicht durchgehend als “Edeltrash” zu überzeugen. Nispel hat viel zu viel Energie darauf verschwendet alles möglichst “dreckig” wirken zu lassen - von den Figuren, über die Schauplätze, bis hin zu der Geschichte. Aber er hat dabei übersehen, dass sich der heruntergekommene Look mit der Hochglanzoptik der Bilder beisst. Auch hat man es mit der Brutalität etwas zu gut gemeint - die zahlreichen, völlig überzogenen Blutfontänen haben so teilweise eher unfreiwillig komischen Charakter als dass sie den Film bereichern würden.
Überraschenderweise sorgt Conan aber trotz seinen zahlreichen Fehlern für absolut solide Unterhaltung. Gut, es wird sicher viele Leute geben die gar nichts damit anfangen werden - aber wer sich auf einen archaischen, trashigen Sword & Sorcery Film einstellt und die Erinnerungen an das Original etwas aus dem Gedächtnis verdrängt, der bekommt einen durchaus unterhaltsamen Actionfilm für Zwischendurch geboten. Für absolute Conan-Fans wird das wahrscheinlich bei weitem nicht genug sein, aber wer lediglich auf der Suche nach anspruchsloser Zerstreuung ist und dem blutigen Actionkino nicht abgeneigt ist, der kann sich das Conan-Remake durchaus einmal ansehen - denn ein Debakel wie befürchtet ist es nicht unbedingt (aber das hängt natürlich sowohl von der Erwartungshaltung, als auch der Einstellung gegenüber dem Original und der literarischen Vorlage ab).
Fazit:
Zunächst das Positive: Marcus Nispels Conan Remake ist nicht das grandiose Debakel das viele befürchtet haben. Der Film ist kurzweilig, macht in begrenztem Rahmen Spaß und Hauptdarsteller Jason Momoa liefert eine überraschend sympathische Performance ab. Aber nun zum Negativen: Für einen wirklich guten Film ist dies zu wenig. Treue Anhänger des Originals und der Vorlage bekommen genügend Kritikpunkte um den Film in der Luft zu zerreissen, und auch alle anderen werden wohl nicht in Jubelstürme ausbrechen. Dies liegt vor allem am etwas halbgaren Mix zwischen dreckigem Innenleben und einer relativ leblosen Hochglanzoptik und ganz besonders am mangelden Verständnis des filmischen Raums seitens Regisseur Marcus Nispel. Auch die übertriebenen Blutfontänen wirken eher unfreiwillig komisch. Gegner von archaischen Sprüchen und einer testosteronhaltigen Inszenierung werden auch keine Freude mit dem Film haben, aber das sollte von vorne herein bekannt sein. Summa summarum ist Conan ein mittelmäßiger Film, der durchaus kurzweilig ist, aber natürlich ein gutes Stück von einem wirklich befriedigenden Filmerlebnis entfernt ist.
Wertung:
5/10 Punkte

| Die Daten werden uns zur Verfügung gestellt von Flimmit.com |




