Unsichtbar - Zwischen zwei Welten (2007)

OT: The Invisible - 97 Minuten - Fantasy / Drama
Unsichtbar - Zwischen zwei Welten (2007)
Kinostart: 05.07.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
1098
Bewerten:

Filmkritik zu Unsichtbar - Zwischen zwei Welten

Von am

Der Remake- und Fortsetzungsboom in der Traumfabrik will einfach nicht abflachen. Unsichtbar ist nun die Neuauflage des schwedischen Thrillers Den Osynlige. Zwar habe ich diesen noch nicht gesehen, aber bei dem einhelligen Lob den dieser Film von allen Seiten bekommen hat, kann ich schon einmal ein Statement wagen: Unsichtbar kann sich in die sehr lange Liste der verkorksten Remakes einreihen, die ihrem Original nicht das Wasser reichen können. Lichtblitze scheinen zwar an einigen Stellen durch den wolkenverhangenen Filmhorizont, aber im Großen und Ganzen ist Unsichtbar eine ziemliche Enttäuschung.

Nick Powell (Justin Chatwin) hat zwar seinen Vater verloren, aber dennoch hat er ein Leben das sich sehen lassen kann: Er ist gebildet, finanziell relativ unabhängig und gutaussehend. Ganz im Gegensatz zu seiner Schulkollegin Annie (Margarita Levieva), die aus armen Elternhaus stammt und sich mit kleineren Verbrechen über Wasser hält. Gemeinsam mit ihrem Freund Marcus (Alex O`Loughlin) schlägt sie die Auslage eines Jueweliers ein und nimmt einige wertvolle Juwelen mit. Ein anonymer Anrufer meldet sie allerdings der Polizei.

Dies will sie nicht auf sich sitzen lassen. Sie hat sofort einen Verdächtigen: Der beste Freund von Nick hat Annie beim Verstauen der Juewelen beobachtet und so denkt sie er ist der Schuldige. Aus Angst, und um sich selbst zu retten beschuldigt er jedoch seinen besten Freund Nick. Dieser wird nun von Annie und zwei ihrer Freunden überfallen und in einen Waldstück übel verdroschen. Annie treibt es jedoch zu weit und durch einen unglücklichen Zufall fliegt Nick mit dem Kopf auf einen Stein und stirbt. In Panik verstecken sie seinen Leichnam und fliehen. Doch Nick ist nicht wirklich tot. Er ist nur im Koma und seine Seele schwebt unsichtbar durch unsere Welt. Er muss mit ansehen wie seine Retter im Dunkeln tappen und wie seine Mörderin mit sich selbst ringt...

David S. Goyer ist sicher nicht als Meisterregisseur bekannt. Bis jetzt drehte er den Thriller ZigZag und den eher unterdurchschnittlichen Blade:Trinity. Auch in die X-Men Franchise wird er bald einsteigen und das Magneto Spin-Off inszenieren. Derweil ist Unsichtbar seine dritte Arbeit als Regisseur und so richtig weiß er immer noch nicht zu überzeugen. An vielen Stellen scheint er seinen Plot aus den Augen zu verlieren und frische Ideen sucht man vergebens. Goyer inszeniert handzahm und hat nicht den Mut die interessante Ausgangslage des Films zu nutzen.

Dabei hätte alles so stimmig begonnen: Gleich die erste Szene des Films schafft es das Interesse des Zusehers zu wecken. Die sich später als Traum entpuppende Einleitung in den Film reisst das Publikum aus seiner Lethargie und weckt Interesse für den folgenden Film. Auch in den folgenden 20 Minuten kann Unsichtbar noch großteils überzeugen und führt seine Figuren relativ frisch und locker ein. Hier stimmen die Komponenten noch und Unsichtbar ist ein ansehnliches Teenager Drama mit zwar altbekannten, aber dennoch gut gelungenen, High-School Ambiente.

Doch auch in der Einführung sind bereits Fehler passiert, die den restlichen Film etwas hinunterziehen. Für einen gelungenen Thriller ist es essentiell einen überzeugenden Bösewicht zu haben, doch die laschen Pausenschläger aus Unsichtbar sind alles andere als furchteinflößend. Somit ist für das Publikum kaum Bedrohung spürbar und es wirkt so als würde der Film nur so vor sich herplätschern. Später wird natürlich familientauglich sehr auf die Psychologie der "bösen" Schulschlägerin eingegangen und gezeigt wie schlecht sie es doch hatte und warum sie so geworden ist. Alles schon tausend mal dagewesen.

Besonders schlimm wirkt sich die Inspirationslosigkeit der Macher bei den Szenen aus, als Nick sich als Unsichtbarer zwischen den Welten bewegt. Gerade hier hätte man auftrumpfen können und etwas besonderes zeigen sollen. Stattdessen rückt man an einigen Stellen den Unsichtbaren in den Hintergrund und zeigt die Ermittlungen bei denen Nick allenfalls als Statist im Hintergrund steht. Wenn er mal doch eigene Szenen bekommt, dann brüllt er hauptsächlich herum und schreit die verschiedensten Personen an warum sie ihn denn nicht verstehen. Für den Zuseher ist dies alles andere als prickelnd.

Weiters scheint man im Laufe des Films die Storyfäden etwas aus den Augen verloren zu haben. Während die filmische Welt zu Beginn noch so gezeichnet wird, dass Nick absolut keinen Einfluss auf sie nehmen kann, ist es ihm im Laufe des Films möglich Tauben aufzuscheuchen, oder Kontakt mit seiner Mörderin aufzunehmen. Insgesamt schleichen sich doch so einige Logiklöcher in den Film, die den Filmgenuss etwas trüben. Eigentlich sehr Schade, da die Idee hinter Unsichtbar sehr gelungen ist und viel mehr als nur einen 08/15 Unterhaltungsfilm abgeben würde.

Je näher wir uns dem Ende des Films nähern, umso kitschiger sind schließlich auch die Einfälle der Macher geworden. Natürlich vollzieht Nicks Mörderin eine Wandlung und natürlich wird ihr von ihm verziehen. Friede, Freude, Eierkuchen für alle. Die letzte Szene des Films setzt dem ganzen dann die Krone auf und Unsichtbar gibt sich selbst der Lächerlichkeit preis. Eigentlich sehr Schade, denn an manchen Stellen blicken doch die positiven Seiten der Geschichte durch und Unsichtbar weiß zu gefallen. Auch die Darsteller wissen durchaus zu überzeugen und somit bleibt als Abschluß nur eines zu sagen: Unsichtbar ist ein Film der viel hätte werden können, dessen kreative Aspekte ihm aber von Hollywood geraubt wurden. Was übrig bleibt ist ein konventionelles und herzloses Massenprodukt.

Fazit:
Es ist sehr schade was man aus diesem Projekt gemacht hat: Unsichtbar hatte wirklich viel Potential, doch die kreativen Einfälle wurden ihm von Hollywood aus dem Leib gesaugt. Was übrig geblieben ist, ist ein kitschiges herz- und seelenloses Standartprodukt, das zwar ein einigen Stellen sein Potential erkennen lässt, aber im Großen und Ganzen doch enttäuscht. Schade, da wäre viel mehr möglich gewesen.

Wertung:
4/10 Punkte









Filmering.at
Community
Ø Wertung: 5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 4
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
25%
6 /10
0%
5 /10
25%
4 /10
50%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Pans Labyrinth (2006)
Der Hobbit - Smaugs Einöde (2013)
Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht (2003)
Hereafter - Das Leben danach (2010)
Beasts of the Southern Wild (2012)
Dragonheart (1996)
Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)
The Green Mile (1999)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!