Cowboys & Aliens (2011)

OT: Cowboys and Aliens - 118 Minuten - Action / SciFi / Thriller
Cowboys & Aliens (2011)
Kinostart: 26.08.2011
DVD-Start: 13.01.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Cowboys & Aliens

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Es ist noch gar nicht so lange her, da war Regisseur Jon Favreau den meisten wohl noch kein Begriff. Als Regisseur sowieso nicht, aber auch als Darsteller war er zu Beginn vorwiegend in kleinen Rollen zu sehen. Von Friends bis zu den Sopranos schnupperte er in so manche TV-Serie rein und war auch in manchen Spielfilmen in kleinen Rollen zu sehen. Aber den großen Durchbruch bescherte ihm dann schließlich Iron Man. Die wenigsten rechneten mit einem Erfolg, aber Favreaus selbstironische und heitere Regie, gepaart mit dem Geistesblitz Robert Downey Jr. als Hauptdarsteller zu besetzen sorgte für einen Box-Office-Hit. Nun ist Favreau scheinbar ein gefragter Mann und darf sich für Universal am eigenwilligen Genremix Cowboys & Aliens versuchen. Ein Projekt, bei dem man bereits am Titel sehen kann, dass es etwas besonderes versucht.

Ein Cowboy (Daniel Craig) ohne Erinnerungen erwacht mitten in der Wüste. Er weiß weder wer er ist, noch wie er hier her gekommen ist. An seinem Arm befindet sich ein merkwürdiger Apparat, der sich nicht abnehmen lässt. Mangels besserer Alternative macht sich der Cowboy auf in die nächste Stadt wo es zu einer Auseinandersetzung mit dem durchgeknallten Percy Dolarhyde (Paul Dano) kommt. Das Problem ist nur: Percys Vater Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford) ist der mächtigste Mann der Stadt und deshalb steht Ärger vor der Tür. Doch bevor es richtig zur Sache geht beginnen Aliens die Stadt anzugreifen und alle müssen gemeinsam ums Überleben kämpfen...

Cowboys & Aliens, der Titel übt schon eine eingenartige Faszination aus. Allein auf Grund der völligen Gegensätzlichkeit mit denen man diese beiden Aspekte assoziiert, kann man schon gespannt sein was der Film zu bieten hat. Tja, und was hat Cowboys & Aliens nun zu bieten? Die größte Überraschung ist wohl, dass der Titel bereits ganz genau, wortwörtlich verrät was man sich erwarten kann. Aber das ist auch schon alles und man muss auch leider sagen, dass es der Film nie schafft diese beiden Pole unter einen Hut zu bekommen. So liefert der Film einen äußerst wilden Genremix, der aber leider nicht zum erhofften Unterhaltungswert führt.

Oder anders gesagt: Cowboys - Hui, Aliens - Pfui! Denn in der ersten halben Stunde, in der von den Aliens noch nichts zu sehen ist, macht Cowboys & Aliens wirklich viel Spaß und auch ansonsten funktioniert der Film immer dann wenn die Aliens Pause haben. Jon Favreau etabliert sein Westernambiente schon zu Beginn äußerst stimmig: Die Musik, die Bilder, der fast unverschämt coole Auftritt von Daniel Craig, der hier quasi seine effiziente und unterkühlte James Bond Darstellung in den wilden Westen transformiert - all das macht enorm viel Spaß. Doch genau wenn man beginnt sich auf die amüsante, modern geschilderte Westerngeschichte einzulassen, beginnt auch schon der gnadenlose Abstieg des Films.

Nun ja, was hat man sich auch erwartet? Cowboys und Aliens passen einfach nicht zusammen, das wusste man von Anfang an und eigentlich konnte man nur gespannt sein ob es vielleicht entgegen allen Erwartungen doch funktionieren kann beides in einen Topf zu werfen - tut es nicht. Durch den enormen Bruch zwischen Nostalgie und Moderne entsteht eine ganz eigenartige Atmosphäre, die leider nicht wirklich stimmig ausfällt. Auch der Aufbau der Geschichte ist wenig prickelnd. Nach dem ersten Angriff der Aliens, bei dem einige Dorfbewohner entführt werden raufen sich die anderen zusammen um gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen.

Und da schimmert leider immer wieder durch, dass die Aliens vorwiegend dazu dienen um einmal die üblichen Fraktionen des wilden Westen (guter Cowboy, böser Cowboy, nichtsnutzender Statist, Indianer) irgendwie ins selbe Team zu bringen, wo sie vereint gegen einen größeren Gegner kämpfen dürfen. So liegt auch der Fokus sehr auf den Cowboys und die Aliens werden immer wieder nur als Vehikel eingesetzt um die “guten” etwas durcheinander zu würfeln. Dabei werden besonders Sam Rockwell und Paul Dano in Nebenrollen ziemlich verheizt, da ihre Figuren innerhalb der Dynamik der Geschichte keinen wirklichen Platz haben.

Man schafft es aber sogar noch die Dimensionen des ohnehin schon eigenwilligen Mix zu sprengen wenn schließlich der Hintergrund der Figur von Olivia Wilde in der Mitte des Films offenbart wird und der Film dabei die Grenze zur Lächerlichkeit weit hinter sich lässt. Auch fehlt es schlicht an Spannung. Innerhalb seiner radikalen Idee erzählt Cowboys & Aliens eine geradezu banale Geschichte, die kaum Überraschungsmomente oder Spannungshöhepunkte zu bieten hat. Alles läuft nach Schema F ab und kommt wie es kommen muss. Und natürlich hat man es sich nicht nehmen lassen selbst in diesem außergewöhnlichen Szenario alle Western-Klischees punktgenau zu erfüllen.

Das alles ist schade, denn auf der Haben-Seite hat der Film auch einiges zu bieten: Vor allem die unglaublich launigen Leistungen von Daniel Craig und Harrison Ford, die eine tolle Leinwandchemie haben und ihre raubeinigen Figuren mit sichtlich viel Freude spielen. Auch der Regie von Jon Favreau lässt sich durchaus einiges abgewinnen. Er inszeniert Cowboys & Aliens mit viel Selbstironie und Humor. In Kombination mit der für einen Western ungewöhnlich effizienten Kampfdynamik, die vor allem von der Körperlichkeit eines Daniel Craig nahe an seiner Bond-Rolle, ausgeht, entsteht so eine durchaus interessante Mischung zwischen Western-Klischee und moderner Inszenierung. Nur Aliens? Nein danke.

Fazit:
Cowboys - Hui, Aliens - Pfui! Man konnte sich bereits anhand des Titels denken, dass die Mischung dieser gegensätzlichen Pole kaum funktionieren kann - und der fertige Film bestätigt diese Eindrücke nur. Sorry, Cowboys und Aliens passen leider nicht zusammen. Das ist insofern schade, da der Film durchaus Potential hat. Daniel Craig überzeugt als enorm cooler James Bond im Wilden Westen und seine Chemie mit dem gewohnt raubeinigen Harrison Ford stimmt bestens. Auch die Regie von Jon Favreau zwischen Western-Klischees, moderner Dynamik und einer Prise Humor funktioniert. Speziell in der ersten halben Stunde (eben wenn die Aliens noch nicht aufgetaucht sind), macht Cowboys & Aliens wirklich Spaß. Danach funktioniert der sehr wilde Genremix aber leider nicht mehr. Schade, denn ohne Aliens hätte es ein wirklich unterhaltsamer Film werden können.

Wertung:
5/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.4/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 28
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Liste von erthos
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