Willkommen im Süden (2010)

OT: Benvenuti al Sud - 102 Minuten - Komödie
Willkommen im Süden (2010)
Kinostart: 06.05.2011
DVD-Start: 03.11.2011 - Blu-ray-Start: 03.11.2011
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Filmkritik zu Willkommen im Süden

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Einheimische Klischees, seltsam sprechende und missverstandene Eigenbrödler und ein Hauptdarsteller, der sich immer mehr mit den eigenwilligen Gepflogenheiten in seiner neuen Umgebung anfreundet. Kennt man das nicht von irgendwo her? Ganz recht, der italienische Kassenschlager Willkommen im Süden erinnert frappierend an Dany Boons französischen Hit Willkommen bei den Sch’tis und dies kommt auch nicht von ungefähr. Denn Willkommen im Süden ist quasi ein Remake, kopiert die wesentlichen Züge des Originals auffällig und tauscht lediglich den Schauplatz Frankreich mit dem Schauplatz Italien.

Alberto (Claudio Bisio) ist der Leiter eines Postamts in Norditalien. Seine Frau Silvia (Angela Finocchiaro) und er träumen schon lange von einer Versetzung nach Mailand. Also schwindelt Alberto bei der Bewerbung für den Posten etwas und gibt an, dass er behindert ist, um so vielleicht den Vorzug zu bekommen. Doch der Schwindel fliegt auf und als Strafe wird er in den Süden versetzt. Quasi die Höchststrafe für einen verwöhnten Norditaliener, rechnet er doch in der Nähe von Neapel mit Gewalt, Dreck und Problemen am laufenden Band. Doch es kommt alles anders als erwartet: Mit seinen Kollegen, allen voran Mattia (Alessandro Siani), versteht er sich gut, der Ort ist wunderschön und bald schon gewöhnt sich Albert an das Leben im Ort. Aber es ist eben schwer die Klischees aus dem Kopf zu bekommen...

Willkommen im Süden beginnt gewöhnungsbedürftig. Die Figuren wirken überdreht und wenig liebenswert, die Gags sind abgestanden und auch die Story selbst dümpelt nur gemütlich auf bereits schön ausgetrampelten Pfaden. Speziell zu Beginn fällt es sehr schwer sich überhaupt auf den Film einzulassen, fehlt es doch offensichtlich an einem wirklich packenden Aufhänger, der den Zuseher mitreissen könnte. Zwar wird ein gewisses Niveau nicht unterschritten, was zumindest den Unterhaltungsspiegel nie zu sehr absacken lässt, aber trotzdem hat Willkommen im Süden viele Probleme, die es erschweren den Film weiter zu empfehlen.

Mit der Ankunft in südlichen Gefilden bessert sich die Lage etwas. Albertos Probleme sich an die Gepflogenheiten des Dorfes anzupassen sind durchaus amüsant und auch wenn die dort ansässigen Figuren zunächst sehr gewöhnungsbedürftig sind, wachsen sie einen doch ans Herz. Die schöne Location und die zahlreichen netten Ideen retten die Film zusätzlich. Trotzdem bleibt das Problem, dass die Story nie wirklich Fahrt aufnimmt, sich der Spaßfaktor in Grenzen hält und Willkommen im Süden somit zwar akzeptabel ist, aber auch mit Sicherheit nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

Auch die Liebesgeschichte an zwei Fronten - einmal die junge aufkeimende Liebe von Mattia und einmal die alternde, wieder aufkommende Liebe von Alberto - ist nicht sonderlich gelungen. Wenige Überraschungen, kaum einprägsame Szenen und auch eigentlich keinerlei romantische Stimmung stehen den Intentionen doch deutlich im Weg. Der Humor ist zwar etwas besser gelungen, aber abgesehen von schlecht aufgewärmten Klischees und Sprachwirrungen ist den Filmemachern diesbezüglich leider auch nicht besonders viel eingefallen. Somit ist Willkommen im Süden ein Film, den man sich ohne schlechten Gewissen getrost sparen kann.

Fazit:
Der geistige Vater von Willkommen im Süden ist schnell ausgemacht. Im Prinzip ist der Film nämlich eine Neuauflage von Dany Boons Erfolgsfilm Willkommen bei den Sch’tis, aber man versucht auch gar nicht erst diese Verwandtschaft abzustreiten. Im Gegenteil: Dany Boon absolviert sogar einen kurzen Gastauftritt. Diese Bekenntnis tröstet aber nicht darüber hinweg, dass Willkommen im Süden nur abgestandene Klischees aufwärmt, sich über die Sprachwirrungen amüsiert und sonst nur wenige gute Einfälle hat. Die Liebesgeschichte kann nicht besonders überzeugen, der Humor ist flach und die Figuren zwar teilweise sympathisch, aber auch nur innerhalb eines gewissen Rahmens. Zu wenig um den Film wirklich empfehlen zu können.

Wertung:
4/10 Punkte

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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013