Day of the Dead (1985)

OT: Day of the Dead - 102 Minuten - Horror / Action
Day of the Dead (1985)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Day of the Dead

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„Day of the Dead“ – der dritte Teil der Horror-Trilogie von George A. Romero – gilt bei vielen als weniger gut im Vergleich zu „Night of the Living Dead“ (1968) und „Dawn of the Dead“ (1978). Ich beziehe mich hier auf die als FSK-16 eingestufte, um ca. sieben Minuten gekürzte DVD-Fassung von Laser Paradise, bei der natürlich einmal wieder die deutsche Zensur zugeschlagen hat. Dabei hat auch dieser vorerst letzte Teil der Zombie-Saga nichts mit Gewaltverherrlichung oder ähnlichen (strafbaren) Handlungen zu tun. „Day of the Dead“ ist weder blutrünstig, noch stellt Romero die Zombies (Untote) – um der Zombies willen und des Blutes wegen – in den Mittelpunkt des Geschehens. Davon kann sich jeder überzeugen, der einmal die US-amerikanische, ungeschnittene Originalfassung gesehen hat. Ähnlich wie bei „Dawn of the Dead“ geht es vielmehr um menschliche Verhaltensweisen im Zeichen einer äußeren Bedrohung, und viel deutlicher als in „Dawn of the Dead“ zeigt der Regisseur, auf welche Art die Bedrohung der Menschheit durch Menschen selbst vonstatten geht.

Die Wissenschaftlerin Sarah (Lori Cardille) und einige Soldaten sind mit dem Hubschrauber unterwegs, um zu erkunden, ob sie an der Küste Floridas noch auf Menschen treffen. Ein Bild des Grauens eröffnet sich der Besatzung: Überall findet man größtenteils verweste Leichen, die Geschäfte wurden geplündert und Untote bevölkern die Gegend. Als man in den unterirdischen Bunker einer Raketenbasis zurückkehrt, hat Captain Rhodes (Joseph Pilato) das Kommando über die verbliebenen Soldaten der Einheit übernommen, nachdem der bisherige Kommandant Cooper am Morgen gestorben war. Rhodes führt ein strenges Regiment und wird dabei vor allem von den Privates Steel (Gary Howard Klar) und Rickles (Ralph Marrero) unterstützt.

In der Basis befinden sich außerdem die Wissenschaftler Dr. Logan (Richard Liberty) und Dr. Fisher (John Amplas). Logan seziert die Leichen der Untoten (und auch heimlich die Leiche Coopers!) und forscht daran, wie man die Zombies unter Kontrolle bekommen könnte. Bei den anderen Wissenschaftlern und den Soldaten heißt Logan nur „Dr. Frankenstein“. Rhodes hält nicht viel von Logan, Sarah, Fisher und deren Arbeit.

Sarah hat aber noch andere Sorgen. Ihr Freund, Private Miguel Salazar (Anthony Dileo Jr.) ist durch die immer bedrohlicher werdende Situation völlig überfordert und einem Nervenzusammenbruch nahe. Als Miguel, Rickles und Steel einen der Untoten in den Gängen des Bunkers fangen wollen, versagt Miguel und Rickles entgeht knapp einem Biss durch einen Zombie. Sarah will Miguel helfen, verabreicht ihm eine Beruhigungsspritze. Doch Miguel reagiert aggressiv.

Rhodes ist nicht bereit, Miguel eine Zeitlang vom aktiven Dienst zu befreien. Bei einer der von Rhodes angesetzten Versammlungen kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit Sarah. Obwohl die drei Wissenschaftler nicht dem Militär angehören, zwingt Rhodes sie unter Drohung mit Erschießung, sich unter sein Kommando zu beugen.

Logan hat einen der Untoten, den er Bub (Sherman Howard) nennt, angekettet und beabsichtigt, ihm ein Minimum an sozialem Verhalten beizubringen. Er setzt dabei auf ein gewisses Lernvermögen der Zombies und ihre Erinnerungen. Bub ahnt, was für eine Bedeutung Gegenstände wie Telefon, Kassettenrecorder oder eine Waffe für ihn hatten, als er noch Mensch war. Logan glaubt, die Untoten sozial kontrollieren zu können, wenn er sie durch ein System von Belohnung und Bestrafung zu einem Verhalten zwingt, das das Risiko für Menschen minimiert.

Rhodes hält überhaupt nichts von Logans Experimenten. Der Konflikt spitzt sich zu, als Miguel von einem Zombie gebissen wird und Sarah ihm den Arm abhackt, in der Hoffnung, Miguel könne sich wieder erholen und nicht selbst zum Zombie werden. Als Rhodes und Steel Miguel erschießen wollen, helfen der Hubschrauberpilot John (Terry Alexander) und der Funker William (Jarlath Conroy) Sarah. Als Rhodes davon erfährt, dass Logan Bub als Belohnung Menschenfleisch zu essen gibt, platzt ihm der Kragen. Er beschließt, die Wissenschaftler im Bunker zurückzulassen und mit seinen Soldaten den Ort des Grauens zu verlassen. Doch John, der als einziger einen Hubschrauber fliegen kann, weigert sich, Rhodes zu helfen ...

In „Day of the Dead“ beschäftigt sich Romero mit dem gleichen Thema wie in den beiden ersten Filmen der Trilogie, allerdings mit dem Schwerpunkt auf die Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen – den Wissenschaftern hier, den Militärs dort –, in denen die unterschiedlichsten Reaktionen auf die Bedrohung zur Sprache kommen. Für manchen Horrorfilm-Freak mag der Film vielleicht zu viel Wert auf Dialoge legen. Ich empfand dies – in der Gesamtschau der Trilogie – als äußerst vorteilhaft. Dabei vermeidet Romero es – auch wenn es auf den ersten Blick so erscheinen mag –, in Schwarz-Weiß-Malerei der Personen zu schwelgen. Selbst Captain Rhodes, einen skrupellosen und egozentrischen Machtmenschen, zeigt Romero nicht als total negative Gestalt. Denn mit seiner Kritik an Logan hat Rhodes nicht ganz Unrecht.

Logan beabsichtigt, die Untoten durch ein Minimum an sozialem Verhalten unter Kontrolle zu bringen. Dazu ist ihm allerdings jedes Mittel recht. Zudem übersieht Logan, dass dies nicht gelingen wird, weil sich die Untoten genauso wenig „zähmen“ lassen wie Raubtiere. Auch Sarah hat große Zweifel an Logans Methoden. An Rhodes wird andererseits deutlich, wie Menschen zu Horrorgestalten werden können, wenn sie unter lebensbedrohlichen, beengten, ja klaustrophobischen Verhältnissen ihr „bisschen“ Macht ausspielen. Rhodes ist nicht willens, aber auch nicht in der Lage, soziales Verhalten unter diesen Bedingungen zu praktizieren. Während sich Pilot John und Funker William in einem Teil des Bunkers ein kleines „Paradies“ mit künstlicher Palme und Südsee-Wandtapete eingerichtet haben, bemüht sich Sarah (vergeblich) immer wieder um Kooperation zwischen Wissenschaftlern und Militärs. Doch Rhodes und sein bester Mann Steel widersetzen sich allem, was auf eine gemeinsame Rettung aus dem Bunker hinauslaufen würde.

Zu erwähnen ist neben den genannten Schauspielern sicherlich noch Sherman Howard als Zombie Bub, der hinter seiner exzellenten Maske sicherlich keine Charakterrolle spielt und spielen kann, aber dennoch im Rahmen seiner „beengten“ Rolle aus dem Untoten herausholt, was herauszuholen ist. Besonders die Szenen, in denen Logan versucht, Bub zu „zähmen“, sind hier hervorzuheben, etwa eine, in der Logan ihm einen Kassettenrecorder gibt und Bub Musik hört.

Last but not least ist das durchaus actionreiche Finale zu nennen, in dem Rhodes versucht, zusammen mit Steel und Rickles zu entkommen, nachdem allerdings Miguel den Untoten per Fahrstuhl Zugang zum Bunker verschafft hat.

 

Wertung:

7/10 Punkte

 

Quelle: Follow-me-now.de / Ulrich Behrens

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