Brand (2011)

OT: Brand - 110 Minuten - Drama
Brand (2011)
Kinostart: 29.04.2011
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
10898
Bewerten:

Filmkritik zu Brand

Von am
Mit Falco - Verdammt, wir leben noch! inszenierte Regisseur Thomas Roth einen gelungenen heimischen Mainstreamfilm, der wieder einmal vor Augen führte, dass es tatsächlich soetwas wie eine österreichische “Großproduktion” abseits der Komödienszene geben kann. Mit seinem neuesten Streich Brand beschreitet Roth nun wieder andere Wege: Sein Seitensprungdrama entwickelt sich zu einem lupenreinen Thriller mit großem Spannungspotential und mutiert dank eines (wie immer) tollem Josef Bierbichler in der Hauptrolle zu einem faszininierenden Genreereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Brand (Josef Bierbichler) ist ein erfolgreicher Schriftsteller. Seine Frau Martha (Erika Deutinger) ist schwer krank, liegt im Krankenhaus und wartet auf den Tod. Brand plant ein Buch über sie zu schreiben und schießt unaufhaltsam Fotos von ihr. Dabei fällt sein Blick jedoch auf ihre hübsche Krankenschwester Angela (Angela Gregovic). Brand spricht sie an, die beiden treffen sich und es beginnt eine Affäre. Doch Angela ist verheiratet. Mit dem türkischstämmigen Polizisten Celik (Denis Moschitto), einem eifersüchtigen Hitzkopf. Es dauert nicht lange bis Celik den beiden auf die Schliche kommt. Und es beginnt ein packender Zweikampf zwischen Brand und Celik...

Zu Beginn ist Brand noch schwer einzuordnen. Wohin soll sich die Geschichte bewegen? Verlust? Liebe im Alter? Die Grenzen des Journalismus, wenn Brand unaufhaltsam Fotos von seiner sterbenden Frau schießt? Der Film bleibt undurchsichtig, bis sich schließlich die Affäre zwischen Brand und Angela anbahnt. Stilsicher nimmt uns Thomas Roth bei der Hand, und inszeniert seine Geschichte schnörkellos. Führt uns immer weiter und als Zuseher kann man das Geschehen mit großer Neugier verfolgen, vor allem da eines klar ist: Diese Geschichte wird kein gutes Ende nehmen.

Und bald stößt auch Angelas Ehemann Celik zum Spiel dazu, eine Figur, die sehr undurchsichtig angelegt ist. Beruf: Polizist, Auftreten: Gangster. Was ist dieser Celik wirklich und wie weit würde er gehen? Thomas Roth spielt mit dieser Ausgangslage genüsslich. Er zeigt uns die Geschichte streng aus dem Blickwinkel von Brand, überrascht uns mit plötzlichen Ereignissen die auch die Figur überraschen und lässt uns über vieles im Unklaren. Dem Film tut dieser Stil nur gut, schafft es Thomas Roth doch sehr geschickt Spannung aufzubauen und den Zuseher eng an die Hauptfigur zu binden.

Spätestens wenn aus der Dreiecksgeschichte ein zwielichtiges Spiel um vier-fünf Ecken wird, da auch Brands Ehefrau Martha und Celiks undurchsichtiger Freund Philip (Manuel Rubey) tragende Rollen bekommen, vernetzt sich die Geschichte so geschickt, dass man als Zuseher in diesem spannenden Gebilde versinkt und sich ohne schlechtes Gewissen unterhalten lassen kann. Thomas Roth versteht sein Handwerk und mit Brand zelebriert er die Möglichkeiten des Genrekinos und bietet vortreffliche Unterhaltung.

Dazu trägt auch ein Josef Bierbichler bei, dessen Rolle zwar eigentlich nicht sonderlich sympathisch ist, aber eben durch das natürliche Charisma des Darstellers aufgewertet wird und deshalb auch über eine gewisse Spannung verfügt. Brand ist dabei durch und durch der Spannung und dem Unterhaltungswert untergeordnet, d.h. manche Szenen wirken vielleicht nicht voll und ganz plausibel, was ganz besonders für das etwas erzwungene Ende gilt, das versucht dem Ganzen noch eines draufzusetzen, dabei aber eben auch etwas konstruiert wirkt. Dies ändert aber nichts daran, dass Brand eine äußerst gelungene heimische Produktion ist. Wer also eine Alternative zur US-Blockbusterkost sucht (die diese Woche mit Fast & Furious Five und Thor ebenfalls prominent vertreten ist), der sollte Brand unbedingt eine Chance geben.

Fazit:
Brand ist wunderbares Genrekino Made in Austria. Die Geschichte ist spannend und kurzweilig, die Inszenierung von Thomas Roth sehr stilsicher und Hauptdarsteller Josef Bierbichler ist sowieso eine Bank. All diese Zutaten greifen perfekt ineinander, sodass Brand ein absolut sehenswerter Film geworden ist. Zwar ist der letzte Haken des Films nicht mehr ganz so gut gelungen, aber das ändert nichts daran, dass Brand für einen spannungsreichen Kinoabend sorgt.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 4
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
75%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
25%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Magnolia (1999)
21 Gramm (2003)
Requiem For A Dream (2000)
Oldboy (2003)
Natural Born Killers (1994)
The King
Into the Wild - Die Geschichte eines Aussteigers (2007)
Hautnah (2004)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!