Brautalarm (2011)

OT: Bridesmaids - 125 Minuten - Komödie
Brautalarm (2011)
Kinostart: 22.07.2011
DVD-Start: 24.11.2011 - Blu-ray-Start: 24.11.2011
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Filmkritik zu Brautalarm

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Mit The Hangover ist Regisseur Todd Phillips der ultimative Film rund um die Vorgeschehnisse einer Hochzeit gelungen - zumindest aus rein männlicher Sicht, da Männer ja dazu neigen die komplexen Vorbereitungen auf den Junggesellenabschied zur reduzieren. Nun springt Erfolgsproduzent Judd Apatow in die Presche, der in den letzten Jahren mit Beim ersten Mal, Superbad, Nie wieder Sex mit der Ex, uvm. einige der witzigsten Komödien zu verantworten hat, und steuert das weibliche Gegenstück bei. Zwar beschreitet der Film schließlich deutlich andere Pfade als The Hangover, aber das ändert nichts daran, dass Brautalarm eine sehr gelungene Komödie mit hohem Unterhaltungswert geworden ist.

Annie (Kristen Wiig) durchlebt gerade eine schwierige Zeit: Sie hat noch immer nicht den Mann fürs Leben gefunden und nachdem sie ihre Bäckerei geschlossen hat, schlägt sie sich mit einem eher weniger aufregenden Job bei einem Juwelier herum. Ihr Liebhaber (Jon Hamm) macht ihr mehr als deutlich klar, dass ihr Verhältnis sich nur um eine Aktivität dreht und das alles wird ihr umso deutlicher vor Augen geführt, als ihr ihre beste Freundin Lillian (Maya Rudolph) erzählt, dass sie demnächst heiraten wird. Da Annie natürlich Lillians Trauzeugin ist muss sie sich außerdem mit den anderen Brautjungfern herumschlagen. Besonders schwierig ist dabei das Verhältnis zur anstrengenden Helen (Rose Byrne)...

Brautalarm fügt sich nahtlos in die Reihe der letzten Apatow Produktionen ein und überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus wunderbarem Wortwitz und einigen höchst grenzwertigen Situationen, die auf charmante Weise mit etwas untergriffigem Humor experimentieren. Dabei hat man es aber stellenweise etwas übertrieben, was besonders bei einer Kotzorige der Brautjungfern zum Ausdruck kommt - die wohl einigen in Sachen Fäkalhumor eine Spur zu weit gehen wird. Aber in der Regel stimmt der Mix des Films sehr gut und wer auf der Suche nach einem erheiternden Kinobesuch ist, der kann eigentlich mit Brautalarm nichts falsch machen.

Gesichter, die auch in unseren Breiten bekannt sind, wird man aber großteils vergebens suchen. Hauptdarstellerin Kristen Wiig, die auch für das Drehbuch mitverantwortlich ist, ist in den USA vorwiegend durch Saturday Night Live bekannt, macht ihre Sache in Brautalaram aber ausgezeichnet und trägt den Film mit viel Witz und Selbstironie. An ihrer Seite überzeugen Jon Hamm (bekannt aus The Town und Mad Men) als Arschlochprototyp, Rose Byrne (X-Men: Erste Entscheidung) als nervige Unsympathlerin, Maya Rudolph (Away We Go) als besonnene Braut und ganz besonders Melissa McCarthy (Gilmore Girls) als unglaublich schräge und übergewichtige Brautjugfer, die fast alle Szenen stiehlt in denen sie vorkommt.

Brautalarm gelingt dabei das Kunststück, dass der Film eigentlich über die gesamte Laufzeit sehr kurzweilig bleibt und tatsächlich am laufendem Band für wirklich gelungene Gags sorgt, über die man herzhaft Lachen kann. Brautalarm ist dabei eine waschechte Komödie und nicht nur ein Schmalspurversuch über den man gerade einmal verhalten schmunzeln kann. Zu verdanken ist dies sowohl den gelungenen Dialogen, als auch den sehr gut gelaunten Darstellern. Aber ganz besonders die aberwitzigen Situationen, die immer wieder eines drauf setzen sind pures Gold wert (man denke nur an die immer weiter ausufernde, großartige Flugzeugszene).

Kritisieren muss man lediglich die etwas maue Romantikstory des Films. Über weite Strecken entfernt sich Brautalarm vom klassischen Muster einer romantischen Komödie, da die romantische Ebene deutlich im Hintergrund steht, aber immer wenn man versucht auch etwas Dramatik in die Geschichte zu bringen hängt der Film leider etwas durch. Zwar ist Annies Love Interest, Polizist Nathan Rhodes (Chris O'Dowd), eine recht unterhaltsame Figur, aber die immer gleiche “mal ja, dann wieder nein” Geschichte nervt dennoch, und ehrlich gesagt hätte der Film sie auch gar nicht gebraucht.

Aber zumindest den Stempel als “Frauenfilm” muss sich Brautalarm in keiner Sekunde gefallen lassen. Klischees werden mit einem Augenzwinkern aufs Korn genommen und anstatt süßlichem Kitsch gibt es bitterbösen Humor, der geschlechterübergreifend für großartige Stimmung sorgen dürfte. Zwar gibt es kleine Schwächen, aber ansonsten macht Brautalarm sehr viel richtig und überzeugt als äußerst gelungene Mainstream-Komödie mit hoher Gagdichte. Zwar wird der manchmal aufkommende Fäkalhumor nicht unbedingt allen gefallen, aber abgesehen davon gibt es eigentlich nichts was gegen einen Kinobesuch sprechen würde: Wer nach guter Unterhaltung sucht, wird mit dem Film sicher zufrieden sein.

Fazit:
Brautalarm ist eine sehr gelungene Komödie mit hoher Gagdichte und großartig gelaunten Darstellern. Etwas schade ist jedoch, dass der Film immer abflacht wenn er zu sehr versucht auf dramatischer Ebene zu punkten. Auch der stellenweise aufkommende Fäkalhumor ist sicher diskussionswürdig. Aber abgesehen davon kann man an Brautalarm eigentlich nichts bemängeln. Die meisten Gags zünden prächtig und der Film ist äußerst kurzweilig. Wer also einen kurzweiligen Unterhaltungsfilm sucht, der kann mit Brautalarm eigentlich kaum etwas falsch machen.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.4/10 | Kritiken: 5 | Wertungen: 41
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Liste von neozoe
Erstellt: 21.09.2012