![]() ![]() Der Biber OT: The Beaver Regie: Jodie Foster Drehbuch: Kyle Killen Filmstart: 01.07.2011 | Laufzeit: | Drama-Komödie |
Walter Black (Mel Gibson) ist schwer depressiv. Von Selbstmitleid geplagt, vernachlässigt er seine Frau und vor allem seine Kinder (Anton Yelchin und Riley Thomas Stewart). Seine Tage bestehen aus: Schlafen, saufen, noch mehr schlafen und noch mehr saufen. Gefangen in seinem psychischen Unglück und rausgeworfen aus dem eigenen Haus, beschließt er diesem Elend ein Ende zu setzen und sich umzubringen. Zum Glück versucht er dies mitten im Alkohol-Delirium, weswegen Mission ‚Selbstmord‘ scheitert, er am nächsten Morgen stark verkatert aufwacht und die Hand- Biberpuppe, die er sich übergezogen hat, beginnt mit ihm zu sprechen. Genauer: Die Depression lähmte zwar Walter, durch die Puppe kann er jedoch wieder sprechen – nur eben als Biber! Und das rettet sein Familienleben, sein Geschäft und auch im Bett klappts erfreulicherweise wieder (allerding nur mit übergezogener Biberpuppe!) Nach dem kurzen aber intensiven Hoch folgt jedoch – wie immer – der Absturz und Walter begreift, dass er sich dem Puppenfreund entledigen muss, um wirklich gesund zu werden...
Grundsätzlich handelt Der Biber also von wichtigen, aktuellen, starken Themen. ‚Grundsätzlich‘ reicht uns hier aber nicht. Jodie Foster, die selbst die Rolle von Black’s Frau übernimmt, kann sich nicht wirklich entscheiden, ob dessen Geschichte mehr Drama oder doch mehr Komödie sein soll. Wenn ein Mann Ende 50 permanent mit einer Handpuppe durch die Gegend läuft und mit dieser bzw. durch diese spricht, kann das möglicherweise lächerlich wirken und das tut es leider auch. Schnell ist man verwirrt: Soll man nun schmunzeln, oder eher Mitgefühl zeigen? Kann man darüber lachen, oder weckt es in einem selbst gewisse Ängste?
Leider schafft es weder die Geschichte, noch deren Umsetzung den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und ihm die Möglichkeit zu geben, wirklich mitzufühlen, was speziell in Anbetracht der guten Ausgangsposition doch recht enttäuschend ist.
Fazit:
Der Biber kann weder die ganze Tragik einer depressiven Persönlichkeit überzeugend auf den Zuschauer übertragen, noch die skurrilen komischen Momente nachvollziehbar miteinfließen lassen. Weder die humorvollen, noch die tief traurigen Momente ermöglichen einem emotional anzudocken und man sitzt am Ende verwirrt und leicht überfordert im Kinosessel. Sollte Jodie Foster wirklich nicht gewusst haben, was sie uns mit dem Film sagen wollte und wo sie damit hin wollte – nach Sichtung von Der Biber können wir ihr das leider auch nicht erklären. Chancen waren genug da, genutzt wurden diese zu 50% nicht. Deswegen auch leider nur 50% an Punkten von uns!
Wertung:
5/10 Punkte

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