Der Mandant (2011)

OT: The Lincoln Lawyer - 118 Minuten - Drama
Der Mandant (2011)
Kinostart: 24.06.2011
DVD-Start: 02.12.2011 - Blu-ray-Start: 02.12.2011
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Filmkritik zu Der Mandant

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Matthew McConaughey darf sich wieder einmal als ambivalenter Strafverteidiger versuchen, der zwar auf der einen Seite mit viel Geschick und einer Prise Schlitzohrigkeit seine Mandanten vor dem Gefängnis bewahrt, aber auf der anderen Seite doch irgendwie das Herz am rechten Fleck hat. Matthew McConaughey als Hauptdarsteller, sowie Thema und Titel des Films suggerieren dabei eine John Grisham Verfilmung, obwohl der wahre Autor der Vorlage Michael Connelly heißt (ein ebenfalls nicht gerade unbekannter Vertreter des Justizdramas). Fans des Genres werden jedenfalls mit dem soliden Stoff zufrieden sein.

Mickey Haller (Matthew McConaughey) ist ein etwas unkonventioneller Anwalt in Los Angeles. Seine Geschäfte regelt er gerne vom Rücksitz aus und dank seines Charmes und seines beruflichen Geschicks sind seine Mandanten in der Regel sehr zufrieden mit ihm. Doch sein Leben verkompliziert sich, als er den Fall des reichen Sunnyboys Louis Roulet (Ryan Phillippe) übernimmt. Eine Prostituierte wirft ihm vor, dass er sie vergewaltigt und zusammengeschlagen hat, Louis bestreitet dies jedoch. Auch Mickey und sein Assistent Frank Levin (William H. Macy) stoßen bei ihren Nachforschungen auf einige Widersprüchlichkeiten in der Anklage, ohne zu wissen, dass sie da an einem brandheißen Fall dran sind...

Der Mandant ist eine etwas zwiespältige Angelegenheit. Auf der einen Seite punktet der Film mit seinen gut aufgelegten Darstellern und der stimmigen Regie von Brad Furman, aber auf der anderen Seite steht die lediglich solide Story, die schließlich mit dem schwachen Finale einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Dies ist insofern schade, da die Geschichte zunächst mehr Spannung verspricht als sie schlussendlich einhalten kann. Insgesamt betrachtet überwiegen die positiven Aspekte des Films aber doch spürbar, sodass man Der Mandant trotz seinen Schwächen getrost weiterempfehlen kann.

Matthew McConaughey überzeugt in der Hauptrolle in einer seiner Paraderollen: Als eigentlich guter Kerl, der aber dank seines Berufs über eine gewisse Ambivalenz verfügt und auch keine Skrupel hat die Schwächen des Justizsystems auszunutzen. Seiner sympathischen Performance ist es auch zu verdanken, dass der Film über die gesamte Laufzeit sehr kurzweilig bleibt und Spaß macht. An seiner Seite überzeugt William H. Macy in einer zwar kleinen, aber dennoch charmanten Nebenrolle. Zwar wird das Talent Macys nicht wirklich ausgeschöpft, aber er bringt viel Präsenz in die Rolle, die dank ihm auch sehr sympathisch ausgefallen ist.

Ebenfalls hoch interessant ist der Auftritt von Ryan Phillippe, der in seiner Rolle völlig undurchschaubar bleibt, weswegen man als Zuseher auch die Möglichkeit hat mitzuraten: War er es nun, oder nicht? Der Auftritt von Phillippe passt somit sehr gut in die Geschichte, aber leider wird diese große Frage allzu schnell aufgelöst. Es macht durchaus Spaß McConaughey und Macy beim Ermitteln zu sehen, aber nachdem die Fronten leider zu rasch geklärt werden, hängt der Film etwas in der Luft. So hinterlässt die Geschichte einen etwas schalen Nachgeschmack und bleibt als wenig aufregend in Erinnerung.

Korrigiert wird dies durch die wirklich gelungene Atmosphäre. Brad Furman setzt Los Angeles stimmig in Szene und versteht es den Verfall des Justizsystems in fesselnde Bilder zu transformieren. Der Soundtrack, der lockere Stil von Matthew McConaughey und die wunderschön gefilmte Großstadt ergeben einen sehr jazzigen Mix, der in Erinnerung bleibt. Weniger stimmig ist jedoch die Integration von Mickey Hallers Privatleben, das weder besonders aufregend ist, noch sonderlich viel zu Geschichte beiträgt. Marisa Tomei spielt die Ex-Frau von Matthew McConaughey zwar durchaus sympahtisch, aber sie bleibt leider zu blass um die Geschichte sonderlich aufzuwerten. Dank des hohen Unterhaltungswert ist Der Mandant für Fans von Justizdramen aber durchaus ein Tipp.

Fazit:
Der Mandant ist ein solides Justizdrama, das dank seinen gut aufgelegten Darstellern und der stimmingsvollen Inszenierung über eine gute Atmosphäre verfügt und auch recht kurzweilig geraten ist. Die Story hingegen ist etwas mau und verspricht zu Beginn mehr Spannung, als schlussendlich geboten wird, weswegen das Drehbuch für Genrefans auch kaum Überraschungen bereithalten dürfte. Insgesamt betrachtet überwiegen die positiven Aspekte aber spürbar, sodass Der Mandant ein durchaus empfehlenswertes und kurzweiliges Justizdrama ist. Fans des Genres werden ihren Spaß haben.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 31
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Liste von Ramtin
Erstellt: 14.04.2013