![]() ![]() Midnight in Paris OT: Midnight in Paris Regie: Woody Allen Drehbuch: Woody Allen Darsteller: Owen Wilson, Rachel McAdams, Marion Cotillard, Michael Sheen, Adrien Brody, Kathy Bates, Alison Pill, Tom Hiddleston, Carla Bruni Filmstart: 19.08.2011 | Laufzeit: xx Minuten | Romantik-Komödie |
Gil Pender (Owen Wilson) verdient gutes Geld in Hollywood als Drehbuchautor, doch seine wahre Leidenschaft liegt wo anders. Er möchte Romane schreiben und zwar nicht irgendwelchen Schund, sondern hochwertige literarische Kost. Der gemeinsame Urlaub mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) in Paris läuft hingegen gar nicht so gut. Während Gil gerne im Regen spazieren geht um die Stadt auf sich wirken zu lassen, geht Inez lieber mit ihrem alten Freund Paul (Michael Sheen), einem anstrengenden Besserwisser, tanzen. Wirklich merkwürdig wird es allerdings erst, als Gil plötzlich von einem altmodischen Fahrzeug abgeholt wird und plötzlich seine Zeit mit Scott Fitzgerald (Tom Hiddleston), dessen Frau Zelda (Alison Pill), Ernest Hemingway (Corey Stoll) und zahlreichen weiteren Künstlern der 20er Jahre verbringt, die eigentlich lange tot sein müssten...
Woody Allen scheint sich dabei auch selbst einen Herzenswunsch erfüllt haben und erlaubt es sich einfach stellvertretend durch Owen Wilsons Gil Pender in die Goldenen 20er Jahre zu reisen um dort seine künstlerischen Idole zu besuchen. Und die charmante, gänzlich untechnische Realisierung einer Zeitreise, die einfach so geschieht ohne weiter erklärt werden zu müssen, ist Allen sehr gut gelungen, da man sich als Zuseher so einfach auf ein mysteriöses Abenteuer einlässt ohne sich wirklich um Plausibilitätsprobleme sorgen zu müssen. Ebenfalls wunderbar sind die zahlreichen kleinen Eigenheiten und historischen Details mit denen Allen seine künstlerischen Zaungäste ausgestattet hat.
Und natürlich schimmert selbst in dieser warmherzigen und leichtfüßigen Geschichte auch manchmal Woody Allens Zynismus durch. Besonders in manchen, der köstlichen Dialogszenen verbergen sich immer wieder wunderbare Anspielungen und Seitenhiebe. Sei es auf das Amerika der Gegenwart, oder die Natur des Menschen - etwa wenn scheinbar alle Menschen davon überzeugt sind, dass früher alles besser war und so das Goldene Zeitalter des einen schon einmal der langweilige Alltag des anderen ist. Somit ist es Woody Allen erneut gelungen sein Spätwerk auf konstantem Niveau fortzuführen - Midnight in Paris ist schlicht ein höchst sympathischer und unterhaltsamer Film, den sich Fans des Stadtneurotikers nicht entgehen lassen sollten.
Fazit:
Midnight in Paris ist ein höchst sympathischer, charmanter und unterhaltsamer Film, bei dem Woody Allen seinen bekannten Zynismus lediglich stellenweise durchscheinen lässt und sich stattdessen auf eine fast schon naiv anmutende Abenteuerreise quer durch die Zeit begibt. Ohne den Druck zu verspüren all die magisch-realistischen Ereignisse zu erläutern führt er uns in die Goldenen 20er Jahre und spielt geschickt mit dem Mythos diverser Künstlerfiguren. Dank den tollen Darstellern und den wunderbaren Dialogen wird Midnight in Paris tatsächlich zur betörenden Reise, die sich Fans des Regisseur auf keinen Fall entgehen lassen sollten.
Wertung:
7/10 Punkte

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