![]() ![]() Die Höhle der vergessenen Träume OT: Cave of Forgotten Dreams Regie: Werner Herzog Drehbuch: Werner Herzog Filmstart: 04.11.2011 | Laufzeit: | Dokumentation |
Seine neueste Doku führt ihn aber weder in die Antarktis (Encounters at the End of the World), noch an sonstige lebensfeindliche Orte. Stattdessen geht es für Werner Herzog nach Frankreich ins Ardèche-Tal zu den Chauvet-Höhlen. Dort wurden in einer Höhle die ältesten Höhlenmalereien der Geschichte gefunden. Eine äußerst fragile Angelegenheit, weswegen die Höhle auch streng abgeriegelt ist und nur wenige Wissenschaftler Zutritt haben. Die französische Regierung hat es lediglich Werner Herzog unter strengen Auflagen gestattet die Malereien der Höhle zu filmen und somit den Menschen auf Umwegen zugänglich zu machen...
Aber es wäre ein großer Fehler einen Film des Meisterregisseurs alleine anhand von Vorurteilen ausfallen zu lassen. Denn natürlich geht es Herzog wie immer um mehr, als um das offensichtliche. Zwar erfüllt er durchaus die ihm auferlegte Pflicht die Höhlenmalereien zu dokumentieren - aber wie so oft in seinen Filmen ist es vor allem die Tonspur die den Film besonders aufwertet. Herzog ist dafür bekannt seine Gedanken gerne einmal schweifen zu lassen, Interpretationen anzustellen und auf diese Weise eine gehörige Prise Subjektivität in seine Dokumentationen zu bringen.
Interessant ist auch wie es Herzog gelingt seinen Gesprächspartnern ihre Lebensgeschichten zu entlocken. So bekommen seine Filme auch stets eine interessante Subebene, auf der sich die verrücktesten Charaktere tummeln. Es scheint ein reines Fest für den Regisseur zu sein wenn er Rollenklischees durchbricht, und z.B. Wissenschaftler von ihrem Leben berichten, das völlig anders gelaufen ist, als man es sich erwarten würde. Auch in Die Höhle der vergessenen Träume finden sich wieder diese besonderen Charakterköpfe, die perfekt in das Oeuvre des Regisseurs passen. Hinzu kommt eine wie immer tolle audio-visuelle Kulisse, die ähnliche wie in Encounters at the End of the World den filmischen Raum in eine sakrale Spiritualität taucht und so eine anmutige Atmosphäre kreiert.
Fazit:
Man sollte sich von dem etwas trockenem Thema nicht abschrecken lassen: Werner Herzog erfüllt zwar seine Chronistenpflicht, aber vergisst auch seine Fans nicht. Herzogs Erkundung der Chauvet-Höhle ist eine spirituelle Reise hin zur Wiege der menschlichen Kulturgeschichte. Wie immer lässt der Regisseur seine Gedanken kreisen, driftet ab und findet spannende Charaktere die sein Oeuvre schon immer durchzogen haben. Aber man muss schon zugeben, dass Die Höhle der vergessenen Träume hinter den letzten Filmen des Regisseurs zurückbleibt. Grund dafür ist vor allem, dass man die Limitierungen in der Gestaltung des Films doch spürt, sich einige repetitive Elemente in den Film geschlichen haben und sogar der Kommentar von Herzog manchmal zu verworren und abgehoben erscheint. Trotzdem: Ein Film von Werner Herzog ist immer sehenswert, auch wenn er einmal nicht großartig ist.
Wertung:
7/10 Punkte
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