Nichts zu verzollen (2010)

OT: Rien a declarer - xx Minuten - Komödie
Nichts zu verzollen (2010)
Kinostart: 22.07.2011
DVD-Start: 01.12.2011 - Blu-ray-Start: 01.12.2011
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Filmkritik zu Nichts zu verzollen

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2008 ist dem sympathischen Darsteller Dany Boon als Regisseur der Überraschungshit Willkommen bei den Sch’tis geglückt, der nicht nur in seinem Heimatland, sondern europaweit die Kinokassen zum Klingeln brachte. Das universelle Konzept des Films ermöglichte auch bereits den italienischen Ableger Willkommen im Süden, doch während andernorts bereits das Kopierwerk angeworfen wurde hat Dany Boon schon die nächste Erfolgskomödie am Start: In Nichts zu verzollen gelingt es ihm erneut auf charmante Weise zu unterhalten und da auch diesesmal ein recht leicht zu adaptierendes Konzept zu Grunde liegt (gibt es nicht unzählige Länder mit kleinen Rivalitäten?!), kann man wohl bald die ersten Nachahmer begutachten. Doch interessierte sollten sich lieber gleich das stimmige Original ansehen.

Mathias Ducatel (Dany Boon) ist Zollbeamter im französisch-belgischem Grenzgebiet. Franzose Mathias ist verliebt in die schöne Belgierin Louise (Julie Bernard). Eigentlich kein Problem, aber da ihr Bruder Ruben Vandevoorde (Benoît Poelvoorde) ebenfalls Zollbeamter ist, nur leider auf der belgischen Seite und eine ausgeprägte Abneigung gegen alles französische hat, müssen sie die Beziehung geheim halten. Zu allem Überfluss sorgt die EU dann auch noch dafür, dass die Grenzen geöffnet werden und alle Zollbeamte einer ungewissen Zukunft entgegen steuern. Keine einfachen Zeiten für Mathias...

Man kennt es ja nur zu gut: Obwohl die Unterschiede zwischen den Menschen häufig nur minimal sind, sorgt eine oftmals willkürliche Aufteilung in zwei Länder für grobe Vorurteile und gegenseitige Abneigung. Dany Boon widment sich nun mit seinem neuesten Regiestreich der Fehde zwischen Belgiern und Franzosen und versucht gleichzeitig die Zeit der Grenzöffnung aus der Sicht der Zollbeamten zu zeigen. Dabei ist Nichts zu verzollen allerdings ein recht oberflächliches, aber dafür kurzweiliges Vergnügen, das ernsthafte Züge immer nur im Ansatz andeutet und sich ansonsten eher auf die lockere Erzählweise verlässt.

Damit fährt der Film über weite Strecken allerdings recht gut. Dany Boon hat die Geschichte im Griff und hat ein Händchen für seine liebevoll entworfenen Figuren, die ihre Aufgabe in der Story wunderbar und charmant meistern. Das große Thema des Rassismus und die Probleme der Grenzöffnung dienen aber nur als Hintergrund. So recht scheint sich der Filmemacher nicht dafür zu interessieren - viel mehr geht es ihm um die ganz persönliche Geschichte der beiden Hauptfiguren, die ihre moralisch eindeutig positionierten Aufgaben zu erledigen haben: Mathias als grundguter Menschenfreund muss den verbitterten Ruben bekehren und vom Rassismus befreien.

Dies klingt zwar etwas einfältig, bzw. allzu oberflächlich, Dany Boon versteht es aber sehr gut die Geschichte mit Herz und Charme zu erzählen. Besonders gut gelungen ist ihm dabei die humoristische Ebene, da Nichts zu verzollen durchgehend Spaß macht und auch stets für kurzweilige Unterhaltung sorgt. Die Gags wirken weder übertrieben, noch allzu aufdringlich, sondern fügen sich organisch in das Geschehen des Films ein. Und dank diesem wenig erzwungenem Umgang mit den Witzen ist Nichts zu verzollen auch schon um einiges charmanter als zahlreiche amerikanische Genrekollegen, denen man ihren Entwurf am Reißbrett leider allzu oft anmerkt.

Weniger gelungen sind einzelne Ausrutscher wie die tollpatschigen Drogenkuriere oder die manchmal übertriebenen Ausraster von Ruben. Hier weist der Film leider noch zusätzlich auf die Konstruiertheit der Geschichte hin, die man an manchen Stellen ohnehin nicht übersehen kann. Doch man sollte Nichts zu verzollen dies nicht allzu übel nehmen. Denn wer auf der Suche nach einer heiteren Komödie abseits vom US-Mainstream ist, der wird hier durchaus seine Freude haben. Zwar läuft die Geschichte an manchen Enden etwas unrund vor sich hin, aber man spürt, dass die Filmemacher mit Herz bei der Sache waren und dass es nicht nur umso Geld gegangen ist.

Fazit:
Nichts zu verzollen ist eine sympathische, heitere Komödie mit gut aufgelegten Darstellern und einem lockeren Fluss, der durchgehend für kurzweilige Unterhaltung sorgt. Zwar dient das Thema nur als oberflächliche Kulisse und an manchen Stellen wirkt die Geschichte etwas arg überkonstruiert, aber dem Vergnügen tut dies keinen Abbruch. Wer auf der Suche nach einer leichtfüßigen Komödie abseits des US-Unterhaltungskinos ist, der wird mit Nichts zu verzollen sicher seine Freude haben.

Wertung:
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Filmering.at
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