Freunde mit gewissen Vorzügen (2011)

Freunde mit gewissen Vorzügen
Freunde mit gewissen Vorzügen
OT: Friends With Benefits

Regie: Will Gluck
Filmstart: 09.09.2011 | Laufzeit: xx Minuten | Komödie
FriendsWithBenefits-Scene01Hört man von einer neuen romantischen Komödie, so beginnt bei erfahrenen Kinogängern gerne schon einmal das große Augenrollen - nicht unbedingt zu unrecht, denn die Vertreter des Genres haben sich, abgesehen von kleineren Ausnahmen, in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Scheinbar sind sich die Filmstudios schon zu sicher, dass es immer wieder Paare geben wird, die ins Kino pilgern um einen “Datefilm” anzusehen und deshalb auch immer verlockt sind sich auf den neusten Romantik-Schnellschuss aus Hollywood einzulassen. Doch Freunde mit gewissen Vorzügen hebt sich tatsächlich wohltuend aus dem langweiligen Einheitsbrei heraus: Der Film gibt sich überraschend spritzig und dynamisch und sorgt mit den beiden prächtig gelaunten Hauptdarstellern für wunderbare Unterhaltung.

Dylan (Justin Timberlake) wird von der scharfzüngigen Headhunterin Jamie (Mila Kunis) abgeworben und mit einem neuen, tolen Job von Los Angeles nach New York gelockt. Dylan lebt sich auch schon bald ein, ist auch unter den Arbeitskollegen beliebt und macht seine Arbeit sehr gut. Aber in Sachen Beziehung klappt es leider nicht so gut. Deshalb beschließen Dylan und Jamie, dass sie doch einfach Sexfreunde sein könnten: Der Akt soll rein sportlich sein, Gefühle und sonstige Beziehungsbürden sollen abgelegt werden, damit man die Sache nicht unnötig verkompliziert. Doch natürlich funktioniert nicht alles so wie geplant...

FriendsWithBenefits-Scene02Tritt schon ein gewisses Déjà-Vu Gefühl auf? Ganz recht, wer die Kinosaison 2011 verfolgt hat, der erinnert sich vielleicht, dass das Jahr bereits einen Film zu bieten hatte, der quasi die selbe Kernidee wie Freunde mit gewissen Vorzügen hatte: Gemeint ist natürlich Freundschaft Plus mit Natalie Portman und Ashton Kutcher in den Hauptrollen und böse Zungen könnten gar behaupten, dass Natalie Portman und Mila Kunis sich ihre konvergierende Rollen in Black Swan etwas zu sehr zu Herzen genommen haben. Aber wie dem auch sei, zum Nachteil des Zusehers fällt diese anscheinende Ideenlosigkeit der Filmstudios nicht aus. Tatsächlich entpuppt sich der hier besprochene Freunde mit gewissen Vorzügen als wesentlich unterhaltsamer als sein thematischer Verwandter Freundschaft Plus.

Mit ein Grund dafür ist sicher die enorm lockere und unverkrampfte Inszenierung von Regisseur Will Gluck. Dieser hat sich scheinbar ausgiebig mit den diversen Klischees des Genres auseinandergesetzt und versucht so in seinem Film nicht nur etwas mit diesen Klischees zu spielen, sondern lässt seine beiden Hauptdarsteller auch ganz aktiv auf diese hinweisen. So ergibt sich auf durchaus spritzige Weise ein unterhaltsamer Diskurs mit dem eigenen Genre. Aber auch abgesehen von dieser Ebene des Films macht Freunde mit gewissen Vorzügen sehr viel richtig. Das Tempo ist angenehm hoch, die meisten Gags sitzen sehr gut und vor allem die Darsteller machen ihre Sache sehr gut.

FriendsWithBenefits-Scene05Justin Timberlake hat ohnehin bereits in zahlreichen Filmen (von Alpha Dog über Bad Teacher bis zu The Social Network) bewiesen, dass er ein durchaus begabter Darsteller ist, der über eine beträchtliche Leinwandpräsenz verfügt und dass Mila Kunis nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern durchaus auch mit ihrem Talent punkten kann, wissen wir spätestens seit Black Swan. Aber das wirklich Schöne ist, dass die beiden Darsteller nicht nur theoretisch begabt sind, sondern scheinbar auch viel Freude am Dreh hatten und so mit sehr viel Espirit an die Sache gehen. Sie harmonieren bestens miteinander und meistern auch die eher freizügigen Szenen des Films mit Bravour. Vor allem der augenzwinkernde Humor den die beiden ausstrahlen ist ein wahrer Gewinn und sorgt dafür, dass man sich einfach zurücklehnen kann um den Film zu genießen, ohne dass man alles allzu ernst nehmen müsste.

Als Schützenhilfe dienen Timberlake und Kunis eine Handvoll sehr gut gewählter Nebendarsteller, die sich zwar nicht aufspielen, aber die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern auf punktierte Weise ergänzen. Besonders erwähnenswert sind dabei die Auftritte von Woody Harrelson, als homosexueller Sport-Reporter und dem wie immer sehr guten Richard Jenkins, als alzheimerkranker Vater von Dylan. Außerdem gibt es noch durchaus nettes Gastauftritte von Stars wie Jason Segel (How I Met Your Mother) und Emma Stone (Zombieland), die zwar nicht besonders viel Screentime bekommen, aber durchaus für den einen oder anderen Gag gut sind.

FriendsWithBenefits-Scene12So macht Freunde mit gewissen Vorzügen speziell in der ersten Hälfte wirklich viel richtig. Der Film nimmt sich nicht allzu ernst, ist sich den Klischees des Genres bewusst (und verweist immer wieder mit Genuss auf sie) und sorgt durch seinen enorm lockeren und spritzigen Stil für einen sehr schönen Filmfluss, mit dem man sich gerne treiben lassen kann. Im letzten Drittel nimmt die Gagdichte leider etwas ab, aber davon sollten sich interessierte Kinogänger nicht abschrecken lassen. Denn wer auf der Suche nach einer unterhaltsamen romantischen Komödie ist, der wird wohl in nächster Zeit kaum einen Film finden, der Freunde mit gewissen Vorzügen auf diesem Gebiet das Wasser reichen kann.

Fazit:
Freunde mit gewissen Vorzügen ist eine überraschend unterhaltsame romantische Komödie, die dank der spritzigen Inszenierung von Will Gluck und den beiden gut aufgelegten Hauptdarstellern wirklich viel Spaß macht. Justin Timberlake und Mila Kunis harmonieren perfekt miteinander und führen augenzwinkernd durch den Film. Das Tempo ist hoch, sowohl was die Dialoge, als auch die Erzählung betrifft und deshalb schleichen sich auch kaum Längen ein. Lediglich das letzte Drittel fällt etwas ab, aber ansonsten ist Freunde mit gewissen Vorzügen eine unterhaltsame Romantik-Komödie, die im Gegensatz zu den meisten Genrevertretern der letzten Zeit durchaus gelungen ist und Spaß macht.

Wertung:
7/10 Punkte
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7.4  (10)
 
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7/10

unterhaltsam!

Ich stimme der Kritik eigentlich im Großen und Ganzen zu. Die erste Hälfte des Films war witzig, spritzig und ser kurzweilig. Die zweite Hälfte fand ich dann eher mittelmäßig und dann doch wieder mit den typischen Genreklischees versehen. Ich vergebe trotzdem 7 von 10 Punkten, weil die erste Hälfte überzeugt und es das unterhaltsamste ist, was ich an romantischen Komödien seit langer Zeit gesehen habe.

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