Schatten der Vergangenheit (1991)

OT: Dead Again - 107 Minuten - Drama / Mystery
Schatten der Vergangenheit (1991)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Schatten der Vergangenheit

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Kenneth Branagh, vielen wohl bekannt aus seiner Rolle als Prof. Lockhart in „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (2002), ist bekannt geworden durch seine Shakespeare-Adaptionen „Heinrich V.“ (1989), „Hamlet“ (1996), „Viel Lärm um Nichts“ (1993) und „Verlorene Liebesmüh’“ (2000), darüber hinaus durch „Mary Shelley’s Frankenstein“ (1994). Zumeist spielt Branagh in seinen Filmen auch die oder eine Hauptrolle, so auch in dem 1991 gedrehten mysteriösen und spannenden Thriller „Dead Again“, in der parallel die Geschichte zweier Paare erzählt wird, die offenbar schicksalhaft miteinander verbunden sind.

„Mord!“ heißt es in großen Lettern in den Zeitungen in Los Angeles irgendwann in der Nachkriegszeit. Die Frau des während der Nazi-Zeit in die USA geflüchteten Komponisten Roman Strauss (Kenneth Branagh), Margaret (Emma Thompson), wurde getötet. Und Strauss wurde als Hauptverdächtiger festgenommen und zum Tode verurteilt. Beide hatten sich kennen gelernt, als Strauss das Orchester dirigierte, in dem Margaret spielte. Liebe auf den ersten Blick, Hochzeit. Doch schon bald kommt es zu Zwist zwischen beiden. Während Margaret die Anwesenheit von Strauss Haushälterin Inga (Hanna Schygulla) und deren Sohn Frankie (Gregor Hesse), die Strauss aus Europa mitbrachte, stört, weil sie vermutet, Inga sei hinter ihrem Mann her, verdächtigt Strauss seine Frau, mit dem Sensationsreporter Gray Baker (Andy Garcia) ein Techtelmechtel begonnen zu haben. Tatsächlich ist Baker An Margaret interessiert. Dann plötzlich liegt Margaret tot im Bett. Obwohl Strauss bis zum Schluss, auch gegenüber Baker, seine Unschuld beteuert, wird er auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet ...

1991. Der Priester Father Timothy (Richard Easton) beauftragt den Privatdetektiv Mike Church (Kenneth Branagh), die Identität einer jungen Frau zu ermitteln, die ihr Gedächtnis verloren hat und nicht spricht. Mikes Freund, der Journalist Pete (Wayne Knight), erreicht über die Veröffentlichung des Bildes der jungen Frau, die Mike hilfsweise Grace (Emma Thompson) nennt,  lediglich, dass sich ein Antiquitätenhändler namens Madson (Derek Jacobi) meldet, der anbietet, über Hypnose das Geheimnis von Graces Identität zu lüften. Die Hypnose bewirkt, dass Grace erstaunlicherweise Details aus dem Leben von Roman und Margaret Strauss erinnert, obwohl sie zu deren Lebzeiten noch gar nicht auf der Welt war. Grace spricht wieder. Sie und Mike kommen sich näher. Und dann fürchtet sie Parallelen zwischen der Beziehung des Paares Strauss und ihrer Beziehung zu Mike, zumal zwischen beiden Männern bzw. Frauen  äußerliche Ähnlichkeiten bestehen. Grace hat Angst. Sollte sie eine Reinkarnation von Margaret sein und Mike von Strauss?

Doch die Wahrheit sieht ein bisschen anders aus ...

Branagh und Drehbuchautor Scott Frank erzählen parallel die Geschichte zweier Paare, deren Schicksal unauflöslich miteinander verbunden scheint. Die Geschichte um Strauss und seine ermordete Frau wird in Rückblenden erzählt, die in Schwarz-Weiß gedreht wurden. Das Bindeglied zwischen beiden Geschichten ist die Hypnose bzw. die Dinge, die Grace über die Geschichte des Paares Strauss „erinnert“. Von Sitzung zu Sitzung scheint die Verbindung der beiden Paare offensichtlicher. Tatsächlich ist man selbst geneigt, an Karma und Reinkarnation  zu glauben. Doch dann überraschen Branagh und Frank mit einer Auflösung der Rätsel, die (fast) ganz anderswo liegt.

Dabei wird der Eindruck erweckt, die – im alten Stil der 40er Jahre fotografierte – Geschichte um Strauss bemächtige sich der Gegenwart. Branagh gelingt es, eine – durchweg auf technischen Firlefanz, lückenfüllende Nebenschauplätze usw. verzichtende – permanente Dramatik in das Wechselbad zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu bringen. Der 107 Minuten lange Film scheint bis in die letzten Poren ausgereizt mit spannungssteigernden Elementen, Leimruten für das Publikum und wachsender Tragik des Geschehens. Während die Geschichte um Strauss im typischen düsteren und kalten Look der Nachkriegsfilme gehalten ist, überträgt sich diese Stimmung immer mehr auf die farbig gehaltene Handlung des Jahres 1991.

„Dead Again“ ist kein Hitchcock, aber er kommt nahe an dein Suspense des Altmeisters heran: ein spannender, von überzeugend spielenden Schauspielern getragener Thriller, mehr als gute Unterhaltung.

 

Wertung:

8/10 Punkte

 

Quelle: Follow-me-now.de / Ulrich Behrens

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