![]() ![]() Der große Crash OT: Margin Call Regie: J.C. Chandor Drehbuch: J.C. Chandor Darsteller: Kevin Spacey, Paul Bettany, Jeremy Irons, Zachary Quinto, Simon Baker, Demi Moore, Stanley Tucci Filmstart: 08.12.2011 | Laufzeit: | Thriller-Drama |
New York am Vorabend der großen Finanzkrise: Bevor noch jemand ahnt, dass die Wirtschaft in der nächsten Zeit brach liegen wird, herrscht großer Kahlschlag bei einer Investmentfirma. Unter anderem wird der leitende Riskioanalyst Eric Dale (Stanley Tucci) gefeuert. Doch kurz bevor er geht, weist er einen seiner Angestellten Peter Sullivan (Zachary Quinto) auf seine aktuellen Arbeiten hin: Es steht etwas großes vor der Tür. Noch am selben Abend beginnt Peter die Unterlagen durchzugehen und die Modelle von Eric zu vervollständigen: Und er entdeckt etwas, dass nicht nur das Ende seiner Firma, sondern das Ende des Finanzmarktes wie man ihn kennt, bedeuten könnte. Schnell informiert er seinen Freund Seth Bregman (Penn Badgley), seinen Vorgesetzten Will Emerson (Paul Bettany) und seinen Abteilungsleiter Sam Rogers (Kevin Spacey). Doch auch diese wissen bald nicht mehr weiter, sodass bald schon die Oberbosse der Firma zu einem mitternächtlichen Notfallmeeting einfliegen um zu beraten wie man noch reichzeitig den Kopf aus der Schlinge bekommt...
Dabei ist die eigentliche Stärke des Films vor allem das Drehbuch (welches ebenfalls von Chandor stammt). Er schafft es sehr gut Spannung aufzubauen, ohne dabei auf völlig abstruse Luftschlösser zu setzen. Man hat über die ganze Laufzeit hinweg den Eindruck, dass es so, oder so ähnlich, wirklich in diversen Hinterzimmern der Finanzwelt zugehen könnte. Natürlich kann man sich beschweren, dass man kaum etwas von den Charakteren erfährt - aber ehrlich gesagt ist dieser Ansatz auch sehr erfrischend. Chandor konzentriert sich aufs Wesentliche und bläst den Film nicht unnötig mit emotionalen Ballast auf, wie es etwa Stone in Wall Street 2 getan hat. Lediglich aus dem Privatleben von Kevin Spaceys Figur bekommen wir einige Ausschnitte zu sehen, was aber auf Grund der sehr wohl dosierten Ablenkung und ihrer raffinierten Inszenierung nicht weiter störend ist.
Das ist zwar keine rühmliche Darstellung, aber auch nicht einseitig dämonisierend. Dabei sind Chandor die einzelnen Charaktere wirklich fabelhaft gelungen. Der Film wird im Wesentlichen erzählt aus der Sicht von Zachary Quintos Figur, die allerdings recht blass bleibt - was wohl auch dazu dienen soll dem Zuseher eine Hülle anzubieten durch deren Augen wir das Geschehen beobachten können. Profilieren können sich eher die Nebendarsteller: Besonders erwähnenswert ist z.B. Kevin Spacey, der seinen Abteilungsleiter wohl balanciert spielt, sich dabei sowohl die Menschlichkeit bewahrt, als auch die Notwendigkeit ausstrahlt zu tun, was nun mal zu tun ist, auch wenn er das vielleicht nicht gerne macht. Ebenfalls hoch interessant ist Paul Bettany als rechte Hand von Spacey: Er spielt einen energetischen, leicht abgehalfterten, aber dennoch loyalen Finanzhai, der zwar vielleicht nicht der Klügste ist, aber dank seiner Kaltschnäuzigkeit dennoch immer gut dasteht.
Fazit:
Man soll sich vom trockenen Thema “Finanzkrise” nicht abschrecken lassen: Margin Call ist ein hochspannender Film, der die Fehler von Oliver Stones Wall Street 2 nicht wiederholt. Emotionale Einblicke gibt es nur wohl dosiert, stattdessen steht vor allem das Business im Vordergrund. Und der Film schafft es ausgezeichnet uns durch die verschiedenen Ebenen der Hochfinanz zu bugsieren, während wir gespannt dem Dialogfeuerwerk lauschen um weitere Einblicke in diese sich anbahnende Krise zu bekommen. Margin Call bringt den Zeitgeist des Finanzwesens sehr gut auf den Punkt und schafft es dank seines hohen Tempos und seiner kompakt inszenierten Geschichte für sehr viel Spannung zu sorgen. Sehr sehenswert!
Wertung:
8/10 Punkte

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