Scream 4 (2011)

OT: Scream 4 - xx Minuten - Horror / Mystery / Thriller
Scream 4 (2011)
Kinostart: 05.05.2011
DVD-Start: 20.10.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Scream 4

Von am
Was haben wir mit Wes Craven nicht schon alles gezittert? Er hob Freddy Krueger aus der Taufe und sorgte damit wohl für zahlreiche Albträume, schockierte mit der Horror-Version von Ingmar Bergmans Jungfrauenquelle - The Last House on the Left und zahlreichen weitere Horrorfilmen alá The Hills Have Eyes. Und ihm ist auch die neue Slasherwelle zu verdanken, nach dem er Mitte der 90er die Scream Reihe erschuf und damit einen selbstreflexiven Rückblick auf die Regeln jenes Genres warf, das er selbst mitgestaltete. Scream 4 ist nun der jüngste Spross der Kultreihe, aber leider ist es auch der bislang schwächste Teil geworden.

Die berühmte Mordreihe im Örtchen Woodsboro ist nach wie vor unvergessen. Dwight Riley (David Arquette) ist mittlerweile Sheriff geworden und führt ein glückliches und ruhiges Leben mit seiner Frau Gale Weathers (Courteney Cox). Gale ist es aber schon fast zu ruhig, da sie Stoff für ein neues Buch braucht. Als Sidney Prescott (Neve Campbell) aber während einer Buchtournee ihrem Heimatort einen Besuch abstattet ist es mit der Ruhe ersteinmal vorbei. Sie besucht ihre Tante Kate Roberts (Mary McDonnell) und ihre Cousine Jill (Emma Roberts) und es dauert nicht lange bis das Morden erneut losgeht...

Remakes und Reboots an allen Ecken. Wenn sich die Fans eines Films schon über ein Remake/Reboot aufregen, wie mag es dann erst Wes Craven gehen, der in den letzten Jahren mitansehen musste, wie seine Filme The Last House on the Left, A Nightmare on Elm Street und The Hills Have Eyes neu aufgelegt wurden? So ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass der Regisseur mit Scream 4 einen Metakommentar zu dieser Situation abliefert (und auch zu einem Schluss kommt: “Don’t fuck with the original!”). Aber leider scheint Wes Craven nicht besonders viel eingefallen zu sein, sodass Scream 4, zwar Spaß macht und für kurzweilige Unterhaltung sorgt, aber auf Metaebene nicht an die Vorgänger herankommt.

Das zeichnet sich bereits bei der etwas überstrapazierten Intro-Sequenz ab. Wes Craven beschreitet hier neue Wege und verschachtelt Eröffnungen und Trailer der Stab-Filme mit der Eröffnung von Scream 4, sodass sich ein bunter Mix aus Film und Film-im-Film ergibt und es zunächst schwierig ist zu sagen wann der eigentlich Film beginnt. Das ist zwar eine nette Idee, aber mehr auch nicht. Die Ausführung ist etwas beliebig und zu gewollt auf komisch getrimmt, sondass hier die Mischung nicht so gut wie bei den bisherigen Teilen stimmt, was so auch auf den restlichen Film zutrifft.

Natürlich gibt es einige nette Anspielungen, Variationen von Genreregeln und Gags, die unterhaltsam die aktuelle Horrorszene aufs Korn nehmen, aber es gibt leider zu wenig Neues. Es fehlt schlicht der Pepp. Eigentlich ist vieles Geschehen seit Scream 3, ganz besonders der Ruck des Tortureporn Subgenres in Richtung Mainstream, was sich am besten am Erfolg der Saw-Reihe ablesen lässt, aber abgesehen von einem kleinen Spruch dazu reagiert Wes Craven vor allem insofern darauf, als dass sein neuester Film nun auch etwas brutaler angelegt ist. Aber es fehlt an wirklich guten Ideen, die den Film als etwas Besonderes charakterisieren. So ist es halt nur ein ganz netter Film für Zwischendurch geworden.

Wirklich enttäuschend hingegen ist die Auflösung, die zwar überraschend, aber auch recht debil ist. Wes Craven legt fast schon zuviele falsche Fährten aus, sodass die Demaskierung des Killers zwar unvorhersehbar, aber eben auch unplausibel ist. Auch die Verschmelzung des alten mit dem neuen Cast ist nicht immer reibungslos gelungen. Mal hat man das Gefühl, dass man zu wenig von den bekannten Figuren sieht, mal dass man die neuen Figuren eigentlich zu wenig kennt. So erweist sich der Rebootcharakter eben doch als Krücke und auch wenn der Film noch so oft selbstironisch auf die Fehler eines Reboots verweist nützt das nicht allzu viel, wenn er doch selbst nicht viel besser dran ist. Man muss aber dennoch erwähnen, dass auch Scream 4 Spaß macht, kurzweilig ist und es erneut unterhaltsam ist beim “Mörderraten” mitzuspielen. Nur hat man das eben alles schon deutlich besser in den Vorgängern (speziell den ersten beiden Teilen) gesehen.

Fazit:
Scream 4 ist ein solider und kurzweiliger Film, der aber bis jetzt als schwächster Teil der Reihe in Erinnerung bleiben wird. Zwar gibt es auf Metaebene erneut einige nette Anspielungen, aber Wes Craven ist leider zu wenig Neues eingefallen um wirklich zu überzeugen. So macht sich Scream 4 auch munter über diverse Reboots und Remakes lustig, ist aber selbst nicht unbedingt viel besser. Auch die Auflösung ergibt nicht wirklich viel Sinn, da diesesmal fast schon zu viele falsche Fährten ausgelegt wurden und die Auflösung deshalb nicht unbedingt plausibel erscheint. Ein solider und unterhaltsamer Film ist es zwar dennoch geworden, aber das hat man halt alles schon einmal besser gesehen.

Wertung:
6/10 Punkte

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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 11
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