Die Vaterlosen (2011)

OT: Die Vaterlosen - 105 Minuten - Drama
Die Vaterlosen (2011)
Kinostart: 08.04.2011
DVD-Start: 17.11.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Vaterlosen

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Hans (Johannes Krisch) liegt im Sterben. Es soll ein letztes Wiedersehen mit den Kindern geben. Doch Niki (Philipp Hochmair) ist der Einzige der rechtzeitig eintrifft und noch ein paar Worte mit Hans wechseln kann. Vito (Andreas Kiendl), Mizzi (Emily Cox) und Kyra (Andrea Wenzl) kommen zu spät. Doch das Zusammentreffen reißt alte Wunden auf: Denn Hans war nicht wirklich ihr Vater, stattdessen entstammen sie einer Hippie-Komune, die einst hier auf dem Hof von Hans gelebt hat...

Marie Kreutzers Spielfilmdebüt Die Vaterlosen wurde bei der diesjährigen Diagonale unter anderem mit dem Großen Spielfilmpreis geehrt. Und man muss dem Film auch zugutehalten, dass er eine interessante Variation des klassischen Themas der Wiedervereinigung am Sterbebett bildet. Die Erwartungshaltungen werden geschickt unterwandert, wenn sich schließlich herausstellt, dass Hans nicht etwas ein strenger Patriarch, sondern offenherziger Hippie war.

Aber bei guten Ansätzen und guten Absichten bleibt es leider auch. Marie Kreutzer gibt sich wirklich Mühe auf subtile Weise die Beziehungen der Figuren zu erläutern, aber alle Subtilität wird im Keim erstickt wenn es an die oftmals plakativen und meistens kitschigen Rückblenden im Retrolook geht. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen, denn es wirkt hier auch oftmals viel zu konstruiert wenn dem Zuseher bewusst Informationen vorgehalten werden um sie an anderer Stelle wieder aus dem Hut zu ziehen.

Diese Überkonstruiertheit ist überhaupt ein Problem des Films. Das Geschehen wirkt leider selten organisch. Man spürt hier förmlich die unsichtbare Hand der Regisseurin im Hintergrund, welche die Figuren genau dorthin lenkt wo sie sein sollen. Was zunächst durchaus interessant beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem durchgerechneten Zusammentreffen von konstruierten Figuren, mit dem Charme eines Lehrbuchs.

Auch die Darsteller können nicht durchgehend überzeugen. Zwar überzeugt der, beinahe immer großartige, Johannes Krisch, abgesehen von wenigen Szenen, auch hier, aber das restliche Ensemble gibt sich oft etwas hölzern. Dies mag aber vielleicht auch an der starren Ausgangslage liegen, die zwar versucht offen zu sein und ungezwungen von den Figuren zu erzählen, aber eben dies in letzter Instanz absolut nicht schaftt. Die Vaterlosen ist zwar gut gemeint, aber der fertige Film schafft es schließlich auf Grund vieler Macken nicht zu überzeugen.

Fazit:
Die Vaterlosen ist ein gut gemeinter Film, der aber leider viel falsch macht. Abgesehen von Johannes Krisch wirken viele Darsteller hölzern, was aber auch an der allzu starren und durchkalkulierten Ausgangslage liegen mag. Die Rückblenden im Retrolook stehen oft im Widerspruch zur Subtiltiät die sich der Film ansonsten wahren will und leider spürt man viel zu oft die unsichtbare Hand der Regisseurin, welche die Figuren genau in die “richtige” Richtung lenkt.

Wertung:
4/10 Punkte
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