Peter Kern ist ein ganz eigenes Kapitel der österreichischen Filmgeschichte. Seine Filme als “Ansichtssache” zu bezeichnen wäre wohl eine klassische Untertreibung - denn im Wesentlichen lässt sich das Publikum in zwei Lager teilen: Die eine (kleine) Gruppe verneigt sich vor jedem noch so plumpen Provokationsstück, dass der Regisseur in die wenigen Lichtspielhäuser entlässt die seine Filme noch zeigen. Die andere Gruppe wird es wohl nicht einmal mehr der Mühe wert finden seine Filme anzusehen - dazwischen gibt es noch jene die irrtümlicher Weise in einem “Kern-Film” landen und sich relativ schnell für eine der beiden erwähnten Gruppen entscheiden werden.
Mörderschwestern zeigt wieder einmal eindrucksvoll warum sich an diesem Status Quo in nächster Zeit auch nichts ändern wird.
Der Film basiert lose auf der Geschichte der Todesengel von Lainz, die im Lainzer Krankenhaus zahlreiche Patienten töteten. Daraus schmiedet Peter Kern eine ungelenk inszenierte Geschichte, die vor allem aus Publikumsbeschimpfung und heißer Luft besteht.
Mörderschwestern wirbt groß damit der “erste Film in Mörderrama” zu sein - was heißen soll die Zuseher "entscheiden" was mit den Figuren geschehen soll. Und man muss kein Genie zu sein um zu erkennen worauf der Film hinaus will: Dem Publikum soll der Drang nach Gewalt und Unterhaltung vorgeworfen werden und ein Spiegel vorgehalten werden - das großen Gähnen kann beginnen.

Denn Kern fällt so rein gar nichts Neues ein - alle Ansätze des Films hat
Michael Haneke schon 1997 mit
Funny Games weitaus besser ausgedrückt. So wird
Mörderschwestern zur langweiligen Geduldsprobe - ein ideenlos inszeniertes und nur schwer zu ertragendes Gejammer. Doch schwer zu ertragen nicht etwa im guten Sinne (wie etwa
Funny Games), sondern im einschläfernden Sinn. Fans von Peter Kern dürfen wieder einmal jubeln (aber das tun sie sowieso, egal was das “Enfant Terrible” macht) - alle anderen können sich das Kasperltheater zum Fremdschämen auch gerne sparen. Denn
Mörderschwestern bietet abgesehen von plumper und ungelenk inszenierter Gesellschaftskritik aus der Retorte nicht gerade viel.
Wertung:3/10 Punkte